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15. April 2010
Der Frühling erwacht
Rosemarie Banholzer liest bei der Muettersproch-Gsellschaft.
ETTENHEIM (bw). Beim Frühjahrsstammtisch der Muettersproch-Gsellschaft "Rund um dr Kahleberg" trat die aus Konstanz stammende Heimatdichterin Rosemarie Banholzer auf. Vorsitzende Christel Mösch hieß die 85-jährige Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und des Hebelpreises willkommen und bezeichnete sie als eine "Hüterin der alemannischen Sprache".
Der Jahreszeit entsprechend trug Rosemarie Banholzer Gedichte vor, die sich mit dem Frühling befassten. Sie schilderte sehr anschaulich das Erwachen der Natur, der Pflanzen und Tiere. Rosemarie Banholzer wies gleichzeitig auf die Nachteile hin, nämlich die Frühjahrsmüdigkeit. Als weitere Zeiterscheinung erwähnte sie den Frühjahrsputz, bei dem die Familie gerne aus dem Hause flieht und eine zähneknirschende Hausfrau zurück lässt. Außerdem beklagte sie die Zeitumstellung, die Tieren und Menschen viel Verdruss bereite, und verwies auf den Festle-Marathon, der im Frühling beginne und sich über das ganze Jahr hinziehe. Den Männern hatte Banholzer gleichfalls einige Gedichte gewidmet. Dabei machte sie sich über sie lustig, indem sie in drastischen Worten über deren Leiden lästerte. Auch deren Hobbys nahm sie aufs Korn, insbesondere Hobbyköche.
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So wie das Jahr nicht nur aus Frühling besteht, so komme es auch beim Menschen zum Generationswechsel. Darüber hatte sich die Autorin ebenfalls Gedanken gemacht und vermisste die Oma früherer Jahre, die mit dem Hüten der Enkel voll ausgelastet gewesen sei. Heute gehe die moderne Oma auf den Tennisplatz, fahre Ski und Mountainbike und kenne sich mit Computern und sämtlichen Stilrichtungen in der modernen Musik aus. Zum Abschluss las Rosemarie Banholzer Verse aus "Max und Moritz", die sie in alemannische Mundart umgeschrieben hatte.
Autor: bz
