Zauberei mit Tuba, Trompete und Posaune

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Do, 05. April 2018

Endingen

Eine ungewöhnliche Hausmusik mit hohem musikalischen Anspruch: Begeisterte Zuhörer beim frühlingshaften Konzert für "schweres Blech" im Endinger Bürgerhaus.

ENDINGEN. Das Konzert "Frühlingswind" für Blechbläser und Klavier sorgte am Ostermontag für ein volles Bürgerhaus. Es gab Hausmusik der besonderen Art, gespielt von drei Mitgliedern der Familie Wagner-Shibata und einem Gast, im großen Kreis von Freunden und Fans und mit hohem musikalischem Anspruch.

Die Musik war vielseitig: Benjamin Britten, Robert Schumann und Georg Philipp Telemann standen ebenso im Programm wie die zeitgenössischen US-Komponisten Eric Ewazen und John Williams, und als Zugabe Ludwig van Beethoven. Die Musiker sind ohne Ausnahme Profis. Maximilian Wagner-Shibata arbeitet nach seinem Studium in Karlsruhe als Tubist bei der Staatskapelle Weimar. Anton Wagner-Shibata studiert Posaune in Hannover. Haruka Omori studiert Trompete in Karlsruhe. Die Pianistin Izumi Shibata-Wagner begleitete sie und meisterte am Flügel die Herausforderungen, Thomas Wagner moderierte.

Das Konzert war geprägt vom schweren Blech. Maximilian Wagner-Shibata stellte die Werke vor, die er im April bei einem Wettbewerb spielen wird. Die Zuhörer waren fasziniert: Welche Töne und Stimmungen aus einer Tuba gezaubert werden können, ist so eher selten zu erleben. Ungerührt lässt die Tuba niemand: Die tiefen Töne, wenn sie so kraftvoll und mit langem Atem gespielte werden wie von Maximilian Wagner-Shibata in Williams’ "Concerto for Tuba" oder in Schumanns "Adagio et Allegro", vibrieren auch im Brustkorb der Zuhörer. Leichte und ausgesprochen zarte Töne stellte er als Solist in der "Fantasy for Tuba" von Malcolm Arnold vor.

Im ersten Teil des Konzerts hatten sich die Musiker einzeln zur Klavierbegleitung vorgestellt, Haruka Omori mit strahlend klaren Trompetentönen und Anton Wagner-Shibata mit einer erstaunlichen Vielfalt von Klängen der Posaune. Den zweiten Teil des Konzerts begann die Blechbläser im Dreieck, mit der "Fanfare for St. Edmundsbury" von Benjamin Britten. Die Einzelstimmen verbanden sich aus den drei Ecken des Saales zu einer jubelnden Fanfare. Der Schluss begeisterte vollends: In der "Carmen Fantasie" von Pablo de Sarasate, die im Haus Wagner-Shibata einmal für Izumi zum Geburtstag auf die vorhandenen Instrumente umgeschrieben wurde, gab es ein musikalisches Feuerwerk zum Ende. Als Zugabe hatten die drei Blechbläser eine Kurzfassung der neunten Sinfonie von Beethoven dabei, mit sieben Minuten großartiger Spannung für die Zuhörer.