Grenze für den Bauboom im Westen rückt westwärts

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Mi, 23. Mai 2012

Ettenheim

Gestern unterzeichneten Stadt und Kommunalkonzept einen Erschließungsvertrag für die Fürstenfeld-West-Erweiterung.

ETTENHEIM (fi). Westwärts in Richtung weiter Prärie bewegten sich dereinst die Siedlertrecks. Westwärts strebt auch die Stadt mit ihrer Siedlungspolitik. Doch dort wartet nicht die weite Steppenlandschaft des Wilden Westens, sondern ein Feld, auf dem einst Mais angebaut wurden. Auf einer Fläche von rund 3,2 Hektar, westlich des Neubaugebiets Fürstenfeld-West und zwischen Autobahnzubringer (Norden), Marbachgraben (Westen) und Schwarzwaldstraße gelegen, will Ettenheim neuen Raum für Doppelhäuser, Einfamilienhäuser und Geschosswohnungsbau schaffen. Der entlang des neuen Baugebiets derzeit noch verdolte Marbach soll bei der Erschließung dann auch offengelegt und revitalisiert werden.

Im Rathaus wurde gestern mit der Freiburger Rüdiger Kunst Kommunalkonzept ein Erschließungsvertrag unterzeichnet. "Nach der Entscheidung im Gemeinderat pro Erweiterung von Fürstenfeld West ist dies der zweite, wichtige Schritt für die Erweiterung der Stadt in Richtung Westen," erklärte Bürgermeister Bruno Metz gestern vor der Presse. Aus seiner Sicht ist diese Erweiterung um etwa 50 bebaubare Grundstücke eine notwendige Antwort auf die hohe Nachfrage nach Bauplätzen in Ettenheim. Der erste Teil des Baugebiets Fürstenfeld West mit 92 Bauplätzen, auf dem vor gerade einmal eineinhalb Jahren der erste Spatenstich für ein Bauprojekt erfolgte, ist bis auf ein Grundstück bereits bebaut beziehungsweise verkauft. Jeder zweite Bauherr im Baugebiet komme aus Ettenheim oder einem seiner Ortsteile, so Bürgermeister Metz. "Eine überraschend hohe Nachfrage gab es für Geschosswohnungen in Mehrfamilienwohnhäuser. Nicht selten waren es ältere Hausbesitzer aus der Stadt, die in die Ruhestandphase übertreten und der nächsten Generation das Einfamilienhaus überließen, oder sie suchten barrierefreies Wohnen", erklärte Metz. Um diese Lebensplanung weiter zu unterstützen, werde auch im Erweiterungsgebiet Flächen für Geschosswohnungsbau vorgehalten.

Dass die Nachfrage nach Bauland im Fürstenfeld in den vergangenen Jahren zwei Jahren "explodiert" war sei überdies auch der allgemein guten wirtschaftlichen Entwicklung und den niedrigen Zinsen geschuldet, glaubt der Bürgermeister. "Eine solch rasante Entwicklung erwarten wir für die Erweiterungsfläche allerdings nicht," erklärte Metz, obschon beim Chef des Liegenschaftsamtes, Martin Oswald, erste Anfragen für Grundstücke auf der Erweiterungsfläche vorlägen. Etwa 85 Prozent der neuen Fläche (3,2 Hektar), sind inzwischen im Besitz der Stadt, der Rest blieb in Privathand. "Drei private Besitzer werden jetzt mit Grundstücken ins Umlageverfahren gehen", erklärte Sybille Hurter, die Projektleiterin von Kommunalkonzept.

Rund zwei Millionen Euro umfasst das Finanzierungsvolumen von Kommunalkonzept für die Erschließung des neuen Baugebiets, die bis zum Sommer 2013 abgeschlossen sein soll. Spätestens dann kann mit der Bebauung der Grundstücke begonnen werden. Die Refinanzierung für Kommunalkonzept ist über den Verkauf von Grundstücken geregelt. Im ersten Teil des Baugebiets Fürstenfeld West, das ebenfalls von der Freiburger Entwicklungsgesellschaft erschlossen wurde, waren Grundstückspreise von 165 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Bürgermeister Metz und Sybille Hurter rechnen hier mit einem leichten Anstieg der Preise, weil die Baukosten inzwischen gestiegen seien.