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20. Juni 2012

Erfolg beim Bundeswettbewerb

Auszeichnung für musizierende Schüler: Josua Rinklin (Horn), Marie Lorenz (Klavier), Viktoria Dinkelacker (Saxofon).

  1. Josua Rinklin (15), erfolgreicher Hornist aus Winden. Erfolgreiches Duo: Marie Lorenz (Keyboard) und Viktoria Dinkelacker (Sopransaxofon), beide zwölf Jahre, aus Waldkirch. Foto: Eberhard Weiss

  2. Foto: Eberhard Weiß

WALDKIRCH/WINDEN. Drei junge musizierende Schüler aus dem Elztal glänzten beim bundesdeutschen Wettbewerb mit herausragenden Leistungen. Auf verschiedenen Wegen kamen sie zu ihren Lieblingsinstrumenten.

"Eigentlich wollte ich Schlagzeuger werden", sagte Josua Rinklin. "Ich war so etwa sechs Jahre alt, als ich beim ,Tag der offenen Tür’ in der Waldkircher Musikschule umschwenkte. Weshalb? Wahrscheinlich fand ich keinen Kontakt zur Lehrerin. Und so lernte ich Horn." Und das bis zum heutigen Tage bei seinem Vater Stephan, Berufsmusiker, Lehrer an verschiedenen Musikschulen und Dirigent hervorragender Blasorchester.

Was er zuhause lernte, konnte er in den Wettbewerben zeigen. Beim Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" errang er, wie auch beim folgenden Landeswettbewerb, jeweils Platz eins. Das brachte ihm auch eine Offerte zum Probespiel im sinfonischen Jugendblasorchester in Trossingen ein. Josua übt jeden Tag mindestens eine Stunde. Natürlich habe er manchmal nicht so viel Lust. "Aber wenn es auf einen Wettbewerb zugeht, wird die Motivation wieder größer." Das war auch der Fall nach der Einladung zum "Bundeswettbewerb Jugend musiziert". Die Anforderungen waren hoch. Neben dem dritten Satz aus einer Sonate von Joseph Rheinberger war der zweite Satz aus dem Hornkonzert Nummer vier von Wolfgang Amadeus Mozart und der erste Satz einer Sonate von Paul Hindemith vorzutragen. Das Prädikat "mit sehr gutem Erfolg teilgenommen" war der Lohn für die Mühe.

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Dabei mag Josua klassische Musik nicht unbedingt. Filmmusik und sinfonische Blasmusik, moderne Musik, die aktuellen Musikcharts sind ihm lieber. Natürlich musiziert er gern in seiner Freizeit, mag aber auch Badminton und Treffen mit seinen "Kollegen". Und nicht zu vergessen: Der 15-jährige Neuntklässler hat noch ein Jahr in der Elzacher Realschule, wo es ihm gefällt. Neben Musik sind Sport und Englisch seine Lieblingsfächer, auch Geografie. Neben dem Skifahren stehen Reisen ganz vorne. Aber bevor er mit seinen Eltern in den Ferien eine große Reise nach Asien antreten kann, wartet noch eine Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik bei Prof. Peter Arnold auf ihn. Er ist zuversichtlich, die Prüfung zu bestehen und als "Vorstudent" aufgenommen zu werden.

Zwölf Jahre und musikalisch schon ganz weit vorne

Bei Katrin Teschke, der Lehrerin für Saxofon und Klavier an der Waldkircher Musikschule, haben sie sich kennen gelernt: Viktoria Dinkelacker und Marie Lorenz. "Seit vier Jahren begleite ich sie, die Saxofonspielerin Viktoria" sagt Marie, deren Hauptinstrument das Klavier ist. Den Regional- und den Landeswettbewerb "Jugend musiziert" haben sie zusammen mit höchsten Bewertungen gewonnen. Und beim Bundeswettbewerb erhielten sie den zweiten Preis, die zweithöchste Bewertung. Als Gewinnerin des Landeswettbewerbes war die "Weiterleitung" zum Bundeswettbewerb für Viktoria kein Problem, allerdings für Marie. Das lag ja nicht an der Bewertung, hatte sie doch die höchste Punktzahl erreicht, sondern an ihrem jugendlichen "Alter". Sie zählen zwar beide zwölf Jahre, aber Viktoria liegt gerade über der Zulassungsgrenze und Marie knapp darunter. Dem Antrag auf Zulassung wurde stattgegeben und Viktoria hatte ihre "Begleiterin" beim Bundeswettbewerb dabei.

Zwei Jahre lernten sie bei Katrin Teschke gemeinsam Klavier. Durch die "Bläserklasse" wurde Viktoria auf Blasinstrumente aufmerksam. Und sie probierte. "Querflöte ging gar nicht", sagt sie, "auch Klarinette nicht, aber Saxofon. Altsaxofon war zu groß, aber Sopransaxofon passte. Das ist mein Instrument". Und so wechselte sie im Unterricht bei Katrin Teschke von Klavier eben zu Saxofon. Und manchmal legen sie ihre Stunden zum gemeinsamen Musizieren zusammen.

"Ich hoffe, im kommenden Schuljahr in den Musikzug zu kommen", sagt Viktoria, die das Freiburger St.-Ursula-Gymnasium besucht. Sie spielt in der Big-Band des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und mit den Saxkids, sogar beim Zelt-Musik-Festival. Und sie macht alles gern, was mit Musik zu tun hat: Tanzen und Singen, wobei sie sich selbst am Klavier begleitet. Filmmusik macht ihr Spaß, "Musicals und solche Sachen".

Auch Marie, die die 7. Klasse des Geschwister-Scholl-Gymnasiums besucht, spielt bei den Saxkids, mit dem Keyboard. Bei den Musikschulkonzerten ist sie auch dabei. In der Schule zählen Kunst und Französisch, aber auch Englisch und sogar Mathematik zu ihren Lieblingsfächern. Lesen zählt zu ihren Freizeitbeschäftigungen, aber auch Turnen beim SV Waldkirch.

"Sollen wir richtig spielen?" fragen die beiden den Fotografen beim Pressetermin. Ein kurzes Kopfnicken und dann legen sie los. Ein schweres Stück aus dem Bundeswettbewerb. Ohne Noten, ohne Fehler. Ein Erlebnis.

Autor: Eberhard Weiß