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19. Januar 2012

Musikalische Reise durch 1150 Jahre

Musikverein Kiechlinsbergen läutet mit besonderem Jahreskonzert das Jubiläumsjahr des Winzerdorfs ein.

  1. Vor der Kulisse des Schlosses präsentierte sich der Musikverein Kiechlinsbergen bei seinem Jahreskonzert unter dem Motto „1150 Jahre Kiechlinsbergen“. Foto: Roland Vitt

ENDINGEN-KIECHLINSBERGEN. Mit einem unvergesslichen Jahreskonzert läutete der Musikverein Kiechlinsbergen am Samstagabend in der Weinberghalle die 1150-Jahr-Feier des Ortes ein. Mehr als 60 Mitwirkende einschließlich des Vororchesters, in dem Kiechlinsbergen eine stattliche Zahl der Jungmusiker stellt, boten den rund 250 begeisterten Besuchern auch ein festliches Programm.

Den Besuchern bot sich in der vollbesetzten Weinberghalle ein beeindruckendes Bild auf der Bühne mit den Blasmusikern als Hauptakteuren des Abends vor der Kulisse des Kiechlinsberger Schlosses mit dem Klosterkeller. Eine gelungene Dekoration zu diesem besonderen Konzert.

Dem Vorsitzenden des Musikvereins, Thomas Späth, stand beim Anblick der vielen Gäste, darunter Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz, Gemeinde- und Ortschaftsräte, Ortsvorsteher Franz Späth, Verbandspräsident Georg Opitz, die Ehrendirigenten Ludwig Kraus, Walter Mutschler und Ehrenvorsitzender Alfons Späth, die Freude ins Gesicht geschrieben: "Wir präsentieren Ihnen heute aus Anlass der 1150-Jahr-Feier ein außergewöhnliches Jahres- und Jubiläumskonzert." Das war nicht zuviel versprochen. Wie ein roter Faden zog sich die 1150-jährige Geschichte von Kiechlinsbergen (Bergen) durch das Konzert – ein denkwürdiger Beitrag zum Dorfjubiläum. Es war eine Hommage an Ereignisse, Geschichten und Begebenheiten in dieser langen Zeitspanne. Mit den vorgetragenen Musikstücken stellte man einen Bezug her zu Episoden aus der Ortsgeschichte. Ortsvorsteher Franz Späth nutzte die Gelegenheit und gab einen Abriss zu 1150 Jahren Dorfgeschichte (siehe auch nebenstehender Artikel). Katja Wössner, die seit vielen Jahren beim Musikverein Riegel den Taktstock führt, hatte man einmal mehr als kompetente Moderatorin verpflichtet. In diesem Jahr bekam sie Verstärkung durch "Walter, den Bergemer" , der mal als Bauer, Ritter oder Mönch die Moderatorin durch das Konzert begleitete.

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Den Anfang machten die 25 Jugendlichen aus dem Jugend-Vororchester aus Amoltern, Kiechlinsbergen und Königschaffhausen unter der Stabführung von Walter Mutschler. Sie ließen fast komplett in neuer Formation schon mal aufhorchen. Diane Vogel und Elena Hormann führten durch das Programm. Die Jugend eröffnete mit dem bekannten und feierlichen Stück "Pomp and Circumstance", geschrieben von Sir Edward Elgar, das für die Engländer gewissermaßen die zweite Nationalhymne ist. Das nächste Stück war die "Blue Mountain" Overtüre, worauf noch der "Whose Blues" folgte. Doch ohne Zugabe ließ man das Vororchester keinesfalls von der Bühne. Nun kam das Blasorchester unter Leitung von Roland Späth mit Moderatorin Katja Wößner und "Walter, dem Bergemer". Acht anspruchsvolle Titel hatten die Musiker im Gepäck. Was die nächsten eineinhalb Stunden folgte, waren Kompositionen passend zu historische Begebenheiten aus 1150 Jahren Kiechlinsbergen.

Blasmusikstück mit Bezug zu historischen Ereignissen

Ob schöne oder weniger schöne Ereignisse – die Musikerinnen und Musiker verpackten alles in wunderbare Blasmusikstücke. Der erste Titel war "The New Village" von Kees Vlak, eine gelungene Hommage an das schöne Wein- und Feriendorf. Mit dem zweiten Werk "Odboj Ouvertüre" oder auch "Aufstands-Overtüre", spannte das Orchester den Bogen ins Mittelalter, als die hohen Herren – Fürsten, Grafen und Klosterbrüder – sich immer mehr Rechte aneigneten und das Volk knechteten. Besonders anspruchsvoll waren danach die fünf facetten- und kontrastreichen Sätze aus der Suite "The Camelot Chroncicles". Mit dem traditionellen "Fliegermarsch", der an den Absturz eines feindlichen Bombers im Herbst 1943 nahe dem südlichen Ortseingang, wo heute das Schützenhaus steht, erinnerte, ging es nach den Ehrungen (die BZ berichtet noch) in die Pause. Im weiteren Verlauf des Konzertabends erklangen noch die Titel "The Saint and the City" und "Im tiefen Keller", letzterer so richtig zum Klosterkeller passend. Einen Glanzpunkt setzte Posaunen-Solist Sven Mangel. Nach zwei weiteren Titeln "Chattanooga Choo Choo", "The Saints’ Hallelujah" stand man auch schon im Finale. Aber auch das Blasorchester durfte zum Abschluss dieses glanzvollen Konzerts nicht ohne mehrfache Zugaben von der Bühne.

Autor: Roland Vitt