Verein kämpft weiter

Christel Hülter-Hassler

Von Christel Hülter-Hassler

Mo, 10. September 2018

Endingen

Nachbarschaftshilfeverein will erneut Anerkennung beantragen / Vorstand bestätigt.

ENDINGEN. Der Verein Nachbarschaftshilfe für Senioren und Menschen mit Behinderung Endingen und Ortsteile hofft weiterhin auf eine Einigung mit dem Landratsamt Emmendingen. Dieses verweigert dem Verein bislang die nötige Anerkennung, um Leistungen aus der Pflegekasse abrechnen zu dürfen (die BZ berichtete). Bei der Hauptversammlung des Vereins am Freitag im Endinger "Schützen" wurde deutlich, dass der Vorstand nicht aufgeben will.

Niemand im Verein verstehe die Haltung des Landratsamtes, sagte Vorstandsmitglied Reinhard Peringer am Freitag. "Unser Verein hat 15 mehrfach qualifizierte Helferinnen und Helfer", betonte er. Die von ihnen geleistete Unterstützung bewege sich im "niederschwelligen Bereich" und umfasse ausschließlich alltägliche Entlastungs- und Betreuungshilfen für Senioren oder Menschen mit Behinderungen. "Wir leisten keine Pflege, sondern wir begleiten – das scheinen viele Ansprechpartner in den Behörden nicht verstanden zu haben", glaubt Peringer. Wie sonst käme es dazu, dass die Barrieren für eine Anerkennung so hoch seien, fragte er in der Versammlung.

Das Thema ist von großem öffentlichem Interesse, entsprechend gut besucht war die Versammlung. Hintergrund ist die Tatsache, dass jeder Versicherte einen gesetzlichen Anspruch auf 125 Euro im Monat für "niederschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote" hat. Der Bedarf ist laut Verein groß. Wegen der fehlenden Anerkennung vom Landratsamt könne man die notwendige Hilfe aber nicht leisten. Das Landratsamt hatte auf BZ-Anfrage mitgeteilt, dass der Verein die gesetzlichen Vorgaben nicht erfülle. Um die Anerkennung zu erhalten, müssen bestimmte Schulungen nachgewiesen werden (BZ vom 21. August). Laut Nachbarschaftshilfeverein ist das gegeben.

Von den zahlreich vertretenen Angehörigen gab es am Freitag durchweg Lob für die Arbeit des Vereins. "Ich habe in der ganzen Region nachgefragt, als ich eine Betreuung für meinen Vater brauchte", sagte Wilma Schanno. Erst beim Nachbarschaftshilfeverein habe sie Hilfe gefunden.

"Unser Ziel ist es, den Menschen zu helfen", fasste Reinhard Peringer das Anliegen des Vereins zusammen. Deshalb will der Verein erneut einen Antrag beim Landratsamt stellen – mit Unterstützung von Bürgermeister Hans Joachim Schwarz und einigen Stadträten. "Es wäre gut gewesen, das Landratsamt hätte uns bei unseren Bemühungen um die Anerkennung geholfen", sagte Vorstandsmitglied Anita Schumacher. Jetzt hoffe man auf eine gütliche Lösung: "Es ist im Sinne aller, aufeinander zuzugehen."

Wahlen: Elke Kirchhoff ist neue Schriftführerin. Amtsinhaberin Lotte Knoppig hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Einstimmig wiedergewählt wurden: Reinhard Peringer, Helga Dirr und Anita Schumacher als Vorstandsspitze, Gerlinde Flamm als Rechnerin, Bettina Haag, Barbara Nelle und Lilli Nazarenus als Schriftführerinnen. Ruth Eiche und Susi Leon prüfen die Kasse.