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07. Januar 2012
Noch kein richtiger Plan fürs Projekt
RÜCKBLICK AUF 2011: Das deutsch-französische Dokumentationszentrum kommt voran, aber der Durchbruch ist noch nicht gelungen.
ESCHBACH. Auch wenn die angespannte Haushaltslage keine größeren Investitionen erlaubte, so war es insgesamt doch ein spannendes Jahr 2011 für die Eschbacher. Nach über zweijähriger Bauzeit und noch längerer Planungszeit sind der Bau der Lärmschutzwände sowie die Sanierung der Bergstraße und des Kirchwegs nun endgültig beendet. Fast 416 000 Euro hat die Gemeinde Eschbach dafür investiert. Grund genug, um diesen Abschluss mit geistlichem Segen und der Einweihung eines Wegkreuzes auf der Ostseite und eines Bildstocks auf der Westseite entlang der Bahnlinie zu feiern.
In einer Zukunftswerkstatt waren die Bürger und Bürgerinnen aufgefordert, Visionen für ein lebenswertes Eschbach unter dem Motto " Jung sein – älter werden in Eschbach" zu entwickeln. Einen ganzen Tag lang wurde mit Unterstützung durch Mitarbeiter des Landratsamts in Arbeitsgruppen darüber nachgedacht, wie das Leben in Eschbach im Jahr 2025 aussehen soll. Viele Ideen wurden gesammelt, eine Prioritätenliste erstellt und mit der Realisierung begonnen. Auch wenn Bürgermeister Harald Kraus darin "keinen Bestellschein an die Gemeinde" sehen wollte, die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt können einen ersten Erfolg verbuchen: Künftig wird der "Eschbacher Bote" kostenlos an alle Haushalte verteilt. Eine Forderung, die ganz oben auf der Prioritätenliste stand.Werbung
Im Gewerbepark Breisgau wird auf eines der erfolgreichsten Jahre zurückgeblickt. Der Bau des neuen Towers ist fast abgeschlossen, das regionale Abfallzentrum (RAZ) wurde eröffnet, weitere 9,2 Hektar Gewerbefläche konnten verkauft und mit der Firma A. Raymond ein "ganz dicker Fisch" angesiedelt werden.
Und auch das vom grenzüberschreitenden Zweckverband "Mittelhardt-Oberrhein" geplante deutsch-französische Dokumentationszentrum kommt voran. Mit dem Weinstetter Hof auf deutscher Seite und dem Gründerzentrum auf elsässischer Seite sowie der Rheinbrücke als Verbindung stehen zwar die Eckpfeiler fest, und auch ein Förderantrag zur Finanzierung wurde bereits gestellt, aber eine konkrete, umsetzbare Planung fehlt noch. "Wir planen etwas, wissen aber noch nicht, was wir planen", brachte es ein Verbandsmitglied auf den Punkt. Deshalb wurde ein europaweiter Ideenwettbewerb ausgeschrieben, natürlich nach französischem Recht, nach dem nur die letztlich auch realisierten Vorschläge bezahlt werden müssen.
Was bewegte im Jahr 2011 noch die Gemüter? Zwei langjährige Amtskollegen wurden von Bürgermeister Harald Kraus sehr unterschiedlich in den Ruhestand verabschiedet. Jürgen Ehret, ehemals Vogt in Heitersheim, erhielt enttäuschte Briefe zum Abschied, für alle im Internet nachzulesen, während Bernd Gassenschmidt, Bürgermeister von Ballrechten-Dottingen, mit dem Eschbacher Gulden für sein Engagement zum Wohle Eschbachs geehrt wurde.
Ohne dass die Öffentlichkeit darüber informiert worden wäre, wurde dagegen der Eschbacher Jugendraum "Clap Back" geschlossen – angeblich wegen fehlender Resonanz. Das sei "nur vorübergehend" hieß es dazu von der Verwaltung Anfang des Jahres. Daran aber hat sich bis heute nichts geändert. Richtige Zornesfalten aber bekommt Bürgermeister Kraus wegen der Planung der grün-roten Landesregierung, den Französischunterricht in der Grundschule abzuschaffen. Das müsse revidiert werden, forderte er schriftlich das Ministerium auf.
Autor: Ingeborg Grziwa
