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13. Oktober 2017

Grelles, großes, griffiges BiZ-Graffiti

14 Schülerinnen und Schüler der Kunst-AG schaffen ein farbintensives Kunstwerk / Ergebnis aus Workshop mit Profi OpenMike.

  1. Die Graffiti-Künstler der Kunst-AG am BiZ mit ihren Lehrerinnen Madeleine Grussenmeyer und Andrea Becker. Stehend rechts Graffiti-Künstler OpenMike. Foto:  Agentur Kreativgarten

  2. Cooler Eingangsbereich zum BiZ mit neuem Graffiti Foto: Werbeagentur Kreativgarten

ETTENHEIM. Grell, groß, griffig, feuerrot, cool – seit einigen Tagen zieht ein riesiges 2,15 auf 9,80 Meter großes Graffiti am Haupteingang zum August-Ruf-Bildungszentrum die Blicke auf sich. Es ist das Ergebnis eines zweitägigen Graffiti-Workshops von BiZ-Schülern und Graffiti-Künstler OpenMike. Der Impuls kam von den beiden Lehreranwärterinnen Madeleine Grussenmeyer und Andrea Becker.

Im Zentrum des Graffitis, gehalten von überdimensionalen weißen Händen, steht selbsterklärend der Schriftzug "BiZ" – in den Farben der Segel, mit denen das BiZ-Schulschiff die Einheit aus Realschule, Werkrealschule und Grundschule seit langem symbolisiert. Nicht verwunderlich, dass das Graffiti im Umfeld dann auch das Blau des Wassers aufgreift, in dem das Schulschiff wogt. Pfiffig der Einfall, den i-Punkt mit dem Kopf eines Boxerhundes zu gestalten. Unverkennbar: Emil, der Schulhund, der aus dem Leben der Schule kaum mehr wegzudenken ist.

Das Graffiti ist wohl durchdacht – und hat seinen Hintergrund. Die beiden Lehramtsanwärterinnen Madeleine Grussenmeyer und Andrea Becker stießen beim Besuch der Didacta in Stuttgart auf den Stand der Firma Herma, die seit einiger Zeit ihre Ordner und Sammelmappen von Graffiti-Künstler Michael Becker alias OpenMike ansprechend gestalten lässt. Von einem von Herma ausgeschriebenen Graffiti-Wettbewerb ließen sich die beiden angehenden Lehrerinnen – beide werden in ihrem Fach Kunst von Mentor Tobias Schwab betreut – ansprechen. Schnell hatten sie die Acht- und Neuntklässler ihrer Kunst-AG begeistert, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen – mit Erfolg: Die Jury des Filderstädter Etiketten- und Haftmaterialienherstellers setzte die Entwürfe der 14 jungen BiZ-Künstler auf Platz eins.

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Der Preis: ein zweitägiger Graffiti-Workshop mit dem in der Szene bekannten Writer (Sprayer). "Das machte echt Fun", strahlt die 13-jährige Farida. "Das haben die Verantwortlichen richtig cool gemacht", pflichtet ihr die 14-jährige Nicole im Rückblick auf die ersten Grundübungen, auf die Basics, auf Brainstorming bis schließlich zum Burner, wie die Szene die komplexe Konzeptgestaltung nennt, bei.

Luca, verblüffenderweise der einzige teilnehmende Junge neben sonst lauter Mädchen, ist derweil noch mit letztem Feinschliff an der Wand beschäftigt. Schon seit November vergangenen Jahres, seit einem Ausflug der Klasse in die Lahrer Malerfachschule, hat er sein Blackbook für Entwürfe und betätigt sich in Lahr "an einer legalen Wand", wie ihm wichtig ist zu betonen, als Sprayer.

Trotz dieser Erfahrung hat er an diesen zwei Tagen noch einmal richtig viel dazu gelernt. Und die beiden betreuenden Lehrkräfte finden ebenso erfreulich wie bemerkenswert, dass der "character", wie die Sprayer die comicartige, figürliche Darstellung eines Graffitis bezeichnen, hier nicht etwa vom großen Mike, sondern von den Schülern selbst konzipiert wurde.

Von ihrer Idee haben die Lehramtsanwärterinnen und ihre Schülerinnen und Schüler Schulleiterin Beate Ritter offensichtlich schnell überzeugt gehabt. Ein Anruf beim Städtischen Bauamt, von dort gab es "grünes Licht" für dieses außergewöhnliche Schülerprojekt, erklärt Madeleine Grussenmeyer und Andrea Becker auf Nachfrage.

Der Vertrauensvorschuss war mehr als berechtigt, wie das fertige Kunstwerk zeigt. Open Mike, das Filderstädter Unternehmen wie auch "kreativgarten", die begleitende Werbeagentur, stuften am Ende das Ergebnis als "bemerkenswert" ein. Die vorbei eilenden Schüler kommentierten das Werk schon vor dem letzten Druck auf die Spraydose sowieso als "einfach nur cool".

Autor: Klaus Schade