"Heaven" bringt viel Bewegung in die Kirchenbänke

mima

Von mima

Di, 08. März 2016

Ettenheim

Erstes gemeinsames Konzert von Ruster Gitarrengruppe Saitenwind und den Gospel-Singers / Rappelvolle Landelinskirche.

ETTENHEIM-ETTENHEIMMÜNSTER (mima). So rappelvoll ist die barocke Landelinskirche selten. Beim Doppelkonzert der Ruster Gitarrengruppe Saitenwind mit den Rheinhausener Gospel-Singers waren am Samstag sämtliche Bankreihen besetzt. Als Thema für ihr erstes gemeinsames Auftreten hatten sich die Laienmusiker "Heaven" ausgesucht, den spirituellen Himmel.

Zum Einstieg spielten die elf Instrumentalisten des Saitenwind eine Hymne von Barclay James Harvest, passend zum Einzug der 36 Gospelsänger mit regenbogenfarbigen Schals. Die legten gleich unter Leitung von Andrea Frieß mit dem traditionellen "Heaven is a wonderful place" schwungvoll-dynamisch los. Etwas bedächtiger ging es beim einst von Mahalia Jackson und Nat King Cole populär gemachten Spiritual "Steal away" zu. Und schon nahm der Chor wieder Schwung mit "God has smiled on me" auf.

Das Publikum nahm anfänglich den Swing noch eher zurückhaltend auf. Das sollte sich jedoch ändern, schon beim besonders temporeichen "I can tell the world" mit jubelndem Gotteslob. Da harmonierte der Chor vielstimmig besonders prächtig, die Zuhörer gerieten trotz eng besetzter Kirchenbänke in Bewegung. Saitenwind war vor elf Jahren aus einem Gitarrenkurs heraus entstanden und wird inzwischen von Daniel Medla geleitet. Bei einem Konzertbesuch hatten sie die Gospel Singers kennen gelernt und daraufhin einen gemeinsamen Auftritt angeregt. In der Landelinskirche empfahlen sie sich weiter mit "Keinen Tag sollte es geben" und dem balladenhaften "Und der Himmel schaut zu". Dann brillierten die Gospel Singers nach "Only you" von Vincent John Martin mit lyrisch-besinnlichen "The River" von Brian Doerksen, interpretierten schließlich als besonderes Bonbon das legendäre, pazifistische Jazz- Gospel "Down on the Riverside" mit gehörigem Temperament und hohem Tempo, auch mit Solistin Nicole Dold.

Saitenwind präsentierte dann den "Schwarzen Vogel" als melancholisches Todes-Abschiedslied, von Bertold Scherer
gesungen. Es folgten John Lennons "Imagine" mit Elisabeth Kossmann als Gesangssolistin, Eric Claptons "Tears in heaven" mit Marcel Koch. Zum krönenden gemeinsamen Abschluss erklang Bob Dylans eindringlicher Ohrwurm "Knockin’ on heaven’s door". Als heimatliche Zugabe wurde schließlich ein aus dem Österreichischen alemannisiertes melancholisches "A ganzi wieli" angestimmt. Dann spendete das trotz deutlich kühlem Kirchenraum längst aufgewärmte Publikum eine stehende Ovation.