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06. Februar 2012

Fußwaschung für zwei Schulleiter

Erster Brauchtumsabend der Narrenzunft Sendewelle in Altdorf.

  1. Die Schulleiter Wolfgang Schaudt und Hans Peter König mussten in diesem Jahr die Fußwaschung über sich ergehen lassen. Foto: Sandra Decoux-Kone

  2. Die Zuckerpuppen Petra Gerhardt, Daniela Mild, Karin Jäck, Karin Foßler und Anke Beck erzählten beim Brauchtumsabend in Altdorf von ihrem Trip nach Hamburg auf den Kiez. Foto: Sandra Decoux-Kone

  3. Bernhard Mösch als stotternder Hausmeister Rudi. Foto: Sandra Decoux-Kone

ETTENHEIM-ALTDORF. Volles Haus und beste Stimmung haben am Samstagabend beim Brauchtumsabend in Altdorf geherrscht. Die Narrenzunft Sendewelle hat ihrem Publikum über fünf Stunden eine sehr kurzweilige und unterhaltsame Narrenshow geboten. Zur traditionellen Fußwaschung mussten die beiden Schulleiter Wolfgang Schaudt und Hans Peter König antreten.

Die Zeremonienmeister Felix Bauer und Rolf Mösch agierten als Mitarbeiter im Archiv und Fundbüro der Sendewelle. Angestaubte Ladenhüter und Krimskrams hatten die Beiden jedoch nicht in petto. Vielmehr wechselten sich Showtänze mit Wortbeiträgen ab. Eine Augenweide waren die vielen kunstvoll geschneiderten Kostüme. Den Auftakt des Programms übernahmen die Narrenratsfrauen. Vor der im Fundbüro gelagerten Kopie der Rialtobrücke aus Venedig tanzten sie zu venezianischen Klängen, hatten aber auch einen modernen Mambo im Gepäck. Eine unüberschaubare Schar an Tanzflöhen war samt Bär und Elefant aus dem Dschungel eingeflogen. Die farbenfrohe Choreographie war von Miriam Schiller und Anja Späth einstudiert worden.

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Mit viel Sarkasmus legte Dr. Klaus Märker seine Finger in die Wunden der Politik. Von Mappus bis Kretschmann, von Merkel bis Berlusconi – der Bogen des Wortakrobaten war weit gespannt. Die legendären Bonsai-Boys hatten die Mini-Playback-Show aus dem Archiv geholt. Als Schlagerstars mit eingekürzten Beinen animierten die Imitatoren Achim Oswald, Rainer "Zwerg" Holfoth, Frank "Moses" Moosmann, Mario Winterer, Jochen Henninger und Frank Pradel zum Mitklatschen und Mitsingen.

Ein Höhepunkt des Abends waren die Zuckerpuppen Petra Gerhardt, Daniela Mild, Karin Jäck, Karin Foßler und Anke Beck. Mit Augenzwinkern erzählten sie musikalisch von ihrem Trip nach Hamburg auf den Kiez, aber auch von ihrer Liebe zu ihrem Heimatort und der Hoffnung, dass dem 32. Stockfest trotz Platzwechsel noch viele weitere Dorffeste folgen werden.

Der Fundus an Tanzmädchen ist bei der Sendewelle groß. In vier Leistungs- und Altersstufen wird getanzt. Das Piccolo Ballett wird von Yvonne Fink-Dubnik, Corina Pradel und Christina Hunn trainiert, es zeigte einen Indianertanz. Samba als Inbegriff des südamerikanischen Lebensgefühls machte sich das Mediumballett mit ihren Trainerinnen Ines und Silke zum Tanzthema. Als Perlen des Ozeans entstieg das Sendewelleballett den Wellen des Meeres. Die Begeisterung im Saal war so groß, dass eine Zugabe fällig war.

Wolfgang Schaudt und Hans Peter König sind in Münchweier und Altdorf gestandene Schulmeister. "Es ist an der Zeit, dass diese beiden unserer Fußwaschung unterzogen werden", sagte Felix Bauer über die beiden neuen Träger des Fuß-waschordens. Zunächst jedoch mussten sie ihre "Treter" im Wasserzuber von den beiden Gesellen Rolf Mösch und Jochen Henninger behandeln lassen. Felix Bauer hatte ein bisschen im Nähkästchen gekramt und plauderte Interna aus. Königs übertriebene Gartenfürsorge kam ebenso ans Licht, wie die Tücken des Schaudtschen Autoparks. Dass die Beiden nicht nur pädagogisches, sondern auch musikalisches Talent haben, bewiesen sie bei ihrem Dank. Mit Saxophon und voller Kehle gaben sie Einblicke in die Schulmeisterei.

Bei Stotterer Rudi alias Bernhard Mösch blieb kein Auge trocken. Mit feinem und heftigem Humor sorgte er für viele Lacher im Publikum. Die Wonneproppen Yvonne Fink-Dubnik, Annette Andlauer und Silke Winterer sind mittlerweile eingeschult. Ihre Blicke und Ohren sind jedoch nach wie vor auf das Dorfgeschehen ausgerichtet. Mit Humor und spöttischer Zunge wurde Einiges glossiert, wie die Rohanschnecke auf dem Kreisverkehr, des Ortsvorstehers Mustersocken oder der besondere Hustensaft im Hause Brand .

Von den Tücken der Brautsuche berichteten die Hästräger mit ihrem Tanz. Amor und seine Helfer mussten bis zum Happy- End viele Pfeile verschießen. Pannen bei der Müllentsorgung und bei der Inbetriebnahme eines Neuwagens leuchteten musikalisch die "Drei Malheure" Michael Andlauer, Joachim Hunn, Laszlo Balling. Die Geschichten wurden von Mathias Lehmann bildlich in Szene gesetzt. Unterstützt wurde die Moritat vom Musikanten Mario Winterer und Galeristen Christian Hiller. Als Schotten irischen Ursprungs zelebrierte der Narrenrat als Altdorfs Highlander einen Stepptanz zur irischen Folkmusik, wobei vor allem Solotänzer Christian Hiller glänzte.

Info: Der Brauchtumsabend wird am Samstag, 11. Februar, 19.30 Uhr wiederholt – dann mit anderen Honoratioren bei der Fußwaschung.

Ein Online-Dossier mit Berichten, Porträts, Informationen, Fotos und Videos von den närrischen Aktivitäten in der Ortenau steht unter http://www.badische-zeitung.de.

Autor: Martin Oswald