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03. August 2012 12:12 Uhr

Untersuchungen abgeschlossen

Entwarnung in Freiburg: Keine Blindgänger im Westen gefunden

Aufatmen im Freiburger Westen: Die Bombenexperten haben keinen Blindgänger auf den Baustellen gefunden. Am Sonntag muss die Umgebung der Berliner Allee daher nicht evakuiert werden.

  1. Die Evakuierung bleibt aus. Foto: Dominic Rock

Gleich an mehreren Stellen waren Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Untergrund vermutet worden, an einer war der Verdacht bis zuletzt stark: An der Kreuzung von Ensisheimer und Türkheimer Straße, wo das Team des baden-württembergischen Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Freitag gegraben hat. "Fehlanzeige", sagte Feuerwerker Klaus-Peter Olsson.

Die Experten waren morgens mit Laster, Bagger und Spezialgerät aus Stuttgart angerückt, nachdem datengestützte Sondierungen im Boden etwas angezeigt hatten, was ein Blindgänger hätte sein können. In etwa zwei Meter Tiefe förderten sie dann metallhaltigen Schutt und ein paar große Blechstücke zu Tage – keine alte Bombe. Bei Nachmessungen in dem Erdloch gegenüber des Eisstadions fanden sie keine weiteren Anzeichen.

In den Tagen zuvor waren drei andere verdächtige Punkte in der Nähe durch Grabungen und Sondierungen untersucht worden: Auch an der Kreuzung Berliner Allee und Lehener Straße, an der Kreuzung mit der Breisacher Straße sowie in der Ensisheimer Straße bestand bei Voruntersuchungen für Baustellen der Verdacht, dass sich im Erdreich im Krieg abgeworfene, aber nicht gezündete Bomben befinden. Mit den Untersuchungen hatte die Stadtverwaltung zum Teil eine Spezialfirma beauftragt. Auch sie konnte Entwarnung geben.

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Derzeit wird in der östlichen Ecke des Stadtteils Mooswald viel gebaut. Von der Türkheimerstraße verlegt Energieversorger Badenova eine Leitung: Die neuen "Westarkaden" an der Berliner Allee werden ans Fernwärmenetz angeschlossen. Südwestlich davon wird die Straße gerade fertigsaniert. Das Gebiet war in den 40er Jahren stark bombardiert worden, das eigentliche Ziel war die nahe Bahnlinie. Stehen Bautätigkeiten auf Verdachtsflächen an, wertet der Kampfmittelbeseitigungsdienst alte Luftbilder aus. Auf denen sind Bombentrichter und – viel kleiner – Einschläge zu sehen. Wo Blindgängerverdacht besteht, wird genauer nachgesehen. Wo keine Leitungen die Metalldetektoren im Erdreich stören, wird zunächst sondiert; erhärtet sich der Verdacht, graben die Fachleute.

Wären die Bombenexperten fündig geworden, hätte die Umgebung am Sonntag evakuiert werden müssen. Hätten sie gleich mehrere Blindgänger entschärfen müssen, wäre auf Anwohner, Polizei und Rettungsdienst nur eine Großaktion zugekommen. So können alle aufatmen.

Die letzte ist noch gar nicht lange her: Erst am 13. Juli hatte ein Baggerfahrer im Hof der Merianschule in Herdern eine Fliegerbombe auf der Schaufel. Davor waren Gleisbauarbeiter im November am Hauptbahnhof auf noch scharfe Reste einer Sprengbombe gestoßen. An der Berliner Allee waren zuletzt im Februar 2011 Bauarbeiter beim Baggern für das Fraunhofer ISE-Institut auf eine Fünf-Zentner-Bombe gestoßen. 1200 Anwohner mussten sich während der Entschärfung vorübergehend in Sicherheit bringen. Anderthalb Jahre zuvor war nicht weit davon, an der Breisacher Straße, Freiburgs bislang größter Blindgänger entdeckt worden: Für die Entschärfung des Zehn-Zentner-Kaventsmanns auf der Baustelle des Hotels Stadt Freiburg mussten knapp 1000 Menschen evakuiert werden.

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Autor: Simone Höhl