Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

27. September 2009 18:45 Uhr

Wahlkreis 281

Erler holt viertes Direktmandat, CDU gewinnt bei Zweitstimmen, Grüne in Freiburg-Stadt

Die Stimmen sind gezählt, die wichtigsten Ergebnisse klar: Gernot Erler hat das Direktmandat im Wahlkreis 281 verteidigt. Die CDU holt die meisten Zweitstimmen. Die Grünen sind führend in Freiburg-Stadt.

  1. Gernot Erler von der SPD zieht erneut direkt in den Bundestag ein. Foto: Thomas Kunz

Gernot Erler hat zwar das Direktmandat in Freiburg geholt - doch zum Feiern ist ihm nicht so recht zu Mute angesichts des schlechten Abschneidens der SPD bundesweit. "Das ist kein Abend zum Jubeln", stellt Erler klar. "Am liebsten würde ich da nur dem SC Freiburg zu seinem 3:0-Sieg beglückwünschen. Mehr auch nicht."

Andreae: Richtige Strategie

Glückwünsche erhielt Erler von Kerstin Andreae, Spitzenkandidatin der Grünen. "Ich freue mich sehr, dass Gernot Erler das Direktmandat geholt hat." Dass sie im Gegensatz zu den vergangenen Wahlen nicht für Gernot Erler geworben hat, sondern im Kampf um die Erststimme den Alleingang wagte, bereue sie nicht. "Die Strategie der Grünen war goldrichtig."

Sander: "Supererfolg"

Daniel Sander blickt mit einem leichten Lächeln auf das Freiburger Ergebnis der CDU. "Natürlich hätte ich gerne den Wahlkreis gewonnen. Aber ich bin sehr zufrieden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen." Sascha Fiek von der FDP holte acht Prozent der Erststimmen. Stimmen, die Sander fehlten, um sich gegen Gernot Erler durchsetzen zu können. Wäre eine Wahlempfehlung von Seiten der FDP nicht wünschenswert gewesen? "Da müssen Sie die FDP fragen. Ich hätte gerne die Stimmen von Sascha Fiek gehabt, dann hätte es gereicht. Aber so ist nun einmal der Wählerwille."

Werbung


Freude beim Junior

Kurz nach 21 Uhr ist Andreae dann bei ihrer Partei im Gasthaus Waldsee. "Ich bin überhaupt nicht enttäuscht", sagt sie über ihr persönliches Ergebnis. "Wir haben das Ergebnis vom vergangenen Mal immerhin verdoppelt. 2013 wird es auf jeden Fall klappen." Da gibt es dann Jubel bei einer Wahlparty. Ansonsten ist die Stimmung wegen des Regierungswechsels in Berlin eher gedämpft . Richtig freut sich wohl nur einer: Kerstin Andreaes Sohn Mauritz. Er stürmt auf die Bühne und lässt die Grünen wissen: "Endlich ist der Wahlkampf vorbei. Jetzt hat Mama wieder mehr Zeit für mich."

Piraten entern grüne Hochburgen

Während die CDU im gesamten Wahlkreis 281 die meisten Zweitstimmen holt, sind die Grünen in Freiburg-Stadt stärkste Partei. Maria Viethen, Fraktionsvorsitzend der Grünen im Gemeinderat, freut sich: "Bei den Zweitstimmen sind wir in Freiburg-Stadt die stärkste Partei, das gab’s noch nie bei einer Bundestagswahl und das ist doch klasse!"

Allerdings hat die Partei von Oberbürgermeister Dieter Salomon in Freiburg-Stadt ein Minus von 0,8 Prozent hinnehmen müssen. Die Verluste führt Salomon auf die erstmals angetretene Piratenpartei zurück. In Freiburg-Stadt erreichen die Newcomer über 2 Prozent, in grünen Hochburgen kommen die Piraten sogar auf 4,4 Prozent.

DAS ENDERGEBNIS FÜR FREIBURG UND UMLAND

Erststimmen

Vorläufiges Endergebnis für den Wahlkreis 281:
Gernot Erler (SPD): 33,0 Prozent
Daniel Sander (CDU): 28,8
Kerstin Andreae (Grüne): 21,8
Sascha Fiek (FDP): 8,2
Uta Spöri (Die Linke): 6,2

Die Wahlbeteiligung lag bei 74,9 Prozent

Link: Endergebnis mit allen Kandidaten
Vergleich: Endergebnis Erststimmen 2005

Zweitstimmen
Vorläufiges Endergebnis für den Wahlkreis 281:
CDU 27,1
Grüne 22,8
SPD 21,0
FDP 14,1
Linke 8,9
Piraten 2,8

Die Wahlbeteiligung lag bei 74,9 Prozent.

Link: Endergebnis inklusive der kleinen Parteien
Vergleich: Endergebnis Zweitstimmen 2005

Stimmungsbild: Entsetzen bei der SWR-Wahlparty über die SPD
Fotos: Wahlparty beim SWR in Freiburg

Autor: Uwe Mauch, Alex Sillgitt, Heike Spannagel, Peter Disch