"Es war wieder lohnend"

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Di, 10. Juli 2018

Riegel

Kunstschaffende ziehen positive Bilanz der 10. Künstlertage.

RIEGEL. Zum Rundgang durch die im Ort verteilten Offenen Ateliers luden am Wochenende einige der Riegeler Künstler im Rahmen der 10. Künstlertage ein. An insgesamt acht Standorten konnten Besucher Malerei, Bildhauerei, Metallskulpturen, Fotografie und Keramik betrachten. Schlenderten am Samstag immer wieder Gruppen Kunstinteressierter durch den Ort, war am Sonntag richtig viel los.

Von einem regen Besuch von netten Leuten besonders am Sonntag berichteten die Künstler beim geselligen Beisammensein zum Abschluss. Auch habe es viele gute Gespräche gegeben. "Es war wieder lohnend", bilanzierte Dorothee Lang im Namen der Künstler im Gespräch mit der BZ.

Auch bei der zehnten Auflage der Künstlertage gelang der Gemeinschaft der Künstler eine beachtliche Schau. Dass es selten sei, dass eine solche Künstlergruppe auf Dauer Bestand hat, hatte Maler Karl-Heinz Thiel am Freitag bei der Vernissage betont (BZ vom Montag). Wie gut die Organisation im Miteinander funktioniert, wurde von den Mitmachenden allseits geschätzt.

Zum Jubiläum gab es neben der Sonderausstellung "Mein Riegel – ganz persönlich!" der 16 teilnehmenden Riegeler Künstler noch vieles mehr zu entdecken. Da war die fast wie eine Litfaßsäule gestaltete Plakatwand von Karl-Heinz Thiel, die an bedeutende Kunstschaffende in und aus Riegel erinnerte. An acht Standorten präsentierten die Riegeler Künstler und fünf Gäste ihre neuesten Arbeiten und standen für Gespräche mit den kunstinteressierten Betrachtern bereit. Dabei waren nicht allein die Werke, sondern auch die Orte, an denen sie ausgestellt wurden, sehenswert. Da war der große glasgefasste Innenhof des Ehepaars Zimmermann, der die großformatigen Bilder von Michelle Zimmermann besonders gut zur Geltung kommen ließ. Peter Zimmermanns große Stahlarbeiten waren in einer Videopräsentation an ihren internationalen Standorten zu sehen.

Ein Erlebnis ist auch der Kunsthof von Karl-Heinz Thiel, in dem der Maler seine neuesten Porträtarbeiten sowie ältere Werke vorstellte. "Strangers", also Fremde, porträtierte Wolfgang Keller in einer Serie. Er zeigte außerdem neu entstandene Bilder der Serie "Paralipomena". Marina Meindl schärfte mit ihrer Fotografie den Blickwinkel für besondere Details. Die humorvolle Sicht auf Mensch und Tier stand bei Dorothee Lang in ihrem Atelier bei ihren Arbeiten aus Ton im Vordergrund.

Im Bürgerhaus stellten Senta Ernst und Carmen Gukelberger ihre Malerei vor. Während sich Ernst stimmungsvoll Landschaften oder Straßenansichten widmete, konzentrierte sich Gukelberger auf aus der Phantasie entstandene Gesichter. Hubert Lang brachte Kaiserstühler Landschaften in Hinterglasmalerei buchstäblich zum Leuchten. Katharina Hirt hatte ihren Bruder Emanuel Hirt als Gast in ihr Atelier eingeladen. Beide zeigten Fotografie zum Thema Wasser, die Emanuel Hirt mit Malerei von Gewässern ergänzte.

Zum ersten Mal stellte Karine Daniel-Stader ihre teils mit Blattgold gestalteten Frauenfiguren im eigenen Anwesen zur Schau. Skulpturen aus verschiedenen Materialien kamen im Garten von Anna Busch gut zur Geltung. Neben ihren eigenen Arbeiten waren Werke von Corinna Tilp, Jikke Ligertingen, Martin Steiner und Dirk Kortmann in unterschiedlicher künstlerischer Herangehensweise zu betrachten.

Auf Metall setze Dieter Rottler, der seine Skulpturen "Street Dance" vor seinem Atelier und darin aus Nägeln entstandene Bilder und Skulpturen präsentierte.

Im Atelier von Cordula Böhle warteten Landschaftsansichten, die in ihrer Abstraktion und Reduktion auf Form, Stimmung und Farbe wirkten. Ganz anders die Malerei des Ehepaars Hothum, bei denen eine getreue Wiedergabe im Vordergrund steht. Michelle Hothum zeigte Miniaturarbeiten und Radierungen, Norman Hothum seine an die mittelalterliche Bildersprache angelehnte Interpretation der Gegenwart.

Weitere Fotos von den Künstlertagen gibt es unter mehr.bz/kuenstlertage18