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27. Juli 2012
"Es ist einfach zu laut"
Verkehrs-Fachbereichsleiter Jürgen Nef diskutiert mit Anwohnern über die neuen Schwellen.
LÖRRACH. Den Anwohnern der Kreuzstraße stinkt es. Trotz Tempolimit 30 fahren die Autos viel zu schnell durch die Straße. Und jetzt gibt es auch noch diese Schwellen, die eigentlich die Geschwindigkeit drosseln sollen, aus ihrer Sicht jedoch nur für Krach sorgen und für sonst nichts. Jürgen Nef, Fachbereichsleiter Straßen/Verkehr/Sicherheit, hat sich gestern mit den Anwohnern getroffen.
Vor der Kreuzstraße 7 hat sich eine kleine Menschentraube gebildet. Dass Fachbereichsleiter Jürgen Nef heute vorbeikommt, hat sich schnell herumgesprochen. Er will mit den Anwohnern über die Schwellen vor ihrer Haustür sprechen. Gesprochen wird auch miteinander, auch wenn die Aktion stellenweise eine emotionale Schlagseite bekommt.Nachhilfelehrer Harry Knödler hält gar nichts von den neuen Schwellen. "Jeder Anwohner will hier die 30 er Zone", sagt Knödler, "aber nicht um diesen Preis. Es ist einfach zu laut." Wenn die Autos über dem Tempolimit 30 fahren, klappere und dröhne es. "Von den Vibrationen ganz abgesehen", fügt eine Anwohnerin hinzu. Wenn es nach Knödler und dem Großteil der hier Anwesenden ginge, sollten die Schwellen wieder verschwinden.
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Ein Bagger mit Anhänger hält auf die Schwellen zu. Klack, klack. Es klingt, als wenn eine Tür zweimal zugeschlagen wird. Das Geräusch ist zwar nicht ohrenbetäubend, aber leise ist anders. Man kann sich gut vorstellen, wie es in einem Raum mit Fenster zur Kreuzstraße klingt. Einige Autofahrer beschleunigen auch direkt nach der Schwelle wieder, was letztendlich stärker röhrt, als wenn sie mit konstantem Tempo durchfahren würden. Im Oktober soll im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) entschieden werden, ob die Schwellen bleiben oder wieder entfernt werden.
Knödler wäre froh, wenn sie verschwänden. Sein Vorschlag lautet: Ein Tempo-Smiley am Beginn der Straße. Also ein Schild, das anzeigt, wie schnell jeder Fahrer unterwegs ist. Das und ein mobiler Blitzer würde laut Knödler das Fahrverhalten ändern und das Lärmproblem beseitigen.
Nef sieht das anders. "Meine Erfahrung ist, dass die Fahrer trotzdem durchheizen, gerade wenn sie wissen, dass da nur einmal die Woche eine mobile Blitzanlage steht", sagt der Fachbereichsleiter. Seiner Meinung nach sei der Geräuschpegel vertretbar, wenn die Autofahrer 30 fahren. Wenn es jedoch ein breites Votum gegen die Schwellen gebe, dann sei das ein Auftrag an die Verwaltung, die Schwellen wieder abzuschaffen. Das müsse allerdings vom Ausschuss für Umwelt und Technik entschieden werden. Er könne zwar eine Empfehlung aussprechen, doch entscheiden würde das der AUT. Bis Oktober werde aber alles bleiben, wie es ist.
Eine Anwohnerin schlägt eine Rechts-vor- Links-Regelung vor. Ein anderer hält nichts von dieser Lösung. So sei das nun mal in einer Demokratie, erwidert sie daraufhin. Nicht alle seien immer einer Meinung. An diesem Punkt hat niemand widersprochen.
Autor: Nadine Zeller



