Zwei Antragsentwürfe, aber Priorität für Kiechlinsbergen

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Fr, 21. Juli 2017

Endingen

Endinger Gemeinderat beschäftigt sich mit Vorschlägen der Planer für die künftige Entwicklung im Bereich Bauen und Wohnen in der Gesamtstadt.

ENDINGEN (mw). Die Stadt Endingen strebt als Konsequenz aus dem mit den Bürgern erarbeiteten Gemeindeentwicklungskonzept vorrangig zwei Sanierungsgebiete an: In Kiechlinsbergen werden Ideen entwickelt, wie das Gewerbeareal zwischen Ohnestalweg und Oberbergener Straße für Wohnbebauung genutzt werden könnte. In der Kernstadt ist die Fortsetzung der Stadtsanierung im Südosten der Altstadt angedacht. Der Gemeinderat beauftragte das Büro Kommunale Stadterneuerung am Mittwoch damit, Anträge für beide Vorhaben auszuarbeiten. Die endgültige Entscheidung fällt dann im September im Gemeinderat.

Wie soll sich die Stadt Endingen in Zukunft entwickeln? Dieser Frage stellten sich zahlreiche Bürger aus der Gesamtstadt im Rahmen der groß angelegten Bürgerbeteiligung in Workshops. Aus den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung und einer Bestandsaufnahme von Baulücken, Leerständen und Gebäuden in schlechtem Zustand erarbeitete das Planungsbüro Fischer Ideen für die künftige Stadtentwicklung im Bereich Bauen und Wohnen. Sie wurden am Montag bei einer öffentlichen Sitzung der Ortschaftsräte aus Amoltern, Kiechlinsbergen und Königschaffhausen präsentiert (siehe BZ vom Mittwoch). Am Mittwoch beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem Thema.

Die Situation in Kiechlinsbergen und Endingen sei prädestiniert für städtebauliche Förderprogramme, betonte Rüdiger Kunst vom Büro Kommunale Stadtentwicklung. Der Vorteil: Die Stadt bekomme eine Gesamtbewilligung und könne die Mittel nach eigenen Prioritäten einsetzen. Allerdings sei auch die Stadt immer mit einem finanziellen Anteil dabei.

Die Sachlage in Amoltern und in Königschaffhausen eigne sich dagegen eher für die objektbezogene Förderung des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR). In Königschaffhausen skizzierte Planer Holger Fischer Ideen für die Bahnhofstraße nebst Park & Ride-Platz sowie für zusätzliche Bauplätze durch Nachverdichtung bestehender Baugebiete. Der Ort sei durch den künftigen Regionalplan in der Entwicklung stark eingeschränkt.

Da zwei Anträge gleichzeitig nicht bewilligt werden und in der Kernstadt die Stadtsanierung noch bis 2019 läuft, folgte der Gemeinderat dem Vorschlag der Planer, die Priorität auf Kiechlinsbergen zu legen. Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz zeigte sich zuversichtlich, dass die dort ansässigen Firmen die planerischen Überlegungen als Chance für die eigene Entwicklung sehen werden. Auf nachdrücklichen Wunsch aller Fraktionen soll geprüft werden, ob die Sanierung des Ortschaftsamts trotz räumlicher Distanz einbezogen werden könnte. Gelinge das nicht, müsse man das Vorhaben eben notfalls ohne Zuschüsse angehen.