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27. Januar 2010
"Ewig Gestrige" zurückgelassen
Harald Kraus spricht beim Festmontag-Empfang in Eschbach über die erfolgreiche Konversion des Gewerbeparks
ESCHBACH. Die Erfolgsgeschichte des Gewerbepark Breisgau stand im Mittelpunkt des traditionellen Festmontag-Empfangs nach dem kirchlichen Patrozinium in Eschbach. Festredner waren Markus Riesterer, Geschäftsführer und Verbandsdirektor des Gewerbepark Breisgau, der über den Fortgang und die geplanten Projekte im Gewerbepark informierte, sowie Norbert Schickel, Maire des elsässischen Eschbach au Val und Präsident des französischen Kommunalverbands "Vallée de Munster", der seine Heimat vorstellte.
Die Konversion sei ein großes Wagnis gewesen. Nur wenige hätten geglaubt, dass es gelingen werde, sagte Bürgermeister Harald Kraus, der rückblickend auch rüde abrechnete. Er selbst habe von Anfang an eine interkommunale Lösung angestrebt und dies mit verlässlichen Partnern unbeirrt in die Tat umgesetzt. In dieser interessanten und arbeitsreichen Zeit habe es aber auch "ganz Schlaue, vermeintliche Ratgeber, ewig Gestrige und in den letzten Jahren eine zunehmende Anzahl von Neidern" gegeben, so Kraus. Manch einer meine mitreden zu müssen, auch wenn er keine Ahnung von der komplizierten Materie habe, so Kraus, Dilettantismus scheine der Kunst der Rhetorik den Rang abzulaufen. Er werde auch künftig solche, dem Allgemeinwohl nicht dienende Meinungsäußerungen beim Namen nennen, um so Meinungsprozesse in Gang zu setzen, kündigte Kraus an.Werbung
Es sei ihm seinerzeit nicht schwer gefallen, Markus Riesterer als Nachfolger von Werner Dammert vorzuschlagen, so Kraus, denn er habe nie an dessen Fähigkeiten gezweifelt. Die damalige Diskussion um diese Personalentscheidung bezeichnete Kraus allerdings als "Gezetere" und "beschämend".
Aktuell sind 66 Firmen im Gewerbepark Breisgau angesiedelt, hinzu kämen 87 Mietverhältnisse, sagte Markus Riesterer in seinem Vortrag. Die Firmen hätten insgesamt 200 Millionen Euro investiert. Zusätzlich wurden 40 Millionen Euro vom Zweckverband Gewerbepark Breisgau investiert. 1100 Arbeitsplätze wurden bisher geschaffen, die sich in den nächsten zehn Jahren verdoppeln sollen, so Riesterer. Erfreulich sei auch der Schuldenstand, der sich von anfangs 25 Millionen Euro, auf aktuell 11,3 Millionen Euro reduziert hat und sich ab Februar durch eine Darlehensrückzahlung um weitere 1,4 Millionen verringern wird.
Der Verkauf der Grundstückflächen verlaufe weiterhin positiv, durchschnittlich wurden bisher fünf Hektar pro Jahr verkauft. Wenn im vergangenen Jahr mit sieben Hektar verkaufter Grundstückfläche das selbst gesteckte Ziel bereits übertroffen worden sei, so werde es auch künftig nicht langweilig werden, sagte Reisterer mit Blick auf die geplanten Projekte. Ein Thema werde die Innenentwicklung im Bereich des "Eschbacher Tores" sein sowie die Überlegungen zur Sanierung und Nutzung des Wasserturmes. Noch in diesem Jahr werde die Biogasanlage der Badenova gebaut und der Landkreis errichte das Regionale Abfall-Zentrum (RAZ). Definitiv neu gebaut werde auch der Tower auf dem Flugplatzgelände, mit dessen Einweihung Riesterer noch in diesem Jahr rechnet. Geplant seien auch der Bau eines Handwerkerhofes, die Ansiedlung eines Hotels mit Gaststätte sowie einer Bäckerei mit Café und einer Tankstelle. Die Verhandlungen mit dem Bund über den Rückerwerb von noch 15 Hektar Fläche sollen noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Riesterer forderte die Vertreter des Landkreises auf, sich Gedanken über die notwendige Verlagerung des Feuerwehr-Übungszentrums zu machen.
Musikalisch umrahmt von Alphornklängen stellte Bürgermeister Norbert Schickel unterhaltsam und mit vielen Bildern unterlegt das am Ende des elsässischen Münstertals gelegene, Dorf "Eschbach au Val" vor. Es sei mit 500 Hektar Fläche und nur 400 Einwohnern kleiner als der Gewerbepark, lebe vom Tourismus und pflege mit Johannisfeuer, Feuerwehrschießen und Dialektpflege Traditionen. Besonders stolz sind die Einwohner auf das neue "Dorfhus" und die Schule, die – ganz fortschrittlich – bereits mit elektronischer Schreibtafel ausgestattet sei, so Schickel schmunzelnd.
Etwas überrumpelt wurde Hartheims Bürgermeisterin Kathrin Schönberger von der Idee ihres Amtskollegen Harald Kraus, gemeinsam den Alphörnern Töne zu entlocken. Dieses Intermezzo machte deutlich, dass es noch nicht gelingt, zusammen den richtigen Ton zu treffen.
Autor: Ingeborg Grziwa
