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13. Januar 2012
Für die Versorgung von OP-Sälen
Besuch aus Berlin: Gernot Erler und Rita Schwarzelühr-Sutter besuchen Logistikzentrum der Zimmer International Logistics GmbH.
ESCHBACH. "Wir sind Zeuge einer erstaunlichen Technik geworden, die hier angewandt wird", sagte Gernot Erler, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Zusammen mit Rita Schwarzelühr-Sutter, der Mittelstandsbeauftragten der Fraktion, besichtigte er am Dienstag das zentraleuropäische Logistikzentrum der Zimmer International Logistics GmbH im Gewerbepark Breisgau.
Bei einer Besichtigung erhielten die Bundespolitiker einen Einblick in das hochmoderne Lager mit innovativer Versandtechnologie, die auf einem vollautomatischen Multishuttle-System basiert. Daneben interessierte die Besucher, wie die ECOfit-Zertifizierung des Betriebs – ECOfit ist ein neues Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg im betrieblichen Umweltschutz – umgesetzt wird, und außerdem die Themen Leiharbeit und Ausbildung.Es sei politischer Alltag, dass sich Abgeordnete in ihrem Wahlkreis um die Wirtschaft kümmern und Betriebe besuchten, die entweder innovativ seien, Unterstützung wünschten oder einfach mal zeigen wollten, was sie eigentlich machen, sagte Gernot Erler. Hier habe man die interessante Situation, dass die Firma Zimmer sowohl in Freiburg als auch im Gewerbepark Breisgau angesiedelt sei. Mit Blick auf die Themen Infrastruktur, Leiharbeit und Ökologie bezeichnete Rita Schwarzelühr-Sutter den Besuch als "guten Tag". Erfreulich sei, dass es Zukunftsperspektiven gebe hinsichtlich der Arbeitsplätze und der Ausbildungsprozesse. Der Betrieb bilde zwar nicht aus, Ausbildung erfolge eher über die Leiharbeit. Leiharbeiter hätten aber große Chancen, einen dauerhaften Arbeitsplatz zu bekommen. Es sei das politische Ziel seiner Partei, dies zu fördern, deshalb freue es ihn zu sehen, dass es in der Region einen Betrieb gebe, wo das funktioniert, sagte Erler.
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Das Logistikunternehmen beschäftigt derzeit fast 90 feste Mitarbeiter und aktuell etwa 20 Zeitarbeitskräfte. "Seit dem letzten Jahr haben wir Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden", sagte Thilo Baumer als Vertreter des Unternehmens. Dies liege auch an der Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes mit dem öffentlichen Nahverkehr. Insgesamt zwölf Mitarbeiter wurden aus der Leiharbeit heraus fest angestellt, bestätigte Baumer als stellvertretender Vertriebsdirektor. Dies erfolge im Interesse des Unternehmens, das viel in Ausbildung und Schulung der Zeitarbeitskräfte investiere und schon deshalb kein Interesse habe, dass sie die Firma wieder verließen. Dies sei die Form von Leiharbeit, "die wir für sinnvoll erachten", meinte Erler. Leiharbeit solle der Einstieg in eine feste Beschäftigung sein und nicht zu Lohndumping und der Abwertung vollwertiger Arbeitsplätze führen. Allerdings würde er sich freuen, wenn der Betrieb irgendwann auch selbst ausbilden würde, weil es auf Dauer schwierig sein dürfte, qualifizierte Kräfte über die Leiharbeit zu bekommen. "Der Markt ist hier ziemlich leergefegt", so Erler. Bisher sei der Fokus nicht auf die Ausbildung junger Mitarbeiter gelegt worden, sagte Baumer. Dies solle sich aber ändern.
Seit zwei Jahren befinde sich die Niederlassung im Gewerbepark Eschbach, sage Geschäftsführer Harald Meyer über das Unternehmen. Mehr als 40 Millionen US-Dollar seien in den Standort investiert und 55 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Seit zwei Jahren werde viel für die Nachhaltigkeit getan. Das Unternehmen sei ECOfit zertifiziert. Der erste Schritt zur Umsetzung sei getan, so Baumer. 51 Prozent der Energien am Standort seien regenerative Energien, Müll werde möglichst vermieden, ein Erweiterungsbau mit Abfallkonzept sei geplant.
Eindrucksvoll war die Besichtigung des Logistikzentrums mit seinen sechs Eingangsstationen und acht Packstationen im Warenausgang. Täglich werden 20 000 Einzelteile versendet, im vollautomatischen Kleinteilelager werden 230 000 Lagerplätze und 35 000 Artikel verwaltet. Durchschnittlich befinden sich 1,8 Millionen Stück am Lager, in Spitzenstunden werden 2400 Teile entnommen. Bei einem Stromausfall springt ein Schiffsgenerator, ein Notstromdiesel an, sagte Baumer. "Wir haben auch als einziges Unternehmen in Südbaden einen Erdbebensensor. Gegen Wasser, Feuer, Erdbeben und technisches Versagen sind wir so gut es geht abgesichert." Und dennoch ist der "worst case", der schlimmste Fall, bereits eingetreten, als in einem Bereich wegen einer Fehlfunktion eine Nacht lang die Sprinkleranlage lief, was einen beträchtlichen Schaden verursacht hatte. Hauptziel ist in einem solchen Fall, das System wieder zum Laufen zu bringen, um die Krankenhäuser beliefern zu können, damit ihre OP-Planung nicht durcheinander kommt.
ZUR FIRMA
Die Zimmer Holdings ist ein weltweit führendes Orthopädie-Unternehmen, das sich auf Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Implantaten im Bereich der Orthopädie sowie der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie konzentriert. Das 1927 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Warsaw/Indiana und Tochterunternehmen in mehr als 25 Ländern. Weltweit gibt es etwa 8000 Mitarbeiter. Zimmer ist Branchenführer für minimal invasive Verfahren in der Orthopädie. Zum Angebot gehören Implantate und Technologien für die Indikationsgebiete Hüfte, Knie, Extremitäten, Traumatologie, Wirbelsäule und Sportmedizin. Computergestützte Navigationstechnik bei operativen Eingriffen runden das Angebot ab.
Autor: ig
Autor: Ingeborg Grziwa
