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10. Februar 2012

Ärger um Hundesteuer

KOMMENTAR: Chance zum Dialog vertan

Es stimmt: Die Stadt Endingen hat ihren Bürgern 2011 kräftig in die Taschen gegriffen. Allerdings beileibe nicht nur den Hundehaltern. Und auch das Motiv war damals völlig klar: die blanke finanzielle Not. Dass sich die Betroffenen darüber ärgern, ist legitim. Und wenn man der Stadt einen Brief schreibt, ist man nicht zu Diplomatie verpflichtet. Die Auseinandersetzung am Mittwoch im Gemeinderat zur Hundesteuer war aber ein Beleg dafür, dass weniger mitunter mehr wäre. Nein, das ist nicht auf die Steuersatzhöhe gemünzt. Etwas weniger provokante Formulierungen der Antragsteller hätten im Rat sicherlich für mehr Bereitschaft gesorgt, sich intensiver auf die Argumente einzulassen. Doch auch Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz trug mit seinen Äußerungen in der Bürgerfragestunde nicht zur verbalen Abrüstung bei. Natürlich sind Missfallensbekundungen und Zwischenrufe der Zuhörer während der Beratung nicht erlaubt. Doch dass das Thema emotional aufgeladen ist, durfte niemanden überraschen. Insofern wäre ein freundlicher Hinweis auf die Gepflogenheiten während einer Sitzung sinnvoller gewesen, als gleich mit Konsequenzen zu drohen. Auch eine kurze Erklärung zum Ablauf der Fragestunde hätte vielleicht geholfen, längere Monologe zu vermeiden, ohne den Bürgern irgendwann ins Wort fallen zu müssen. Eine Garantie für eine sachliche Debatte wäre all das nicht gewesen, aber die Chance dazu wurde gar nicht erst gesucht – weder von der einen Seite, noch von der anderen. Schade!

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Autor: Martin Wendel