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06. Februar 2012

Bauhof fällt alte und pflanzt neue Bäume

Die Stadtverwaltung kommt mit der Aktion unter anderem ihrer Verkehrssicherungspflicht nach.

  1. Ein Beispiel für eine Baumpflanzaktion der Stadt Foto: Privat

ETTENHEIM (BZ). Sobald der Boden auftaut, werden in den nächsten Wochen durch den Ettenheimer Bauhof wieder Bäume gepflanzt. Sie ersetzen teilweise diejenigen, die aufgrund Krankheit oder aus Verkehrssicherungsgründen gefällt werden mussten, teilt die Stadtverwaltung mit. Baumschäden, wie abgestorbene Kronenteile, Schräglage oder Fäulnisbildung bei den Wurzeln, erforderten ein Eingreifen des Bauhofes, damit keine Passanten oder Fahrzeuge von herabfallenden Baumteilen geschädigt würden, heißt es weiter. In den vergangenen zwölf Jahren seien 540 Neu- und Ersatzpflanzungen im öffentlichen Bereich vorgenommen und über 1120 private Baumpflanzungen finanziell gefördert worden.

Nachdem Baumpflegearbeiten generell kritisch begleitet werde, sei die Stadtverwaltung dazu übergegangen, im Vorfeld der Arbeiten dem Bau- und Technikausschuss in öffentlicher Sitzung alle Informationen anzubieten. Am 17. Januar wurde im Ausschuss die komplette Liste aller Bäume vorgelegt und besprochen (die Badische Zeitung berichtete). Bei einzelnen Bäumen erfolge vor der Entscheidung, ob sie gefällt werden, vertiefende Untersuchungen, zum Beispiel durch Bohrungen, um vor Ort entscheiden zu können, ob die Standfestigkeit noch gegeben sei, erklärt die Stadtverwaltung das Vorgehen. Auch würden regelmäßig Baumsachverständige hinzugezogen.

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Während morsche oder beschädigte Bäume auf Privatgeländen in die Verantwortung des Grundstückeigentümers fielen, gelten bei Bäumen auf öffentlichen Anlagen, zum Beispiel an Schulen, Kindergärten oder Spielplätzen, wegen der Verkehrssicherungspflicht sehr strenge Betrachtungsweisen. Die Stadt könne für Schäden, die durch eine nachlässige Baumkontrolle verursacht werden, in Haftung genommen werden. "Bäume haben beim Bauhof und der Stadtverwaltung eine große Lobby", erklärt Bürgermeister Bruno Metz in der Pressemitteilung, "wir haben in den vergangenen Jahren an vielen Stellen Obstbäume gepflanzt, insbesondere an unseren Ortsrändern. Wir haben an vielen Gewässern standortgerechte Bäume gepflanzt. Wir haben im Arbeitskreis Kulturlandschaft, der sich jährlich trifft, weitere Pflanzungen vorgesehen."

Auch Flächen, die die Stadt erwerben konnte, seien oft mit alten Obstsorten bepflanzt worden: "Den 43 zu fällenden Bäumen stehen 66 Neuanpflanzungen gegenüber, wohl wissend, dass ein neu gepflanzter Baum natürlich noch nicht den ökologischen Wert eines alten Baumes hat. Aber sie wachsen und entwickeln ihre ökologische Bedeutung."

Neben dem Aspekt der Verkehrssicherungspflicht gehe es in einigen Fällen auch um die Neuordnung der Bepflanzungen, wie zum Beispiel beim Friedhof, schreibt die Verwaltung weiter. Beim Aussichtsturm Heuberg verfolge die Stadtverwaltung ein langjähriges Konzept, wonach die Bäume, die höher sind als der Aussichtsturm, mittelfristig beseitigt und durch neue, etwas kleinwüchsigere Bäume ersetzt würden. Vor der Neupflanzung würden auch die Standortbedingungen neu beurteilt.

Autor: bz