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20. Juli 2012

Erlösung um Mitternacht

Die Hauptversammlung der Sportfreunde Winden fand lange keinen neuen Vorsitzenden.

  1. Das ist der neue, verjüngte Vorstand der Sportfreunde Winden: Dominik Seng, Udo Rosenkranz, Johannes Schindler (Vorsitzender), Franziska Schätzle, Christian Schnell, Mark Resch, Mario Hog und Melanie Burger (von links). Foto: Elfriede Mosmann

WINDEN. Johannes Schindler ist jetzt Vorsitzender der Sportfreunde Winden. Als Spielausschussvorsitzender bleibt Christian Schnell dem Vereinsvorstand erhalten. Mit neuem Trainer und fünf Neuzugängen aus der A-Jugend spielen die Sportfreunde nach dem Abstieg aus der Bezirksliga nun in der Saison 2012/13 in der Kreisklasse A. Die Neuorganisation der Vereinsführung wurde in der Hauptversammlung angenommen. Heftig diskutiert wurde die Verwirklichung eines Kunstrasenplatzes.

Die Überraschung kam kurz vor Zwölf: Die ergebnislose Suche nach einem neuen Vorsitzenden war abgehakt, das Damoklesschwert einer Wiederholung hing über der Versammlung, alle anderen Posten waren besetzt. Da steht Johannes Schindler vom Platz auf: "Ich moch’s!..." – Pause – "...wenn der Mark (Resch) Zweiter mocht’". Der zögerte eine Weile, nickte, und das Clubheim bebte fast: Steine fielen von den Herzen und die Hände schossen in die Höhe bei der Neuauflage der Wahl. Bald stand eine junge Vorstandschaft, und das war Artur Volk – seit 50 Jahren Mitglied – einen Freitrunk wert.

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Es geht nicht weiter wie bisher im Vorstand: Eine Neuorganisation war erarbeitet und angenommen worden. Sportlich heißt es, sich in der Kreisklasse A neu zu positionieren. Mangels Spieler ist keine dritte Mannschaft mehr gemeldet. Die Finanzierung vom Kunstrasenplatz ist für das neue Führungsteam eine Riesenaufgabe. Bei Kosten von 280 000 Euro klafft nach Abzug der in Aussicht gestellten Zuschüsse eine Lücke von 70 000 Euro.

Es war nicht gerade ein erfolgreiches Jahr, auf das Noch-Vorsitzender Christian Schnell zurückblickte: "Der Abstieg in die Kreisklasse wegen zwei fehlenden Punkten" war auch Unstimmigkeiten innerhalb der Mannschaft und einem Trainerwechsel geschuldet. "Einige Stammspieler gingen, aber jetzt sind junge motivierte aus der A-Jugend dabei, alle kommen zum Training, der Wille ist da". Das freut Christian Schnell, der einige Aktivitäten aufzählte und bemerkte: "Wir haben viel leisten müssen".

Die Versammlung gedachte des im vergangenen Jahr verstorbenen Erich Weber, der sein Leben lang in jeder Hinsicht aktiv im Fußball tätig war. Hauptaufgabe war laut Schriftführerin Melanie Burger die Neugliederung der Vorstandschaft. Nach Gründung eines Festausschusses hätten Einsatz-und Hilfsbereitschaft zu wünschen übrig gelassen. Spielerabgänge wurden beklagt und als neuer Trainer Nino D’Ambrosio verpflichtet. Ein Familienbeitrag wurde beschlossen und die Kunstrasenfinanzierung beraten. Laut Hauptkassiererin Yvette Pilling wurden die Konten "ins Plus gedreht". Auf dem Kunstrasenkonto stehen 14 212 Euro.

Für Bürgermeister Clemens Bieniger war es unbefriedigend, dass die Mitgliedsbeiträge noch nicht kassiert sind. Die Jugend hat 130 Mitglieder, Erwachsene sind es 270, davon 60 aktive. Kassenprüfer Bernd Weiß fielen die hohen Stromkosten auf, sonst war die Kasse gut geführt. Bieniger dankte Christian Schnell, der bei vielen Aktionen immer als Erster zur Stelle gewesen sei. "Das Hobby Fußball braucht Infrastruktur, da sind alle Mitglieder gefordert", sagte der Bürgermeister: "Mit einem bescheidenen Beitrag könnt ihr eurem Hobby frönen", daher die Bitte an alle, den Verein zu unterstützen, "nicht nur beim Spielbetrieb, auch außerhalb". Mit großem Dank verabschiedete Johannes Schindler Christian Schnell, der seit 2001 stellvertretender und seit 2008 Vorsitzender war. Als Spielausschussvorsitzender der Ersten will er weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Satzungsänderung, die eine Neuorganisation der Vereinsführung beinhaltet, löste eine lebhafte Debatte aus. Trotz mehrerer Einwände wurde sie mit großer Mehrheit angenommen.

Nächstes heißes Eisen war der Kunstrasenplatz. Die Blicke richteten sich auf den Bürgermeister – von der Gemeinde erwartet man einen höheren Zuschuss. Hubert Dufner legte sich dafür scharf ins Zeug, während Bernd Weiß heftig agierend die Dringlichkeit anmahnte und Beifall erntete. Christian Schnell warf einen Blick auf die Finanzierung, die Gemeinde hat 40 000 Euro zugesagt, nach Berücksichtigung der zu erwartenden Zuschüsse sind noch 70 000 Euro offen.

Neuer Vorstand: So setzt sich die neue Vorstandschaft zusammen: Vorsitzender Johannes Schindler, Stellvertreter Mark Resch, Hauptkassiererin Franziska Schätzle, zweiter Kassierer Berthold Wehrle, Schriftführerin Melanie Burger, Spielausschussvorsitzender Christian Schnell, Beisitzer Udo Rosenkranz und Dominik Seng. (Ein Bericht über die Ehrungen folgt.)

Autor: Elfriede Mosmann


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