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30. Juni 2012

Erwünscht: Konzept für Parkraum

Der Gemeinderat soll in seiner Juli-Sitzung Mittel zur generellen Analyse des Autoverkehrs in der Stadt bewilligen.

  1. Die Offenburger haben’s schon, Lahr möchte es jetzt ebenfalls zur Lenkung der Verkehrsströme installieren: ein digitales Parkleitsystem. Foto: ARCHIV: HELMUT SELLER

LAHR. Das Thema innenstadtnahe Parkplätze ist mit dem Kino und der Kita am Urteilsplatz auf der Agenda weit nach oben gerutscht. Bürgermeister Guido Schöneboom bestätigte auf Nachfrage Informationen der Badischen Zeitung, denen zufolge der Haupt- und Personalausschuss am Montag in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig die Erstellung eines generellen Parkraumkonzepts für Lahr befürwortet hat. Noch vor der Sommerpause soll der Gemeinderat das Vorhaben beschließen und dafür rund 50 000 Euro zur Verfügung stellen.

Die CDU-Fraktion hatte mit einem Antrag im Februar 2012 den Stein ins Rollen gebracht. Einstimmig hatte der Gemeinderat damals die Verwaltung beauftragt, möglichst zeitnah die Installation eines Parkleitsystems für die Innenstadt zu prüfen und die dabei anfallenden Kosten zu ermitteln. Ein solches System, so die CDU, führe den Besucher bereits auf den Zufahrtsstraßen direkt zum Parkraum und informiere ihn über den Standort und die Belegung der jeweiligen Parkhäuser. Dadurch könnte auch der belastende Park-Such-Verkehr deutlich reduziert werden, hieß es in dem Antrag. Als Hintergrund führte Ilona Rompel damals aus, dass die Cityparkhäuser, insbesondere die Tiefgarage Stadtmitte in der Alleestraße, derzeit kaum angenommen werden. Belegungszahlen von sieben bis acht Prozent sprächen für sich. Sollten sich die anvisierten Besucherzahlen im Kino am Urteilsplatz realisieren lassen, werde sich das tägliche Verkehrsaufkommen im Zeitraum von 16 bis 21 Uhr um etwa 200 bis 300 Pkws erhöhen.

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2001 war das Thema Parkleitsystem schon einmal Gegenstand der Diskussion im Gemeinderat gewesen – und damals aus Kostengründen verworfen worden. Spätestens mit Kino und Kindertagesstätte ist jetzt aber eine neue Situation gegeben, sind alle Akteure, darunter auch die Werbegemeinschaft überzeugt. Die Verwaltung will mit dem generellen Parkraumkonzept jetzt durch ein externes Fachbüro gleich mehrere Fragen klären lassen. Neben den leidigen Kosten soll das Büro untersuchen, ob eine Umsetzung der Vorhaben auch in Einzelschritten möglich ist. Ganz grundsätzlich geht es dabei auch um eine Bewertung der Parksituation: Hat Lahr genügend öffentlichen Parkraum in der Innenstadt? Falls ja, warum wird er nicht angenommen? Falls nein, wo ist möglicherweise zusätzlicher Parkraum bereitzustellen? Kann an der Gestaltung der Parkgebühren gedreht werden? Sind möglicherweise die Tiefgaragen zu wenig attraktiv? Lösen sie insbesondere bei Frauen Ängste aus? Auch den Mitgliedern des Ausschusses war klar, dass sich diese komplexen Fragestellungen nicht von Mitarbeitern der Verwaltung bearbeiten lassen. Nötig sei der unabhängige Blick von außen.

Schöneboom zeigte sich auch angesichts der öffentlichen Diskussion in jüngster Zeit gegenüber der BZ überzeugt, dass die Arbeit an diesem Konzept entscheidende Impulse für den öffentlichen Parkraum geben wird. Für die Einführung eines digitalen Parkleitsystems könnten womöglich auch Fördermittel aus dem Topf des Regierungspräsidiums beantragt werden. Nach dem so genannten Entflechtungsgesetz können bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten bezuschusst werden. Allerdings wäre eine Aufnahme in die Warteliste frühestens 2014 möglich.

Autor: Manfred Dürbeck


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