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19. November 2008

Holz im Ofen: Energie und Geld sparen

Energietage informieren über modernste Feuerungstechnik beim Brennstoff Holz / Podiumsdiskussion und Fachvorträge

  1. Nicht die modernste Feuerungstechnik, aber eine sehr gemütliche: das prasselnde Kaminfeuer. Foto: Brigitte Sasse

ETTENHEIM. 30 Prozent des Gesamtverbrauchs an fossilen Energieträgern (Erdöl, Gas) können dem Bereich Bauen und Wohnen zugeordnet werden. Dabei rührt der Energieverbrauch der privaten Haushalte zu etwa drei Viertel vom Bedarf an Raumwärme. Das ist eine der Aussagen einer gerade veröffentlichten Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie mit dem Titel "Zukunftsfähiges Deutschland". Wer an den Stellschrauben Ressourcenverbrauch und Kosten zugleich drehen will, der müsse in Wärmedämmung und moderne und ökologische Heizungssysteme investieren, so die Wissenschaftler. Letzteres ist das Thema der Ettenheimer Energietage am 22. und 23. November unter dem Motto: Heizen mit erneuerbaren Energien.

Am kommenden Samstag wird Bürgermeister Bruno Metz bereits die siebten Ettenheimer Energietage eröffnen können. Vor sieben Jahren war die Premiere eine Reaktion auf die Verwüstungen durch Lothar. Damals hatte der Sturm viele Hektar Waldfläche auch im Ettenheimer Forst niedergestreckt und über Nacht für Tausende Festmeter Bruchholz gesorgt. Irgendwie fanden sich dann Siegfried Rapp, Professor für Biomasse-Feuerungssysteme an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg, und Ettenheim. Das Ergebnis des Rendezvous: Der Professor, in Deutschland einer der aktivsten Fürsprecher für eine intensivere Nutzung von Holz in Heizsystemen als Beitrag zum Klimaschutz , und die Stadt, die sich das kommunalpolitische Ziel gesetzt hat, fossile Energieressourcen einzusparen, um damit Energiekosten zu senken und dies durch konsequentes Einsetzen von regenerativen Energiequellen zu unterstützen, stampften ein Projekt aus dem Boden, das zumindest landesweit seinesgleichen sucht: die Ettenheimer Energietage. So urteilt zumindest Siegfried Rapp, der als Beauftragter des Landeswirtschaftsministeriums in Sachen effiziente Nutzung von Heizungssystemen für erneuerbare Energien unterwegs ist.

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Mit im Boot war von Anfang an auch das Handwerk. "Bei den ersten Energietagen mussten wir kompetente Ansprechpartner für die Feuerungstechniken noch in Österreich suchen, inzwischen haben wir die Kompetenz vor Ort, beim regionalen Handwerk", erklärte Bürgermeister Metz gestern vor der Presse.

Dass das Know-how auf breiter Basis längst in der Region vorhanden ist, unterstrich auch Michael Pfütze, Innungsobermeister der Sanitär- und Heizungstechnik: "Bei der Nutzung von Holz als Energieträger ist die Technik das entscheidende." Bei den Energietagen am Wochenende werden einmal mehr Fachleute von Betrieben aus der Region als Ansprechpartner zu Heizsystemen mit Holz oder Pellets zur Verfügung stehen, kündigt Pfütze an. 27 Aussteller werden sich am Wochenende in und vor der Stadthalle an Messeständen präsentierten.

"Wir erwarten wieder mehr als 1000 Besucher an den beiden Tagen", sagte Martin Oswald, der Fachbereichsleiter Liegenschaften im Rathaus und für die Organisation der Energietage verantwortlich. Neben den ausstellenden Fachbetrieben werden am Samstag von 11.30 Uhr bis gegen 16 Uhr gleich mehrere Fachvorträge aus dem Themenbereich Holz und Energie gehalten. Eröffnet wird die Veranstaltung am Samstag um 14.30 Uhr von Bürgermeister Metz und Friedrich Bullinger, Ministerialdirigent im Wirtschaftsministerium. Danach – gegen 15 Uhr – wird Rigobert Zimpfer, Chef der Ortenauer Energieagentur, eine Podiumsdiskussion zum Thema "Regenerative Energien – Verfügbarkeit und Kostenentwicklung – moderieren. An beiden Messetagen lässt der Holzskulpturenkünstler Bertram Bilger im Außenbereich Kunstobjekte mit der Motorsäge entstehen.

Autor: Klaus Fischer