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04. November 2014 19:41 Uhr

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Streit lässt die Bauernweihnacht in Eschbach platzen

Tausende besuchen jährlich die Eschbacher Bauernweihnacht – doch damit ist nun Schluss: Die Auseinandersetzung zwischen Organisator Josef Zehner und Bürgermeister Harald Kraus hat Folgen.

  1. So stimmungsvoll war die Eschbacher Bauernweihnacht 2013. Dieses Jahr fällt sie aus. Foto: münch/pfefferle/zvg

Organisator der historischen Bauernweihnacht ist der Verein Historisches Eschbach, der Macher dessen Vorsitzender Josef Zehner. Eingespannt aber sind zahlreiche Vereine, für den Ablauf braucht es Hunderte Helfer. Seit Monaten bereiten sich die Beteiligten auf die diesjährige Auflage vor. Nun aber wird es diese nicht geben. Die Absage ist unwiderruflich. Josef Zehner hat nicht nur der Gemeinde abgesagt, sondern auch den Kunsthandwerkern, die die Stände betreiben. "Ich habe eine Verantwortung für sie. Diese sollen die Chance haben, noch einen anderen Markt zu finden", begründet Zehner sein Vorgehen.

Bei einem Infoabend zu der Absage der Bauernweihnacht wurde am Montagabend Verständnis ausgedrückt, es gab aber auch vehement kritische Stimmen zum Vorgehen des Vereinsvorstands und namentlich zur Rolle Zehners. Sein Engagement sei hoch anzurechnen, das betonten alle. Doch nun litten die Vereine, Kindergärten und Schule unter einem Streit zwischen Zehner und Bürgermeister Harald Kraus.

Ein Brief soll Auslöser sein

Nach Darstellung Zehners löste ein Brief der Verwaltung, unterschrieben von Kraus, die Absage aus. Zehner interpretierte das Schreiben so, dass die Gemeinde sich als Veranstalter zurückziehe und er, Zehner, persönlich in Haftung genommen werde. Zwar sei bei den bisherigen Auflagen der Bauernweihnacht nichts passiert, er wolle aber nicht selbst haften, schließlich seien folgenschwere Vorkommnisse nicht auszuschließen. Dieser Darstellung widerspricht Bürgermeister Kraus.

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"Die rechtliche Verantwortung war nicht das Thema", sagt Kraus. Es sei nicht das erste Mal, dass Zehner "alles hinwirft, weil es nicht so geht, wie er es gerne hätte". Nun versuche Zehner, auch noch die Tatsachen zu verdrehen, "das ist nur noch zu bedauern". Schade sei es, dass der Verein Historisches Eschbach "ganz offensichtlich kurzfristig nicht in der Lage war, die Arbeit von Herrn Zehnern zum Gelingen der Veranstaltung historische Bauernweihnacht zu übernehmen und sie aus diesem Grund dieses Jahr ausfällt". Er habe lediglich abgelehnt, die Schirmherrschaft zu übernehmen und bei dem historischen Schauspiel teilzunehmen. "Ich kann nicht lächeln, wenn es nichts zu lächeln gibt", begründet Kraus diesen Schritt. Er spielt damit darauf an, dass sich Zehner als lautstarker Gegner der Pläne einer Bebauung ums Castell dargestellt hat.

"Wie zwei Ochsen, die aufeinander zurennen" Cordula Ströbele
Bei dem kurzfristig anberaumten Infoabend waren zwar weder Bürgermeister Kraus noch ebenfalls eingeladene Mitglieder des Gemeinderats anwesend. Dennoch wurde ausgiebig und teilweise auch kontrovers diskutiert. Zahlreiche Wortmeldungen bedauerten es, dass nicht andere Mitglieder des Vereinsvorstands von Historisches Eschbach oder auch anderer beteiligter Vereine zunächst das Gespräch mit Bürgermeister Kraus suchten, bevor die Bauernweihnacht endgültig abgesagt wurde.

Zehner schilderte aus seiner Sicht, dass der Brief aus dem Rathaus zwar nicht nachvollziehbar gewesen sei, dass er jedoch keinen Ansatz sah, auf die Verwaltung zuzugehen. Zudem sei Zeitdruck entstanden, weil nach Erhalt des Briefs Kraus selbst und auch die zuständige Hauptamtsleiterin längere Zeit im Urlaub waren. "In der Gemeinde war somit zu diesem Thema niemand auskunftsfähig", sprang Bernhard Wentz bei. "Mir erscheint das Bild von zwei Ochsen, die mit vollem Tempo aufeinander zu rennen", schilderte Cordula Ströbele ihren Eindruck von der Auseinandersetzung von Kraus und Zehner.

Bei allem Frust über die Absage für 2014 ging bei der Diskussion der Blick auch schon weiter. Im Januar wolle man sich zusammensetzen, um für 2015 zu planen, sagte Zehner. Wo die Bauernweihnacht künftig gefeiert werden soll, steht noch nicht fest. Während Kraus argumentiert, dass durch die Umgestaltung ums Castell letztlich kein Platz verlorengeht, ist Zehner davon überzeugt, dass die Fläche für die Veranstaltung zu klein wird. Deshalb ist die Vereinsspitze bereits auf der Suche nach einer alternativen Fläche.

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Autor: Martin Pfefferle