"Heimat ist mehr als Bollenhut und Blasmusik"

Karin Heiß

Von Karin Heiß

Mo, 10. September 2018

Ettenheim

In Waldkirch wurde die Ettenheimerin Christel Mösch mit der Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

WALDKIRCH/ETTENHEIM. Zum würdevollen Auftakt des Landesfestwochenendes aus Anlass der Heimattage 2018 in Waldkirch wurden zehn engagierte Menschen aus Baden-Württemberg mit der Heimatmedaille des Landes bei einem Festakt in Waldkirch ausgezeichnet. Darunter auch die 83-Jährige Christel Mösch aus Ettenheim, die Vorsitzende der Muettersprochgruppe "Rund um d’r Kahleberg" (siehe auch BZ vom 1. September).

"Ihre Hingabe, ihre Tätigkeiten, ihr Handeln und ihr Bestreben manifestiert sich in ganz verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, aber eins ist ihnen allen gemein: Heimat ist Ihnen wichtig und deren Gestaltung und Erhaltung im nachhaltigen, gemeinnützigen Sinne", erklärte Waldkirchs Oberbürgermeister Götzmann, einer der Festredner. Wenn es um Heimat gehe, gehe es um viel mehr als Bollenhut und Blasmusik", betonte die Wissenschaftsministerin des Landes, Theresia Bauer. Heimatpflege sei auch immer das Bemühen um Integration von Fremdem. Die Ministerin zitierte hier Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der gesagt habe: "Heimat wird nicht weniger, wenn man sie teilt." Ob Freiwilligenarbeit oder Ehrenämter, diese Tätigkeiten seien Zeichen dafür, "wie frei und stark eine Gesellschaft ist". Das sei gelebte Demokratie und Einsatz für die Heimat. Auch Karlheinz Geppert vom Landesausschuss Heimatpflege würdigte die Bedeutung von Heimat und dem Einsatz für sie.

Anstatt weiterer Festreden wurden Kurzfilme gezeigt, die bei den zehn zu Ehrenden zu Hause gedreht wurden. Unter ihnen auch Christel Mösch (geboren 1934) aus Ettenheim. Mösch war bereits in jungen Jahren aktiv in mehreren örtlichen Vereinen. Seit der Gründung 1984 ist sie Vorsitzende der Regionalgruppe der Muettersproch-Gsellschaft mit über 300 Mitgliedern. Das ganze Jahr hindurch hält sie "mit ihrer besonders engagierten, temperamentvollen und fröhlichen Art Mundartvorträge und tritt im Besonderen durch die monatlichen Stammtische ihrer Gruppe für den Dialekt ein". Auch sei ihr die Verbindung ins benachbarte Elsass und zur dortigen Sprache ein wichtiges Anliegen. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit liegt in der Fastnacht. Über 25 Jahre gehörte sie den "Babelotten" an, der Frauengruppe der Ettenheimer Fasend und seit 30 Jahren ist sie aktives Mitglied im Historischen Verein Ettenheim.

Unter den Geehrten war auch Irma Barraud (geboren 1936) aus Lahr. Sie Gründerin und Leiterin der Frauengruppe der Landsmannschaft Ost-/Westpreußen in Lahr (siehe auch Seite "Lahr").