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02. April 2011
Mit 250 Stundenkilometern der Erde entgegen
Beim Verein Skyhigh im Gewerbepark Breisgau sind stets neue Mitglieder sind willkommen.
ESCHBACH. Ready – set – go! Das Kommando für den Absprung. In 4000 Meter Höhe lassen sich die Mitglieder des Vereins Skyhigh einfach aus dem Flugzeug fallen. Es folgen zweieinhalb Kilometer freier Fall. Fallschirmspringen, das ist die wahrscheinlich realste Art des Fliegens. Ihr haben sich die rund 80 Mitglieder des Vereins verschrieben. Die Altersstruktur ist bunt gemischt: Jugendliche, Männer und Frauen im mittleren Alter und auch ältere "in Richtung 60", erzählt Pascal Lavielle. Er ist seit Oktober 2010 Vorsitzender des Vereins.
Seit zwölf Jahren ist der 1980 gegründete Verein im Gewerbepark Breisgau ansässig. Hier verfügen die Mitglieder über ein großes Clubheim mit allem Komfort: Packhalle, Theke, und Terrasse. Die Wiese direkt davor fungiert als Landezone, die Startbahn des Flughafens liegt direkt nebenan.
Über 1600 Sprünge haben die Springer von Skyhigh im letzten Jahr absolviert. "Schwere oder gar tödliche Verletzungen gab es dabei noch keine", sagt Lavielle. Ein mögliches Risiko sei der Moment, wenn sich der Fallschirm öffnet und der freie Fall innerhalb weniger Sekunden stark abgebremst wird. Hierbei könne es schon mal ausgekugelte Arme und blaue Flecken geben. Schwierig sei auch die Landung: "Passt man nicht richtig auf oder wird von einer Böe erfasst, kann man abseits der Landezone in einem Baum hängenbleiben". Und gerade bei kleinen Sportschirmen könne man sich bei der Landung schon mal den Knöchel verstauchen. Doch Pascal Lavielle beruhigt: "Die Tandem- und Übungsschirme landen butterweich".
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Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 Kilometer pro Stunde fallen die Springer in Richtung Boden. 50 bis 60 Sekunden dauert der freie Fall, nach dem Öffnen des Fallschirms bleiben noch etwa fünf Minuten des freien Schwebens. Eine ganz neue Art des Fliegens erleben geübte Springer mit dem sogenannten Wingsuite, erzählt Lavielle. Bei diesem speziellen Anzug sind zwischen den Armen und Beinen weitere Stoffteile eingenäht. Diese bewirken ein Abbremsen der Fallgeschwindigkeit und gleichzeitig eine Vorwärtsbewegung mit bis zu 200 Stundenkilometern. Dazu braucht es aber viel Erfahrung und Training. Der Verein empfiehlt mindestens 200 Sprünge, da im Wingsuite die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist und der Körper extremen Belastungen standhalten muss.
Zeitweise hatten die Mitglieder von Skyhigh Probleme, überhaupt in die Lüfte zu kommen, da ihr Flugzeug aufgrund einer neuen Lärmschutzrichtlinie der EU nicht mehr so einfach eingesetzt werden durfte. Jetzt haben sie eine 300-PS-starke Cessna gechartert, die Mitte April zur Verfügung stehen soll. "Wir suchen aber weiter Sponsoren, damit wir uns bald ein eigenes Fluggerät leisten können", lässt der Vorsitzende wissen.
Für den Laien lässt sich der Traum von Fliegen am einfachsten mit einem geübten Springer an einem Tandemschirm realisieren. Besondere Voraussetzungen gibt es dafür nicht, bereits ab einem Alter von zehn Jahren ist das möglich und kostet 190 Euro, so Lavielle. Wer alleine springen möchte, muss eine Sprunglizenz erwerben. Für 300 Euro gibt es beim Verein eine international gültige Ausbildung mitsamt Übungssprüngen. Danach kann man sich über jeder Dropzone (Absprungzone) der Welt in die Tiefe stürzen. Der nächste Kurs zum Erwerb der Fallschirmspringer-Lizenz startet am 22. April. Wer Mitglied bei Skyhigh werden möchte, kann dies für einen Jahresbeitrag von 100 Euro. Eine Fallschirmausrüstung kann anfangs vom Verein geliehen werden. Eine eigene ist nach Lavielles Aussage auch nicht sehr teuer.
Mitbringen sollte man neben einer guten Kenntnis seiner Grenzen aber vor allem den Mut, aus einer extremen Höhe zu springen.
Autor: Lukas Michahelles
