Ernste Geschichte mit Witz umgesetzt

Regine Ounas-Kräusel

Von Regine Ounas-Kräusel

Sa, 03. November 2018

Weil am Rhein

70 Jugendliche setzen die uralte biblische Geschichte von Abraham und Isaak peppig und modern in Szene.

WEIL AM RHEIN-HALTINGEN (ouk). Uralte biblische Geschichten peppig, modern und mitreißend aufgeführt – dafür stehen die Adonia-Musicals. Am Donnerstag standen 70 Jugendliche in der Festhalle Haltingen auf der Bühne und spielten, tanzten und sangen mit großer Begeisterung das Musical "Isaak – so sehr geliebt".

Die Handlung dreht sich um den biblischen Stammvater Abraham und seinen Sohn Isaak. Sie brechen auf ins Land Morija. Gott hat Abraham verheißen, dass er ihm und seiner Sippe, die große Viehherden besitzt, das ganze Land geben wird. Der kleine Isaak freut sich auf ein Abenteuer. Abraham erwartet eine schwere Prüfung. Gott will, dass Abraham ihm anstelle eines Lamms Isaak zum Opfer bringt.

Mit dem Lied "Wenn du willst" beginnt das Musical. Rhythmisch und voll Energie, von einer Band mit sattem Beat begleitet, singt der Chor das Lied. Sechs junge Frauen tanzen dazu im bunten Scheinwerferlicht. Der Text ist ein Angebot Gottes, die Menschen im Leben zu begleiten.

Die Adonia-Musicals haben einen christlichen Hintergrund. Der Verein Adonia Deutschland organisiert jedes Jahr Musicalcamps für Kinder und Jugendliche. Innerhalb nur einer Woche üben sie ein Musical ein und führen es dann an vier Orten vor. Nur die Liedtexte lernen sie vorher mit einer CD.

Im Jahr 2018 machten fast 4000 Kinder und Jugendliche bei einem Musical mit, ein kleines professionelles Team und hunderte von Ehrenamtlichen wirkten dabei mit. Eines der ersten Adonia-Musicals fand im Jahr 2001 auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde in Haltingen statt. Am Donnerstag hieß Pfarrerin Renate Krüger zum elften Mal eine Adonia-Truppe willkommen. Die Haltinger Kirchengemeinde hatte auch diesmal Verpflegung und Privatquartiere organisiert.

Die jungen Darsteller setzten die dramatische Vater-Sohn-Geschichte mit Energie, Begeisterung und witzigen Einfällen in Szene. Abraham und Isaak brechen mit einem Fahrrad zu ihrer Reise auf. Nichts ahnend schläft Isaak abends im aufblasbaren Campingbett ein, während sein Vater unterm Sternenhimmel Gott anfleht, den Jungen zu verschonen.

Der 13-jährige Gideon Lutz spielte den Isaak als offenen, neugierigen Jungen. Aaron Scheffel, 18, schwankte in der Rolle Abrahams zwischen ruhigem Gottvertrauen, sich aufbäumender und leiser Verzweiflung. Viele lebhafte Szenen bereichern das Musical, denn Abraham erzählt seinem Sohn auf der Reise die Geschichte seiner Familie. Da tuscheln die Frauen beim Wäscheaufhängen, weil Abraham und Sara so lange keine Kinder bekommen. Da streiten Verwandte zum stampfenden Beat der Band um Weideland. Die Adonia-Band begleitete Chor, Gesangssolisten und Schauspieler mit sicheren Rhythmen, schönen Harmonien und Soli von Saxophon und Geige. In besonders stimmungsvollen Momenten schwenkten die zahlreichen Fans in der restlos gefüllten Halle ihre Handys.

Als Gott in der Geschichte schließlich doch Erbarmen hat und dem Abraham ein Opferlamm schickt, fliegen Vater und Sohn sich in die Arme, Mutter Sara stürmt glücklich herbei. Im Musicalchor leuchtete ein Herz aus winzigen Lämpchen auf.