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13. August 2009
Do bin i drheim, do will i sii
Traditioneller Muttersprochowe unterm Heubergturm / Nächster Owe erstmals in Grafenhausen
ETTENHEIM (BZ). Einen vergnüglichen Abend durften die Muettersprochler beim Ferienstammtisch in der Gaststätte unter dem Heubergturm genießen. Wie gewohnt waren wieder alle Plätze besetzt.
Nach einer schwungvollen Einstimmung durch Werner Wißner aus Eimeldingen auf seiner Handorgel präsentierte der Mundartdichter Hansfrieder Geugelin aus Efringen-Kirchen ein Lob auf die Muettersproch. Danach erklärte er die Geburt des Trios "Blauer Wind", zu dem neben ihm und Wißner die Dichterin Christa Heimann-Buß mit ihrer schönen Sopranstimme gehört. Alle Texte stammen von Heimann-Buß und Geugelin, alle Melodien sind von Werner Wißner komponiert, heißt es in der Pressemitteilung des Veranstalters.Schnell setzte das Trio seinen herzerfrischenden Akzent für den ganzen Abend:
Ob nachdenklich "S`ganze Lewe het sich gwandlet", ob einprägsamer Song mit Refrain "Numme langsam,numme nit hudle,s`brucht alles sini Zitt",ob guter Ratschlag "Serpfle müesch,nit süffe,e Sarraß macht kei Spaß" oder stimmungsvoll fürs Herz "Do bin i drheim un do will i sii" – für jeden sei etwas dabei gewesen – und immer lebenslustig, fröhlich und heiter.
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Christa Heimann-Buß aus Kandern begann ihren Vortrag von Gedichten, japanischen Haikus und gedankenvollen Sprüchen mit dem Geburtstagsgedicht d’Muettersproch, das sie eingedenk des Jubiläumsjahres der Muettersprochler noch um eine Strophe extra für die Kahlenberger ergänzt hatte. Sie mag das Leben gerne heiter "Loß in dine Odre s`Blüet all luschdig blodre". Heimann-Buß sinnierte über die Mode und träumte "Under küehle Schattebäume losst sich licht e Träumli träume" oder beschrieb in "Dr Blüemeduft" die Schönheit und den Reichtum der Natur. Geugelin sprach mit seinen Gedichten den Gästen aus der Seele. Oft schildert er das Leben in Bildern "S’Lebe isch wie ne Film,e Vorspann voller Illusione,was bringt e Film fir Rolle?" Er mischt sich in die Politik ein "Ich schiil scho länger uff Berlin,die deän effentlig un nit verhole dr Michel un si Frau verkohle" oder nahm die Verunstaltung der Sprache aufs Korn, in der sich unüberlegt englische Wörter einnisten "statt dass es ditschi Wörter gitt." Geugelin beschrieb seine Liebe zur Heimat "In der Heimet kehrsch gern ii" und er macht sich Gedanken über die Veränderungen unserer Zeit "Isch das mi lieblig Oberland" , weil es sich ganz anders darbietet als Hebel es beschrieben hat. Mit dem Abendlied "Abendglocken hört man wieder von den Türmen übers Land" verabschiedete sich das Trio "Blauer Wind" unter großem Applaus eines glücklichen Publikums.
Der nächste Muettersprochowe findet am ersten Montag im Oktober in Jörgers Strauße in Grafenhausen statt. Eingeladen als Dichtergast ist Roland Lederle.
Autor: bz
