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18. April 2010 14:12 Uhr

Endingen/Ihringen

Neuer Wanderweg durch den Kaiserstuhl

Die Region hat eine neue Touristenattraktion: den 21,7 Kilometer langen Kaiserstuhlpfad von Endingen nach Ihringen. Er erhielt vom Deutschen Wanderverband das Zertifikat "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland".

  1. Trubel auf dem Endinger Marktplatz. Am Mikrofon: Gerdi Staiblin und SWR-Moderator Klaus Gülker, links Endingens Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz. Foto: Patrik Müller

  2. Den Anstieg vor Augen: Durch die Kastanienallee geht’s hinauf zum Katharinenberg. Foto: Patrik Müller

  3. Den Anstieg vor Augen: Durch die Kastanienallee geht’s hinauf zum Katharinenberg. Foto: Patrik Müller

  4. Band-Zeremonie: Martin Obert, Marcel Schwehr, Diana Pretzell, Dieter Ehret, Hans-Joachim Schwarz, Walter Sittig und Hans-Georg Sievers (von links) in Aktion. Foto: Patrik Müller

  5. Stimmungsarbeiter Klaus Gülker beim Abschluss des SWR4-Wandertreffs auf dem Gelände der Ihringer Winzergenossenschaft Foto: Patrik Müller

350 Wanderer machten sich von Endingen aus auf den Weg – über Katharinenberg, Eichelspitze, Vogelsangpass, Eich- und Lenzberggasse. Live dabei: Das RadioTeam vom SWR4-Wandertreff. Samstag, kurz nach neun Uhr. Der Endinger Marktplatz füllt sich langsam. Einige Akteure des Endinger Stadtschauspiels schenken mittelalterlich verkleidet Wein aus. "Wir wussten nicht, ob überhaupt jemand kommt", scherzt SWR4-Moderator Klaus Gülker am Mikrofon. "Ein paar Leute, die kommen wollten, sitzen nämlich in den Flughäfen fest." Karl Fricker jedenfalls ist da.

Der 67-jährige Rentner kommt aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis und ist extra wegen des Kaiserstuhlpfades nach Endingen gefahren. Beim SWR4-Wandertreff ist er Stammgast, im letzten Jahr war er sieben Mal dabei. "Das ist immer gut. Man ist in der Natur und bekommt ganz viel erklärt." Einen Rucksack hat er nicht dabei. "Meiner Erfahrung nach", sagt er, "gibt es da überall auf dem Weg Stände."

Bevor es losgeht, reden die Politiker. "Wir spielen nun in der Bundesliga der Wanderwege", erklärt Endingens Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz – in Deutschland gibt es nur 57 Pfade, die das begehrte Zertifikat des Wanderverbandes tragen dürfen. "Der Weg soll sicherstellen, dass auch in Zukunft noch Menschen am Kaiserstuhl leben und arbeiten können", sagt Gerdi Staiblin, die ehemalige Landwirtschaftministerin. Dann ist es soweit: Das Band wird durchschnitten.

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Die 350 Wanderer machen sich flotten Schrittes auf den Weg. Erste Attraktion: die Kastanienallee im Erle. Dort verteilt eine Bürgerinitiative Handzettel und wirbt um Unterstützung: Die 124 Bäume werden von der Kastanienminiermotte bedroht. Der Anstieg zur Katharinenkapelle wird dann richtig steil. Es bleibt hügelig – auf dem Programm steht auch der Totenkopf, mit 557 Meter die höchste Erhebung des Kaiserstuhls. Die Strecke lehnt sich an den historischen Nord-Süd-Weg von Endingen nach Ihringen an, wurde jedoch in einigen Teilen leicht angepasst. Der Wanderverband schreibt für seine Qualitätspfade ganz bestimmte Regeln vor. Dazu gehören unter anderem gute Markierungen und Wege, aber auch eine gewisse Anzahl von Höhenmetern – und eine Länge von mindestens 20 Kilometern. "Luftlinie", sagt Ihringens Bürgermeister Martin Obert, "wären es aber nur 16 Kilometer gewesen".

"Der Weg ist super abwechslungsreich", sagt Diana Pretzell. Sie leitet die Geschäftsstelle des Förderprojektes "Plenum – Naturgarten Kaiserstuhl". Und sie kennt sich aus: Vor einiger Zeit wanderte sie den Jakobsweg. "Das hier ist keine Alpentour", sagt sie, "aber es geht schon ordentlich bergauf und bergab." Alois Zimmer ist von der Mosel an den Kaiserstuhl gefahren. "Die Wanderung war klasse", sagt er am Ziel in Ihringen. Auch er ist wegen der Einweihung des Kaiserstuhlpfades gekommen – und um seinen Cousin Horst Fischer in Bötzingen zu besuchen. Jetzt ist er froh, dass es zu Ende ist. "Es war schön", meint er, "aber ich wollte jetzt keine zehn Kilometer mehr laufen."

Bei der WG Ihringen bereiten die Veranstalter den Wanderer einen großen Bahnhof – zunächst lautstark und fahnenschwingend mit den "Kaiserstühler Herolden", später folgt eine Live-Schaltung.

Autor: Patrik Müller