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24. Januar 2012
Plädoyer für eine "Politik der offen Tür"
Vortrag von Jörg Knoblauch stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs des Gewerbevereins.
ESCHBACH-HARTHEIM (ig). "Wer in der Vergangenheit lebt, hat keine Zeit für die Zukunft", sagte Wolfgang Riesterer, Vorsitzender des Gewerbevereins Breisgau/ Hartheim/Eschbach zur Begrüßung beim Neujahrsempfang im Weinstetter Hof. In dessen Mittelpunkt stand ein unterhaltsamer Vortrag von Professor Jörg Knoblauch zum Thema "Die besten Mitarbeiter finden und halten".
Zuvor aber blickte Riesterer auf das Jahr 2011 zurück, das dem Gewerbeverein ein fast völlig neues Führungsteam beschert hat: Neuer Zweiter Vorsitzender ist Willy Rinklin, Kassierer ist Stefan Schubert, als Schriftführer agiert Andreas Böser, und als neue Beisitzer wurden Alfred Sedelmeier, David Paz und Bernadette Hafner gewählt. Das neue Team arbeite bereits konstruktiv zusammen, so Riesterer. Ansonsten habe 2011 wenig Positives gebracht. Trotz drei Prozent Wirtschaftswachstum habe der Begriff Krise, insbesondere die Eurokrise, das Jahr bestimmt. Das Erdbeben in Japan habe letztlich zum Umdenken und zum Regierungswechsel geführt. Das gelte allerdings nicht für das gespannte Verhältnis zwischen den Gemeinden Hartheim und Eschbach. Er wünsche sich mehr Einigkeit in der Politik, auf kommunaler Ebene ebenso wie auf Landes- und Bundesebene, nur das bringe alle voran, sagte Riesterer. Für die Zukunft gelte es, kameradschaftlich daran zu arbeiten.
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Jeder Chef denke in Kategorien und ordne seine Mitarbeiter in Kategorien ein, sagte Festredner Professor Knoblauch in seien unterhaltsamen, mit kleinen Zaubertricks untermalten Vortrag. In jedem Unternehmen gibt es demnach A-, B- und C-Mitarbeiter, wie Knoblauch den Mittelständlern erläuterte. C-Mitarbeiter haben laut Knoblauch innerlich schon gekündigt, halten andere von der Arbeit ab und treten jede Firmenphilosophie mit Füßen. In den Firmen am stärksten vertreten seien B-Mitarbeiter. Knoblauchs Definition: Sie machen Dienst nach Vorschrift, sind hilfsbereit und fallen weder positiv noch negativ auf. A-Mitarbeiter sind begeisterte Mitarbeiter und überdurchschnittlich engagiert. Ziel müsse es also sein, Mitarbeiter der Kategorie A zu finden und vor allem zu halten, erklärte Knoblauch. Mittel, um engagierte Mitarbeiter zu halten, seien unter anderem eine Gewinnbeteiligung, aber auch die Beteiligung an Entscheidungen, Informationen und Freiraum für persönliche Entfaltung. Empfehlenswert sei hier die Politik der offenen Tür, will heißen: Alle Informationen tagesaktuell an die Mitarbeiter weiter zu geben, sie zu ermutigen statt zu tadeln sei die Devise. Bewährt habe sich auch das Verbesserungs- und Vorschlagswesen sowie die Lohn- und Gehaltsgerechtigkeit nach dem Motto: "Jeder darf so viel verdienen wie er will, er darf das Unternehmen nur nichts kosten."
Die Resonanz auf den Vortrag war bei den Mittelständlern ganz unterschiedlich. Überwiegend zeigten sie sich begeistert, einige wiederum hielten Knoblauchs Philosophie nicht in allen Punkten für umsetzbar. Und wieder andere hielten es für bedenklich, die Mitarbeiter pauschal in Kategorien einzuordnen.
DER FESTREDNER
Professor Jörg Knoblauch studierte Ingenieurwesen und Betriebswirtschaft und war unter anderem Dozent für Personalmanagement an der Universität Sankt Gallen. Er gilt als der Managementvordenker für den Mittelstand und als Spezialist für Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation. Knoblauch ist Inhaber von drei mittelständischen Unternehmen, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden, zuletzt mit dem "International Best Service Award".
Autor: ig
Autor: ig
