Planung

Es gibt noch keinen Favoriten bei den Entwürfen zum neuen Stadtteil Dietenbach

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Sa, 03. März 2018

Freiburg

Für die Planungen zum neuen Stadtteil Dietenbach hat eine Jury Anfang Februar vier Entwürfe ausgewählt, die in die engere Auswahl kommen und nun weiter bearbeitet werden. Interessierte durften den Planern mitgeben, was ihnen wichtig ist.

Rund 250 Freiburger nutzten die Gelegenheit, sich die Planungen noch einmal aus erster Hand erklären zu lassen. Bislang konnten die Bürger die Entwürfe in einer Ausstellung anschauen. Und das wurde offensichtlich genutzt: Vertreter der vier Planungsbüros berichteten am Ende der Veranstaltung, sie hätten den Eindruck, dass sich viele Besucher bereits eingehend mit den Arbeiten auseinandergesetzt haben. Komplett gegen einen neuen Stadtteil ist nach wie vor die Bürgerinitiative Pro Landwirtschaft und Wald im Dietenbach & Regio. Rund 40 Mitglieder protestierten gegen den Verlust von Ackerland für den neuen Stadtteil.

Besucher sehen Probleme beim Lärmschutz

Im Rennen sind die vier Büros K9 Architekten aus Freiburg, Studio Wessendorf aus Berlin, Cityförster Architecture+Urbanism aus Hannover und Hosoya Schaefer Architects aus Zürich. Sie haben ihre Planungen auf Grundlagen entwickelt, die im bisherigen Prozess erarbeitet wurden. Deshalb ähnelten sich die Schlagworte bei den Präsentationen: Dietenbach soll ein urbaner Stadtteil werden, mit Geschäften, aber auch mit viel Grün, vorgesehen sind unterschiedliche Wohnformen, eine gute soziale Durchmischung und ein Schulcampus. Die zukünftigen Bewohner sollen das Auto möglichst stehen lassen und sich in einem breit ausgebauten Fuß- und Radwegenetz bewegen oder die Straßenbahn nutzen.
Im Detail haben die Planer die Anforderungen jedoch ganz unterschiedlich gelöst. Im Großen und Ganzen schienen die Entwürfe den Bürgern zu gefallen. "Toll!" stand etwa auf einer Karte, die ein Teilnehmer an die vorhandenen Pinnwände steckte, wo die Anregungen gesammelt wurden. Kritik gab es vor allem an allgemeinen Aspekten. Als besonders problematisch stuften viele Teilnehmer die Lärmsituation entlang der B 31 ein. Einige Entwürfe sehen dort Wohnbebauung vor – ob das funktioniert und die Bewohner dort tatsächlich in Ruhe leben können, daran gab es Zweifel. Nicht gut an kamen auch die zum Teil geplanten Hochhäuser. Sorgen machten sich die Besucher zudem über die Hochwassersituation im neuen Stadtteil, zudem forderten sie mehr Plätze für Jugendliche und Räumlichkeiten für kirchliche oder spirituelle Veranstaltungen. Bei manchen Teilnehmern waren die Überlegungen auch schon sehr konkret: Sie machten sich Gedanken darüber, wo auf dem Gelände sie einmal wohnen wollen.

"Das war der erste Wurf, jetzt müssen die Planer die Ideen weiter konkretisieren und Haus für Haus denken", sagte Franz Pesch, Stadtplaner und Vorsitzender des Preisgerichts. "Wir werden an einigen Punkten hart nachfragen", kündigte Baubürgermeister Martin Haag an – damit am Ende tatsächlich der beste Entwurf die Nase vorn habe. Welcher das ist, werde sicherlich keine leichte Entscheidung werden, sagte Haag: "Sie haben alle ganz unterschiedliche Qualitäten." Der Sieger soll im Herbst dieses Jahres feststehen. Baubeginn für den neuen Stadtteil könnte 2023 oder 2024 sein.