Engagierte Stadt zeigt ihr Gesicht

Ingrid Böhm-Jacob

Von Ingrid Böhm-Jacob

Mi, 12. September 2018

Rheinfelden

Große Plattform wirbt um Freiwillige und Ausbau des Netzes.

RHEINFELDEN. Eine Woche im Zeichen bürgerschaftlichen Engagements zu bestreiten, stellt eine Herausforderung dar. Dass Profis aus dem Amt für Jugend, Familie, Senioren, das SAK (sozialer Arbeitskreis) und Ehrenamtliche das Programm stemmen, liefert den besten Beweis dafür, dass die Netzwerkarbeit "Engagierte Stadt" und der Freiwilligenagentur erfolgreich läuft. Die Woche "ist wertvoll für ganz Rheinfelden", freut sich Amtsleiterin Cornelia Rösner im Vorfeld auf neue Chancen, die sich eröffnen, um noch "mehr Lust auf Ehrenamt" zu machen.

Zum Start der Werbewoche am Freitagabend stellt die Stadt in einer Broschüre Freiwillige in sozialen Aufgaben mit ihrer vielfältigen Motivation vor. Es handelt sich um die "stillen Schaffer", die öffentlich nicht in Aktion treten. Wer Freude hat, sich gesellschaftlich einzubringen, motiviert auch andere mit seinem Beispiel, glauben die Projektbeteiligten mit Stefanie Franosz als Leiterin der Freiwilligenagentur. Für Cornelia Rösner ist es wichtig, mit den Angeboten und Informationen, die auch Ergebnisse aus der Planungswerkstatt sind, die im vergangen Herbst gestartet ist, noch mehr Ehrenamtliche zu gewinnen. Dabei zielt der Blick auf jüngere aber auch auf "künftige Senioren mit Zeit und Kraft" ab.

Dass Fortschritte zu verbuchen sind, führen die Macher bei der Stadt und dem SAK, das Träger im Förderprojekt "Engagierte Stadt" ist, auch auf professionelle Vernetzung und Schulungen zurück wie die Beteiligungswerkstatt mit Ehrenamtlichen und Arbeitsgruppen, die für das Projekt "Rheinfelden engagiert sich" Ideen und Zeit einbringen.

"Ich engagiere mich", ist ein Leitsatz

Bürger, die freiwillig für andere da sind, beflügeln die Macher zu immer neuen Aktionen. Rösner möchte mit zeitgemäßen Organisationsformen auch "die abholen, die aus der aktiven Berufsphase" bald ausscheiden. Auch die Unternehmen im lokalen Bündnis hat sie für das Thema "Ehrenamt" als "Seismografen" eingebunden. Strukturen, um erfolgreich weiterzukommen, befinden sich zum Teil noch im Aufbau. Für vielversprechend hält Rösner, wie "Füreinander-miteinander" sich entwickelt. 14 Freiwillige haben bereits Patenschaften für ältere Menschen übernommen, die dadurch in ihrer gewohnten Umgebung leben können.

Der Satz "Ich engagiere mich", steht unter der Reihe von 66 Schwarz-Weiß- Porträts, die mit einer Komikfunktion der Kamera etwas verfremdet wurden und bei der Kulturnacht, dem Spielplatzfest und im Jugendhaus entstanden. Diese Aufnahmen aus der Projektarbeit "engagierte Stadt" begleiten die Aktionswoche in einer Ausstellung. Große Fortschritte erkennt Stefanie Franosz in der Netzwerkarbeit und dass bis zu 50 Freiwillige aus der Planungswerkstatt dabei mitmachen. Das gilt gerade für den "Marktplatz des Ehrenamts" am Samstag, 22. September auf dem Oberrheinplatz. Gut 20 Vereine, Gruppen und Initiativen bieten von 10 bis 13 Uhr Aktion und Gespräch.

Vereine werden zur Wirkung des Netzwerks befragt

Wie viele Menschen sich in Rheinfelden bereits in kleinen Alltagsdingen einsetzen und damit, wie sich Rösner wünscht auch der Gesellschaft "etwas zurückgeben", darüber gibt es keine exakten Zahlen. Aber nach Einschätzung der Akteure in der Stadtverwaltung und beim SAK sind es viele. Allein für die Quartiersarbeit in Oberrheinfelden zählt Günther Schmidt mindestens 60, wenn es darum geht, gemeinsam eine Veranstaltung zu organisieren. Dass das Netzwerk immer weiter wächst, daran arbeiten alle Beteiligten deshalb mit Nachdruck. Eine Konkurrenzsituation entstehe dabei zu Vereinen nicht, heißt es. Die begreifen sich als Partner vor allem im Sozialen, so dass einer den anderen ergänze, meint Günther Schmidt. Die Vereine werden im Herbst im Projekt engagierte Stadt gezielt zur Wirkung der Netzwerkarbeit befragt. Dabei soll auch geklärt werden, wie Vereine die Engagementstruktur einschätzen und was ihrer Meinung nach noch fehlt.

In der Publikation "Grand Tour" des Förderprojektes mehrerer großen Stiftungen mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, macht Rheinfelden jedenfalls schon eine eindrucksvolle Figur wegen seiner Beteiligungsprojekte.

Woche des bürgerschaftlichen Engagements vom 14. bis 23. September. Eröffnung am Freitag, 14. September, 18 Uhr im Rathausfoyer mit Talkrunde und Ausstellungen.