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06. Dezember 2010

Geeignet Stammzellen zu finden, ist schwierig

Ettenheimer Schüler spendeten für die Stammzellendatenbank.

  1. Ettenheimer Schülerinnen und Schüler spendeten Geld für die Stammzellendatenbank. Foto: erika sieberts

ETTENHEIM (eri). Sie haben ganz selbstlos gespendet, 360 Euro für die Stammzellendatenbank für Leukämiekranke. Die letztjährige Klasse 7a der Realschule im August-Ruf-Bildungszentrum hat am Freitag mit ihrem Klassenlehrer Daniel Doll den Vollzug ihres Projekts gefeiert. Gekommen war die leitende Ärztin der Stammzellendatei, Elisabeth Lenartz, und ein Student, der sich mit Manuel vorgestellt hat. "Ich habe im Februar dieses Jahres Stammzellen gespendet", sagte Manuel vor den Mädchen und Jungen der jetzigen achten Klasse, die mit offenen Ohren seinen Erzählungen zuhörten. Denn wie genau ihr Geld verwendet wird und was Leukämie und Stammzellen sind, das war ihnen noch nicht ganz klar.

Doll klärte auf, dass es sich um ein Projekt im vergangenen Schuljahr gehandelt hat, wobei die Schülerinnen und Schüler Konzept, Organisation und Ausführung in Eigenregie umgesetzt haben. Damit sie Geld einnehmen, haben die Jugendlichen Hot Dogs und Kuchen verkauft und sich entschlossen, dass sie den Erlös von 360 Euro komplett für die Stammzellendatenbank spenden wollen. "Das haben sie unter sich ausgemacht", sagte der Lehrer. Im Internet sei geforscht worden, wo die Gelder am besten angelegt seien, wenn man regional dorthin spenden wollte, wo es am dringendsten gebraucht wird.

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Es sei eine lange aber nicht sehr unangenehme Prozedur gewesen, berichtete Manuel von seiner Spende. Zuerst sei ihm bei einer Aktion der medizinischen Fakultät an der Uni Freiburg Blut abgenommen worden, um ihn zu typisieren. Nachdem sein Blut die gewünschten Parameter erfüllt hatte, sei er zu einer weiteren Untersuchung in die Uniklinik eingeladen worden. Dann habe er Medikamente bekommen, die die Bildung seiner Stammzellen unterstützen. "Zwei Wochen später wurde ich an einen Apparat angeschlossen, aus dem ich Stammzellbildung fördernde Präparate bekommen und zugleich Stammzellen mit meinem Blut entnommen bekommen habe", berichtete Manuel, "nach vier Stunden war die Sache erledigt." Die Schüler staunten. "War das nicht sehr unangenehm", wollten sie wissen. Nein, sagte Manuel, erstens habe er Getränke und etwas zu Essen bekommen, und dann durfte er sich ein paar DVDs aussuchen, die er während der Spende auf einem großen Bildschirm anschauen konnte. Außerdem gab es noch einen Buch- und Kinogutschein.

Die Ärztin Elisabeth Lenartz sagte, dass es äußerst schwierig sei, geeignete Stammzellen für Leukämiepatienten zu erhalten. Leukämie, auch Blutkrebs sei eine Krankheit, bei der sich die weißen Blutkörperchen massiv vermehrten und die Blutbildung im Knochenmark übernehmen. Um die Krankheit zu heilen, sei der Austausch des gesamten Systems nötig. Immerhin könne man inzwischen für 80 Prozent der Patienten innerhalb von sechs Monaten einen passenden Spender finden. Ohne Stammzellenspende müssten die Patienten sterben.

Da allein die Laborkosten für die Untersuchungen 50 Euro kosteten, sei man sehr froh über die Spende der Schülerinnen und Schüler aus Ettenheim. Lenartz: "Das ist ein wichtiger Baustein für uns." Schulleiter Christof Terglane zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Klasse für kranke Menschen.

Autor: eri