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06. Februar 2012

Aufgepasst vor den ungleichen Rhythmen

Lustiges und Frivoles mit dem Trio AlmaRa im Kulturkeller.

  1. Das Trio AlmaRa mit (von links) Wolfgang Joho, Ernst Käshammer und Nina Schöne. Foto: Wolfgang Künstle

ETTENHEIM. Lustige, frivole, skurrile oder berührende und tiefsinnige Texte, gepaart mit einer spannenden Kombination von Instrumenten und Rhythmen – mit dieser Mischung konnte das Trio AlmaRa kaum besser unterhalten. Mit einem äußerst abwechslungsreichen Programm zogen Nina Schöne (Gesang, Gitarre), Ernst Kaeshammer (Drehleier, Gesang, Gitarre) und Wolfgang Joho (Geige, Bratsche) am Samstagabend im Kulturkeller der Winterschule an die 50 Zuhörer in ihren Bann.

Das Trio verbindet Texte und Gedichte von Michael Ende, Fritz Grasshof, Hassan Devrab oder Trinklieder von Carl Michael Bellmann mit selbstkomponierten Liedern. Es sind mal zarte und innige, lebhafte und erheiternde oder witzige und mitreißende Rhythmen, meist altertümlich im Klang, die die Zuhörer in ein Wechselbad der Gefühle eintauchen lassen. Die Künstler selbst sind in Ettenheim keine Unbekannten, bereits vor vier Jahren gastierten sie schon einmal vor Ort. Das nahmen sie zum Anlass, mit einem Stück aus der "Carmina Burana" über einen fahrenden Gesellen in der Barockstadt zu singen. Beim Instrumentalstück "Ritt über den Vulkan" musste man aufpassen, "dass man wegen der ungleichen Rhythmen nicht rausfliegt", wie Wolfgang Joho sagte. Bei der Geschichte vom heißen Feger aus der Oper "Carmen" fehlte es nicht an der nötigen Erotik. In ihr bewundert ein verliebter Zinnsoldat eine schöne Jungfrau aus Porzellan derart, dass sie vor Freude tanzt und von der Kommode fällt, denn "sie kam dem Rand zu nah, jetzt liegt sie in Scherben da".

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Es war die Vielfalt eines bunten Programms, die begeisterte. Mal war es mittelalterlich, fast schon orientalisch angehaucht, ein anderes Mal waren die Texte in feurige spanische oder ungarische Rhythmen eingepackt. Wobei besonders die Töne der Drehleier beeindruckten. Nina Schöne sang auf Französisch, wenn sie den Liebeskummer einer verlassenen Frau beschreibt. Im Stück über eine Zimmervermietung wird mit den Namen von berühmten Komponisten gespielt: Der Student wird zunächst beethövisch begrüßt, die Tochter nimmt ihn beim Händel, sie gehen über die Haydn an den Bach, werden immer reger und reger und jetzt haben sie ein kleines Mendelsöhnchen. Das Stück beinhaltet viele musikalische Ausdrücke wie crescendo, minimento, passionato, staccato bis hin zu adagio und animato.

In Deutsch erklang das Lied über fahrende Gesellen, die immer auf der Jagd nach Beute sind und "beim Hauen, Stechen und beim Schießen tot" die Wirtschaft an die Wand fahren, "weil sie keinen Verstand haben". Da waren Ähnlichkeiten zur Aktualität durchaus beabsichtigt, wie Joho sagte. Auf der großen Tippelreise guckte der Scherenschleifer den anderen in die Karten und musste viele Schnäpse schlucken, bevor er beim Scheren schleifen und Mädchen lieben das Glück am Schopfe packen konnte. Den Künstlern war am Ende ein langer Applaus und dem Publikum eine Zugabe sicher.

Autor: ab