Bistum Freiburg

Erzbischof Burger räumt beim Missbrauch "Versagen der Kirche" ein

Florian Kech

Von Florian Kech

So, 23. September 2018 um 12:57 Uhr

Freiburg

Erstmals öffentlich hat sich Freiburgs Erzbischof zur Missbrauchsstudie geäußert. Die Kirche stehe bei den Betroffenen in der Schuld, sagte Burger am Caritas-Sonntag im Münster.

Offiziell soll die bundesweite Studie zum Missbrauch innerhalb der Katholischen Kirche erst am kommenden Dienstag vorgestellt werden. Aber seitdem einzelne Ergebnisse vorab durchsickerten, schlägt sie bereits hohe Wellen. Während der Messe zur Eröffnung der Caritas-Sammlung im Freiburger Münster hat sich auch Erzbischof Stephan Burger zum ersten Mal öffentlich zur Studie geäußert: "Die Kirche steht gegenüber den Betroffenen in einer Schuld, die sie nicht leugnen, die sich nicht abschütteln, ja, die sie nur dann aufarbeiten kann, wenn die Betroffenen, die durch diese Taten verletzt, gedemütigt und zerbrochen wurden, dies auch wollen."

Durch den Missbrauch ist Vertrauen in die Kirche zerstört worden

Burger räumte ein, dass die Kirche "versagt" habe, "Verantwortliche wie Täter". Durch den Missbrauch, den die Studie über Jahrzehnte hinweg deutschlandweit dokumentierte, werde nachhaltig Vertrauen in die gesamte Einrichtung zerstört. Burger zeigte Verständnis für Wut und Enttäuschung: "Das, was hier angerichtet wurde, kann letztlich nicht wieder gut gemacht werden."

Welche Konsequenzen zieht das Erzbistum?

Für den kommenden Freitag hat das Erzbistum zu einer Pressekonferenz eingeladen. Dort sollen unter anderem die Konsequenzen vorgestellt werden, die man aus den neuen Erkenntnisse über den Missbrauch ziehen will. Zuvor wird Burger gemeinsam mit den deutschen Bischöfen bei der Herbst-Vollversammlung in Fulda sich mit der Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" auseinandersetzen.