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21. Februar 2009

Hilfe kommt in Bananenkisten aus der Ortenau

Evi Butz engagiert sich seit Jahren für ein Rumänien-Hilfsprojekt / Nach Schulranzen jetzt Lebensmittel für die Armenregion

  1. Für Familien, Kinder und alte Menschen in Aninoasa sind die Lebensmittelpakete Hilfe in der Not. Foto: Förderverein

ETTENHEIM-ETTENHEIMWEILER (fi). Erst wenn wieder eine Ladung mit Hilfsgütern ins Schildtal, eine der ärmsten Regionen in Rumänien, unterwegs ist, scheint Evi Butz sich ein wenig Ruhe zu gönnen. "Wirtschaftskrise hin oder her, im Vergleich zu den Menschen im Schildtal und vielen anderen Regionen in dieser Welt, geht es uns sehr gut. Helfen zu können und deren Not etwas zu lindern, das treibt mich an", sagt die Hebamme aus Ettenheimweiler. Und sie redet nicht nur, sie packt an: Im Herbst des vergangenen Jahres sammelte sie fast 600 Secondhand-Schulranzen für Kinder in Rumänien (wir berichteten). Vor Weihnachten waren es dann 1,5 Tonnen Lebensmittel, die inzwischen ihre Adressaten in Aninoasa im Schildtal erreicht haben.

Evi Butz arbeitet eng mit dem Ortenauer Förderverein "Hilfe für Menschen" von Elke und Gerhard Rudolf zusammen. Der Verein, der inzwischen auch von der Landesstiftung Baden-Württemberg als Hilfsorganisation anerkannt wird und seit Dezember 2008 von ihr 50 Prozent der Kosten für Hilfsgütertransporte ins Schildtal erstattet bekommt, stellt seit elf Jahren Konvois zusammen und bringt die Hilfsgüter ins 1600 Kilometer entfernte Aninoasa. "Ohne Menschen wie Evi Butz, könnten wir unsere Hilfe für die Menschen in der ärmsten Region in Rumänien, denen es an Kleidung, Medikamenten und bei diesem harten Winter vor allem an Nahrungsmitteln mangelt, nicht aufrechterhalten", sagt Elke Rudolf, die Vorsitzende des Vereins.

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Dass sich um die Jahreswende noch einmal eine Lastwagen-Ladung mit Lebensmitteln in die ehemalige Bergwerksregion im Südwesten von Rumänien auf den Weg machen konnte, dafür hatte einmal mehr Evi Butz den Anstoß gegeben. Diesmal hatte sie Sabine Meier, Leiterin der Montessori-Schule in Schuttertal, an der auch die beiden Töchter Evi Butz’ zur Schule gehen, für eine Aktion zugunsten des Fördervereins gewinnen können. "Wir haben bei den Eltern für das Projekt geworben, Flugblätter in den Schuttertalgemeinden verteilt und schließlich Bananenkisten in den Klassenzimmern deponiert. Nach und nach haben die Kinder von zu Hause Mehl, Zucker, Reis oder Süßigkeiten mitgebracht und die Kisten gefüllt", erzählt die Ettenheimweilerin.

Einmal mehr fand die gebürtige Kürzellerin auch Unterstützung in ihren alten Heimat. Die katholische Kirchengemeinde Kürzell startete einen Aufruf. Es dauerte nur wenige Tage und in der Garage des Elternhauses stapelten sich die Bananenkisten. "Ganz besonders rührend fand ich einen alten Mann, der Kerzen für rumänische Familien vorbeibrachte. Er kam wenige Stunden später noch einmal mit Streichhölzern, weil er gehört hatte, dass es in Rumänien daran mangele. Das ist die Kriegsgeneration, bei der die Not unmittelbar nach dem Krieg noch in guter Erinnerung ist und die mit dem Menschen dort mitfühlen kann", beschreibt Evi Butz eine ihrer ganz persönlichen Erfahrungen mit den Menschen, die sie anspricht und für ihre Hilfsaktion gewinnen kann.

So kamen etwa 1,5 Tonnen Lebensmittel zusammen, die in der Garage ihrer Eltern in Kürzell zu familiengerechten Paketen zusammengestellt wurden. Mit 69 Bananenkartons wurde schließlich ein 7,5-Tonner beladen. Dazu kamen noch 1,6 Tonnen Weizengrieß für die Herstellung von Nudeln, eine Spende der Huber-Mühle in Niederschopfheim. Der Freundeskreis Willstätt-Wennappuwa/Sri Lanka brachte sich mit einer Spende von 60 Kartons Einwegwindeln ein. Das Sanitätshaus Vogel in Offenburg spendete einen Rollstuhl und zwei Gehhilfen und die Imkerfamilie Schmälzle aus Ottenhöfen gab noch 90 Kilo Honig dazu.

Inzwischen sind die Rudolfs von ihrer einwöchigen Fahrt nach Aninoasa zurück. Mehr als 40 Familien hatten Bananenkartons erhalten. Und Evi Butz? Sie hat schon ihre nächste Aktion vor Augen. Nach der Fasnachtspause wird sie wieder Partner vor Ort suchen und Türklinken putzen. Butz: "Die Menschen im Schildtal brauchen unsere Hilfe, und das Engagement hier macht mir Freude. Ich bin allen dankbar, die mich und besonders den Förderverein dabei unterstützen".

Autor: fi