Renovierung

Erneuerte Skulpturen an der Giersbergkapelle

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Mo, 10. September 2018 um 17:33 Uhr

Kirchzarten

Mit einem Aufwand von 170 000 Euro sind an der 1738 geweihten Marienwallfahrtskapelle auf dem Giersberg dringende Renovierungsarbeiten abgeschlossen worden.

Die Renovierungen beziehen sich im Wesentlichen auf den Dachreiter, die Fassade und die in die Fassade eingelassenen drei Außenfiguren aus der Werkstatt des berühmten Bildhauers und Holzschnitzers Matthias Faller aus dem 18. Jahrhundert.

Bei den Skulpturen handelt es sich allerdings um Zementabgüsse der Originale aus Holz, die schon in den 50er-Jahren vor dem Zerfall gerettet werden mussten und heute restauriert im Gemeindehaus in Kirchzarten stehen. Die Fertigstellung der Arbeiten fiel mit dem Patrozinium der Kapelle am 8. September, dem Datum von Mariä Geburt, zusammen. Im Festgottesdienst am Sonntag im Freien vor der Kapelle wies Pfarrer Werner Mühlherr auf die deutlich höher als geplant ausgefallenen Kosten der Renovierung hin. Die Repliken der Fassadenfiguren seien überhaupt nur durch das besondere finanzielle Vermächtnis der 2017 verstorbenen Kirchzartener Bürgerin Ingeborg Hahn möglich geworden. Die Gönnerin, obwohl evangelischen Glaubens, sei oft zur kontemplativen Sammlung und zum Gebet auf den Giersberg gekommen und habe vor ihrem Tod der damals noch existierenden Interessengemeinschaft Giersberg unter dem Vorsitz von Johanna Pölzl 20 000 Euro zur Pflege der Giersbergkapelle hinterlassen. Die IG Giersberg befindet sich derzeit in der Liquidation und die Übergabe des Spendenbetrags an die Seelsorgeeinheit Dreisamtal wird eine der letzten Handlungen Johanna Pölzls in ihrer ehemaligen Funktion sein.

Eigentlich sollten die drei neu gegossenen Figuren – die beiden Eremiten Antonius vom Niederrhein und Paulus von Theben sowie die über allem stehende Maria Immaculata – als einer der Höhepunkte des Patroziniums der Öffentlichkeit präsentiert werden. Allerdings war es wohl nicht möglich, das mächtige Gerüst um die Giersbergkapelle rechtzeitig zu entfernen, so dass die zahlreichen Besucher des feierlichen Festgottesdienstes die Figuren nur unzulänglich und mit einigen Verrenkungen bewundern konnten und jene auch nur durch das Erklimmen des Gerüsts fotografiert werden konnten.

Der Legende nach hat ein Hirtenjunge des Schweizermelcherhofes aus Burg-Höfen beim Vieh hüten am Brigittiwald um 1700 unerklärte Stimmen vernommen. Gemeinsam mit anderen Gläubigen ging er dem Gesang nach und fand in der Öffnung des Stammes einer Föhre eine kleine Statue der Gottesmutter Maria. 1707 bis 1709 wurde daraufhin eine Holzkapelle erbaut, die 1737 durch eine barocke Wallfahrtskirche ersetzt wurde.