Ein hervorragend aufeinander eingespieltes Ensemble

Susanne Ramm-Weber

Von Susanne Ramm-Weber

Mi, 09. Mai 2018

Ettenheim

Die Batzdorfer Hofkapelle und Xenia Löffler an der Barockoboe begeistern beim zweiten Ettenheimer Musiksommerkonzert.

OFFENBURG. Das zweite Konzert im diesjährigen Ettenheimer Musiksommer hat die Batzdorfer Hofkapelle in der katholischen St. Nikolaus-Kirche Altdorf bestritten. Die Batzdorfer Hofkapelle, deren Mitglieder das Schloss Batzdorf bei Meißen bewohnen und instand halten, ist auf Barockmusik spezialisiert. Zu dem festen Ensemble mit Daniel Deuter (Violine), Tim Willis (Violine und Viola), Bernhard Hentrich (Violoncello), Tobias Schade (Cembalo), Stefan Maas (Theorbe) und Stephan Rath (Theorbe) stoßen je nach Musik und Besetzung musikalische Gäste, am Sonntag in Ettenheim die Barockoboistin Xenia Löffler. Musiksommer-Organisatorin Urte Lucht kennt sie bereits seit ihren Studientagen.

Das Programm war überwiegend in Moll gehalten, erst am Ende strahlte Dur. Mit dem Quartett "O Haupt voll Blut und Wunden" für Oboe, Violine, Viola und Basso continuo von Johann Gottlieb Janitsch (1708 – 1763) begann das Konzert verhalten. Gleich von Beginn an wird deutlich, dass hier ein hervorragend aufeinander eingespieltes Ensemble zu Werke geht. Es ist eine große Geschlossenheit im Spiel, das Bass-Fundament ist sehr dicht mit Cembalo, Cello und zwei Theorben, die zu der Gruppe der Lauteninstrumente gehören und sich durch einen zweiten Wirbelkasten am verlängerten Hals auszeichnen. Das Fundament gibt den Melodie-Instrumenten einen guten Halt. Sie können darüber brillieren. Die Barockoboe verströmt einen warmen, weichen Klang.

Insgesamt werden sechs Stücke gespielt. Auf das ruhige getragene Quartett folgt eine Triosonate für zwei Violinen und Basso continuo von Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788), sehr fein ausmusiziert, zunächst schwermütig im Charakter, dann flott, engagiert und schließlich gerät das Ganz in Tanzbewegung.

Für die Triosonate von Giuseppe Antonio Brescianello (1690 – 1758) gesellt sich die Oboe wieder hinzu. Der Charakter des Stücks ist heller, lichter. Im Allegro beweist Xenia Löffler eine tolle Fingerfertigkeit. Wie ein Feuerwerk geht es zur Sache, dann wird es leichter und wieder dichter. Es ist ein sehr souveränes Musizieren, lieblich, raffiniert im Wechselspiel und der barocken Kunst nach reich verziert.

Nach der Pause folgt wiederum von Johann Gottlieb Janitsch ein Trio mit Oboe, ausgehend von einem langen Ton zu Beginn. Das Spiel ist sehr harmonisch, das Zusammenspiel gelingt hervorragend aufeinander abgestimmt in Intensität und Klangfarbe. Die Musik bleibt insgesamt in den ihr eigenen Grenzen, heiter, leichter, passend zum wärmenden Sonnenstrahl, der durchs Fenster in den Kirchenraum von St. Nikolaus fällt.

Am Ende kommt die Oboe d’amore zum Einsatz

Die Sonata in f-Moll für zwei Violinen ist zunächst von einer Abwärtsbewegung gekennzeichnet, und bietet interessante Reibungen, rhythmische Finessen, mit Engagement herausgearbeitete Akzentuierungen, zunehmende Intensität und schließlich spitze Töne, schwingend im Rhythmus. Das kommt beim Publikum an. Am Ende kommt die Oboe d’amore zum Einsatz, die im Klang größer und durchdringender ist, als die Barockoboe. Das dreisätzige Konzert A-Dur von Carl Heinrich Graun (1703 – 1759) gelingt souverän galant mit schlanker Spielweise, reich an Figuren und musikantisch. Langer anhaltender Applaus wird mit der Wiederholung eines Satzes verdankt.