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04. Dezember 2009
Ein Buch zum Schmökern
Martin Winterhalters Mundartband ist jetzt erschienen.
ETTENHEIM (hpb). Am Montagmorgen ist Martin Winterhalters Mundartbuch von der Vorsitzenden der Muettersprochgruppe rund um dr’ Kahleberg, Christel Mösch, in Anwesenheit von Bürgermeister Bruno Metz präsentiert worden.
Während Martin Winterhalter als "Feueranzünder" für die Muettersprochgruppe Ettenheim gilt, erhielt Christel Mösch für das Buch von Martin Winterhalter nun den Ehrentitel "Hebamme". Denn sie hatte immer wieder gedrängt und gedruggt, bis sein Erstlingswerk nun rechtzeitig auf das Jahresende hin, auch als besonderer Höhepunkt des Jubiläumsjahres, an die Öffentlichkeit gelangt. "So isches halt – s’ Läwe" ist sein einprägsamer Titel.
Gedichte, so Martin Winterhalter, kämen nicht auf Kommando, sie kämen, wenn das Gehirn sich lang genug damit beschäftigt habe, sich melde und die ersten Zeilen präsent seien. Die, so Martin Winterhalter, müssten dann aber schnellstens aufgeschrieben werden, egal um welche Uhrzeit. Und, sinnigerweise, meistens nachts zwischen drei und vier Uhr. Gedichte habe er schon sein ganzes Leben lang aufgeschrieben, in Versform verpackte Erzählungen, Berichte, Meinungen, Ausdruck des Erlebten. Von Reisen gab es in Versform Berichte, von Veranstaltungen oder Jubiläen ebenso und so manches an Lebenserfahrung konnte er auf diese Weise auch leichter, gefälliger und wohl auch "haltbarer" machen. Eben im wahrsten Sinne des Wortes, das Läwe festhalten, übermitteln und in dieser Form viel besser verdeutlichen als in einem noch so klugen Aufsatz oder in einem Referat.
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Und so sei der Titel des Buches auch entstanden, aus dem Leben, über das Leben und mit allem drum und dran. Natürlich auch mit viel Humor, zwischen den Zeilen, oder auch direkt, mit Humor sage sich’s auch viel besser und, so Martin Winterhalter, "d’Litt hän sowieso zwenig z’lache" und da will er mit seinem "So isches halt – s’Läwe" gegensteuern.
Da fänden sich viele Gschichtle aus Ettenheim, von Menschen und ihrem Erleben, da zeige sich aber auch ganz besonders, wie vielfältig die mundartliche Sprache ist. D’Muettersproch zeige alle Feinheiten des Lebens, ja, mit der Muettersproch könne sogar erst die Vielfalt der Dinge und des Tuns deutlich werden. Sein Buch ist natürlich auch Selbstbildnis. So könne man in seinem Buch manches entdecken aus seinem Leben, das sonst vielleicht verloren gegangen wäre. Und darüber hinaus: Natürlich sei das Buch zweisprachig. Im Dialekt mit all seiner Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten. Das zeige sich zum Beispiel in dem Gedicht "D’r Flohmarkt" mit seiner vielfältigen Ausdrucksweise für die Gebrauchsgegenstände.
Viele Geschichten seien natürlich aus Ettenheim und der Umgebung, so der Autor, aber keineswegs nur für die Menschen von hier. Es sei ein Lesebuch für alle, die Freude am menschlichen, an der Entwicklung des Miteinanders haben, die sich auch die Weisheit des Alters aus deren Erleben und Erfahrung zumindest "anlesen" wollen, die hineinschmökern in die frühere, gestrige, und die heutige Zeit.
Autor: hpb
