Es gibt immer weniger Fachkräfte

Rolf Reissmann

Von Rolf Reissmann

Do, 17. Oktober 2013

Grenzach-Wyhlen

Mittelstandbeauftragter der Landesregierung zu Besuch bei Hortus Gärten und Schwimmteiche.

GRENZACH-WYHLEN. An diesem herrlichen Herbsttag sprang doch tatsächlich noch ein Frosch ins Wasser, als Dagmar und Martin Bahnert ihre Gäste an den Schwimmteich führten. Gekommen war Peter Hofelich, Mittelstandsbeauftragter der Landesregierung Baden-Württemberg. Anlass für seinen Besuch war eine Ehrung, die die Firma Hortus Gärten und Schwimmteiche im vergangenen Jahr bekam: die Auszeichnung als "Dienstleister des Jahres 2012" in der Sparte Kundenfreundlichkeit.

Seit 1995 betreibt das Ehepaar Bahnert das Geschäft, heute arbeiten neun Beschäftigte mit. Auch das Geschäftsfeld wuchs, neben dem Schwimmteichbau gehört inzwischen auch der landschaftsgestaltende Gartenbau dazu. Bei der Auszeichnung im Vorjahr hob Wirtschaftsminister Nils Schmid die Komplexität der Dienstleistung der Firma Hortus hervor. So biete sie, was auf diesem Sektor noch nicht so stark verbreitet sei, gewissermaßen ein Rundum-sorglos-Paket an.

Oft seien es Kleinigkeiten, mit denen Mittelständler den Zuspruch der Kunden erwerben. Wer sich für einen Schwimmteich im Garten interessiere, dürfe selbstverständlich in der Firma Probe baden, meinte Dagmar Bahnert. Peter Hofelich wies auch darauf hin, dass sich die Firma durch die Ökologie ihrer Bauwerke auszeichne. Mehr als eine nette Geste sei es, dass ich Hortus bei Baubeginn darum bemühe, keine Konflikte mit Nachbarn aufkommen zu lassen, indem sie an die Türen der Grundstücke Hinweise anbringe, dass es durch Transport und Bau zu Unannehmlichkeiten kommen könnte.

Beim Rundgang durch die Firma sagte Bahnert, dass hauptsächlich Rohstoffe und Materialien aus der Region eingesetzt würden. Um aus der großen Materialvielfalt für den Kunden das Richtige zu entwerfen, sei viel Fachkenntnis erforderlich, meinte Hofelich. Deshalb beziehe das Wirtschaftsministerium auch gerade die etwas weniger im Blickpunkt stehenden Gewerbebereiche in die Fachkräfteallianz der Landesregierung ein. Das duale Ausbildungssystem biete nach wie vor hervorragende Qualifikationschancen, und diese Fachausbildung sei der akademischen generell gleichwertig.

Laut Martin Bahnert spüren inzwischen sogar kleine Firmen den zunehmenden Fachkräftemangel. Heute gebe es deutlich weniger Bewerber als vor 15 Jahren. Leider habe der Beruf des Gärtners und Landschaftsgestalters nicht das beste Ansehen, obwohl enorme Kreativität gefordert sei, um die sich ständig verändernden Kundenwünsche zu erfüllen.

Auch Andreas Baranski vom Verband Garten- und Landschaftsbau betätigte, dass es schwieriger werde, in dieser Branche Lehrlinge zu finden. Derzeit werden in Baden-Württemberg 1250 Jugendliche ausgebildet, zwar wurden alle Ausbildungsplätze besetzt, aber die Bewerberzahl sank spürbar. Die Politik übersehe leider gelegentlich, dass gerade die nicht so auffälligen Dienstleistungsbereiche besonders qualifizierte Mitarbeiter benötigen, um mit wenig Personal anspruchsvolle Leistungen zu erbringen.

Hofelich nehme dieses Probleme bei seinen Reisen in mittelständische Unternehmen wahr. Auch aus Grenzach-Wyhlen werde er etliche Anregungen aus der Praxis mit nach Stuttgart nehmen, meint er.