Sensationsfund

Archäologen stoßen auf 4500 Jahre alte Skelette

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Di, 05. Februar 2013 um 12:18 Uhr

Ettenheim

Bei Ausgrabungen in Ettenheim sind Archäologen auf Gräber mit vollständig erhaltenen Skeletten gestoßen. Sie stammen aus der Glockenbecherzeit - sind also bis zu 4500 Jahre alt.

Grabungsleiterin Jutta Klug-Treppe vom Regierungspräsidium sprach am Dienstag vor Medienvertretern von einer "wahren Schatzkammer" für die Archäologie, die die Forschung noch über Jahre beschäftigen werde.

"Die Funde sind für uns ein Guckloch in die Vergangenheit." Jutta Klug-Treppe
Im Zusammenhang mit Erschließungsarbeiten für ein neues Baugebiet Fürstenfeld West zwischen der westlichen Stadtgrenze Ettenheims und der B 3 war ein Team von Archäologen unter Leitung vom Grabungstechniker Diethard Tschocke am 20. Januar etwa ein Meter unter der Oberfläche auf zwei Gräber – ein Einzelgrab und und ein Paargrab – gestoßen. Die Skelette waren noch vollständig erhalten. Die drei Individuen konnten wegen der Grabbeigaben der sogenannten Glockenbecherzeit (2500 bis 2200 vor Christus) zugeordnet werden.

In einem Grab wurde vermutlich ein Bogenschütze bestattet, zusammen mit dem noch gut erhaltenen Skelett wurde eine Armschutzplatte freigelegt, die vom Bogenschützen getragen wurde, um seinen Unterarm vor der Bogensehne zu schützen. Außerdem fanden die Grabungstechniker eine Pfeilspitze.

Aus einem zweiten Grab wurden zwei in sich verschlungene Skelette geborgen, vermutlich wurden hier eine Mann und eine Frau gemeinsam beigesetzt. Schädel samt Zähne seien noch gut erhalten, so die Grabungsleiterin Klug-Treppe. Alle drei Skelette sind inzwischen in ein Speziallabor nach Konstanz verbracht worden. Dort werden die Knochen derzeit von Anthropologen untersucht. Die Fachleute können durch Untersuchung der Knochen rückschlüsse auf das Alter und Ernährungsgewohnheiten ziehen. Klug-Treppe: "Die Funde sind für uns ein Guckloch in die Vergangenheit."

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