02. Dezember 2008
ENTER: Zum Truthahn gab’s badischen Apfelkuchen
Thanksgiving ist in den USA ein großes Familienfest / Tags darauf ergeben sich die Amerikaner am "Black Friday" dem Kaufrausch
ETTENHEIM (BZ). Als Austauschschülerin in den USA erlebte Annika Allendorf in der vergangenen Woche Thanksgiving, den typisch amerikanischen Start in die Weihnachtszeit.
Wochenlang wurde hier in den USA über nichts anderes geredet: Thanksgiving. Für die Amerikaner scheint es der wichtigste Tag im Jahr zu sein. In meiner Gastfamilie haben wir Einkaufslisten für das große Essen am Festtag geschrieben und schließlich das Wochenende davor das Haus geputzt. Als dann endlich Donnerstagmorgen, 27. November, war und ich auch schon mit einem fröhlichen "Happy Thanksgiving" geweckt wurde, haben wir gemeinsam vor dem TV-Gerät mit der "Macy's Parade" aus New York gefrühstückt. Das ist eine riesige Parade, die jedes Jahr in New York mit Schulbands und Künstlern aus ganz Amerika gefeiert wird. Parallel dazu wurden in der Familie auch Weihnachtswunschlisten für den folgenden Freitag, den sogenannten "Black Friday", geschrieben, an dem mit den Weihnachtseinkäufen losgelegt wird.Als auch bei uns der traditionelle Truthahn im Ofen war, hat es im Haus so gut gerochen, dass wir es kaum erwarten konnten, bis die Verwandten zum Essen kamen. Um das Warten zu verschönern haben wir, wie es hier Tradition ist, den ersten Weihnachtsfilm "Miracle on 34th street" angeschaut. Dann waren die Verwandten da. Vor dem Thanksgiving-Essen haben wir ein Gebet gesprochen, mein Gast-Opa hat ein Dankesgebet gesprochen. Was Thanksgiving auf den Tisch kommt hat Tradition: ein ganzer Truthahn, Kartoffelbrei, Mais, süße Kartoffeln und zum Dessert Kürbispie. Ich habe dazu einen badischen Apfelkuchen gebacken, da meine Familie diesen Kuchen so sehr mag.
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In der darauf folgenden Nacht standen wird dann um zwei Uhr auf. Die meisten Amerikaner erledigen dann ihre Weihnachtseinkäufe, da es an diesem Tag die besten Schnäppchen des Jahres gibt – und der Verkauf beginnt schon mitten in der Nacht. Vor den Geschäften warteten tausende Menschen geduldig in Schlangen, obwohl es total kalt war. Viele meiner Freunde haben mir auch erzählt, dass sie an diesem Freitag den Weihnachtsbaum aufstellen wollten. Mit dem "schwarzen Freitag" begann für mich die Weihnachtszeit in den USA ziemlich verrückt. Ich bin schon total gespannt, was mich dann zum Weihnachtsfest hier erwartet. Seit diesem Freitag hört man aus dem Radio fast nur noch Weihnachtsmusik.
Die Autorin: Die 16-jährige Annika Allendorf aus Ettenheim macht gerade das 11. Schuljahr als Austauschschülerin an der North Royalton High School in Ohio/USA.
Autor: bz






