Gegen Überdüngung der Böden

Klaus Schade

Von Klaus Schade

Fr, 08. Dezember 2017

Ettenheim

Weinbauberater Johannes Werner vom Landratsamt informierte Winzer und Landwirte über die neue Düngeverordnung.

ETTENHEIM-MÜNCHWEIER. Die neue Düngeverordnung war Thema eines Treffens von rund 80 Winzern und Landwirten aus der Region im Rebstock in Münchweier. Die Verordnung, die seit Mitte des Jahres rechtsgültig ist, zielt darauf ab, landwirtschaftlich genutzte Böden und die Umwelt nicht noch stärker zu belasten. Stichworte sind hier: intensive Düngung oder ungebremste Ausbringung von Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten oder Pflanzenschutzmitteln.

Die Zuhörer konnten mit dem Besuch der Veranstaltung gleichzeitig als Gutschrift den geforderten Sachkundenachweis verbuchen. Die WG Münchweier-Wallburg-Schmieheim – ihr gehören inzwischen ja auch etliche Winzer der ehemaligen, inzwischen aufgelösten WG Ettenheim an – hatte das Treffen von Erzeugern mit dem Weinbauberater Johannes Werner vom Landratsamt Offenburg organisiert. Werner hatte seinen Vortrag klar strukturiert und gut visualisiert. Erst ging Werner auf die vielfältigen Schadensursachen und die damit verbundenen Diagnosen ein – Beispiele, die den Winzern vielfach vertraut waren, nicht zuletzt aus der diesjährigen Vegetationszeit der Trauben mit den teilweise verheerenden Frostschäden.

Bei seinen Ausführungen zu den geltenden Abstandsregelungen, zur Zulassungsänderung, Fördermöglichkeiten bei Handarbeitslagen oder Umstrukturierungen konnte der junge Weinbauberater die von den Winzern gestellten Rückfragen fachkundig beantworten. Immer wieder zeigte er Verständnis für die Sorgen und Nöte der Winzer.

Den breitesten Raum nahm abschließend die neue Düngeverordnung ein. Sie setzt eine Düngebedarfsermittlung für Stickstoff und Phosphat für jede einzelne genutzte landwirtschaftliche Fläche voraus, also auch für jeden "Schlag" eines Winzers. An mehreren Beispielen zeigte Werner auf, wann für eine Fläche ein Nährstoffvergleich erforderlich ist, wann der Betreiber davon befreit ist – und wie es mit den Folgenachweisen aussieht.

Für die Düngebedarfsermittlung können Landwirte und Winzer auf ein Computerprogramm zugreifen, das Werner vorführte und aufzeigte, wie eine Nährstoffvergleichsberechnung durchgeführt werden kann. Weitere Informationen hierzu gibt es unter http://www.duengung-bw.de

Für Klaus Rösch, den Vorsitzenden der veranstaltenden Winzergenossenschaft, der eingangs den Referenten und die zahlreichen Besucher begrüßt hatte, waren all die digitalen Hilfsmittel nur ein kleiner Trost. Die neue Verordnung verlange dem Winzer "noch mehr Schreibkram" als bisher ab. Bei der einen oder andern kritischen Rückfrage zu Theorie und Praxis der Verordnung musste auch Weinbauberater Werner einräumen, dass "noch vieles in den Kinderschuhen" stecke.