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04. Dezember 2008

ENTER: Skorpione als neue kulinarische Erfahrung

13 Schüler der Klassenstufen 9 und 10 des Faust-Gymnasiums verbringen aufregende Tage bei ihren chinesischen Gastfamilien

  1. Die Staufener mit ihren chinesischen Austauschpartnern vor dem German-Center in Schanghai. Foto: Nico Pfefferle

  2. Nico Pfefferle Foto: privatr

STAUFEN. In der Rubrik "Enter" der Badischen Zeitung haben junge Autoren die Möglichkeit, mit ihrer Meinung, ihren Erlebnissen oder ihren Erfahrungen die Zeitung zu "entern". Heute schreibt Nico Pfefferle aus Staufen über den dritten Schüleraustausch des Faust-Gymnasiums mit China. 13 Schüler der Klassenstufen 9 und 10 erlebten spannende Tage. Begleitet wurden sie von den Lehrern Jürgen Eberbach, Wen Mao-Eberbach und Gudrun Winkelmüller-Völkers.

Als Erstes besuchten wir Schanghai. Nach einem fast zwölfstündigen Flug rasten wir mit dem Transrapid mit der unvorstellbaren Geschwindigkeit von 430 Stundenkilometern mitten ins Herz von Schanghai. Müde vom Jetlag erreichten wir die Shidong Highschool, unsere Partnerschule in Schanghai. Untergebracht wurden wir in Gastfamilien, die sehr gut für uns sorgten und uns so behandelten, als seien wir ihre zweiten Söhne.

Schon lange vor dem Abreisetermin haben die meisten von uns Kontakt mit den Familien per E-Mail oder auch per Telefon aufgenommen, so dass wir uns vorher schon kannten. An den Vormittagen waren wir in der Shidong-Schule; unsere Nachmittage verbrachten wir mit unseren Gastfamilien. Mit unseren Austauschpartnern haben wir uns hauptsächlich auf Englisch unterhalten. Die Eltern konnten meist nur Chinesisch sprechen. Sie waren immer hellauf begeistert, wenn wir versuchten, unsere chinesischen Sprachkenntnisse anzubringen. Wen Mao-Eberbach hatte uns sprachlich sehr gut auf unseren China-Aufenthalt vorbereitet, so dass uns das recht gut gelang.

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Mit viel Spaß und Geduld brachten uns die Eltern und unsere Austauschpartner weitere chinesische Wörter bei. Umgekehrt brachten wir vor allem unseren neuen Freunden deutsche Wörter bei. Dabei hatten wir viel Spaß miteinander. Abends gingen wir mit unseren Austauschpartnern dann in die Innenstadt von Schanghai. Besonders schön waren die vielen Leuchtreklamen, welche die großen Einkaufsstraßen in ein imposantes Lichtermeer tauchten.

Schanghai war für uns eine Stadt mit unvorstellbaren Dimensionen. Die belebten Straßen mit ihren Menschenmassen waren für viele von uns genauso eine neue Erfahrung wie der Genuss von Essen, das uns völlig fremd war.

Einige von uns waren sogar mutig genug, um zu probieren, wie Skorpione schmecken. Sie schmecken ein bisschen wie Hühnchen. Wenn wir dann abends in die kleinen Etagenwohnungen der Gastfamilien zurückkehrten, gingen wir, müde von den unzähligen neuen Eindrucken, geradewegs ins Bett.

Morgens hat sich die ganze Reisegruppe in der Schule getroffen. Während unsere Austauschpartner in den Unterricht gingen, lernten wir in Workshops etwas über die chinesische Kalligraphie, Musik und Malerei. Es wurde sogar Chinesischunterricht für uns arrangiert, den ein Lehrer der Shidong Highschool auf Englisch hielt.

Ein Highlight war der Besuch des German Centers in Schanghai. Das German Center berät und unterstützt vor allem deutsche Unternehmen bei der Gründung von Niederlassungen in der Volksrepublik China. Nach neun unvergesslichen Tagen hieß es dann Abschied nehmen. Der Himmel öffnete zum Abschied seine Pforten. Das Wetter passte zu unserer traurigen Stimmung; denn einigen von uns fiel der Abschied von unseren Austauschpartnern und deren Eltern schwer.

Danach ging es per Nachtzug nach Wuhan, zu unserer zweiten Partnerschule, einer Highschool. Der riesige Campus der Schule verfügt über ein Fußballstadion, eine Basketballhalle und sogar eine eigene Schwimmhalle. Auch in Wuhan waren wir für die vier Tage unseres Aufenthaltes in Gastfamilien untergebracht. Wie in Schanghai durften wir auch hier die chinesische Gastfreundschaft genießen. Wuhan ist nicht eine so große und moderne Weltstadt wie Schanghai, aber dennoch haben wir in den drei Tagen dort viele neue Eindrücke gewinnen können. Unsere Gastfamilien in Schanghai und Wuhan haben keine Kosten und Mühen gescheut, um uns unvergessliche Aufenthalte in China zu ermöglichen. Ein weiteres Mal haben wir es erlebt, wie viele Gemeinsamkeiten es zwischen chinesischen und deutschen Jugendlichen gibt.

In den letzten fünf Tagen unserer Reise besuchten wir noch Peking, die Hauptstadt Chinas, wo wir historische Sehenswürdigkeiten, wie etwa die Verbotene Stadt und den Himmelspalast, die Chinesische Mauer, die Ming-Gräber, aber auch neue Sehenswürdigkeiten, wie das große Olympiastadion, den großen Yaxue-Markt und das Hutong-Viertel bestaunen konnten.

Unser Austauschprogramm trägt mit Sicherheit zum Weltfrieden und zur Völkerverständigung bei. Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch unserer Austauschschüler. Bis zum Wiedersehen bleiben wir per E-Mail oder telefonisch in Verbindung mit unseren chinesischen Freunden.

Der Autor: Nico Pfefferle besucht das Faust-Gymnasium.

Autor: bz