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20. Juni 2009
Läbigi Mundart rund um dr Kahleberg
Seit 25 Jahren setzt sich die Muettersproch-Gruppe für den Erhalt des Dialektes ein / Feier und Gottesdienst auf dem Programm.
ETTENHEIM (hpb). "Alemannisch isch guet, alemannisch het Reiz, nit jeder, wu schnell schwätzt, sait ebbis Gscheits." So lautet ein selbstbewusster Spruch, den sicher auch die Mitglieder der Ettenheimer Muettersproch-Gruppe kennen. Seit 25 Jahren pflegen sie die Mundart "rund um dr Kahleberg."
Der Präsi der Muettersprochgsellschaft, Klaus Poppen, war damals eigens nach Ettenheim auf den Heuberg gekommen, als die Gruppe gegründet wurde. Bis heute ist Christel Mösch die Vorsitzende. Sie ist der Motor der Gruppe, die die Mundart der südlichen Ortenau bis heute erhalten und wieder beleben will. Damals waren es 25 Gründungsmitglieder, heute gehören zu ihrem Einzugsbereich 320 Männer und Frauen. In den vergangenen Monaten hat die Gruppe allerdings 20 Mitglieder verloren. Christel Mösch hofft, dass der Verlust bald wieder mit neuen Mitgliedern wettgemacht ist.Fünf Leitzordner, überquellend von Zeitungsberichten, Protokollen und Bildern geben Zeugnis über die Aktivitäten. Von Anfang gab es alle zwei Monate Stammtische. Ein wahrer Renner: Wer nicht rechtzeitig kommt, muss sich irgendwo "niiquetsche". Wenn Mundartdichter oder -künstler kommen, um ihre Werke vorzutragen, wird es ebenso eng.
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Die Gruppe startete neben den Dichterlesungen viele weitere Aktionen, um die Mundart unters Volk zu bringen: 1990 und 2000 fanden die Mitgliederversammlungen der gesamten Muettersprochgesellschaft in der Stadthalle Ettenheim statt. Sie wurden unter anderem "vom Brossmer Fritz", der Trachtenkapelle Ettenheimmünster, der Akkordeongruppe Hauge und der Tanzgruppe Ettenheimmünster unterhalten. Die Kahlenberggruppe organisierte auch bunte Abende mit Künstlern im Bürgersaal, im Lammsaal und in der Stadthalle, auch die Alemannische Bühne Freiburg kam zu Gastspielen.
Die Gruppe weckte auch kulinarische Erinnerungen: Seit 1984 bieten Christel Mösch und weitere aktive Frauen Striiwli, zuerst beim Martinimarkt und später beim Weihnachtsmarkt, an. Nebenbei wurde bei dieser Gelegenheit auch die eine oder andere Beitrittserklärung zur Muettersprochgruppe unterschrieben.
Die Muettersprochler zeigten auch Präsenz beim Bärenbrunnenfest, beim Weinfest, bei Heimatabenden und bei der Reb- und Ackerbauzunft. Aber auch bei Altennachmittag waren sie immer wieder gern gesehene und gehörte Gäste. Bei soviel Engagement verwundert es nicht, dass der Heimatpreis 1997 des Ortenaukreises an die Gruppe überreicht wurde. Damit nicht genug: Beim Ettenheimer Neujahrsempfang im Januar 2000 erhielt Christel Mösch die Landesehrennadel für ihr Engagement für Heimatpflege und den Erhalt der Bräuche, alter Rezepte und der alemannischen Sprache.
Zu den heutigen Aktivitäten zählen regelmäßige Ausflüge ins Ländle, ins Elsass oder nach Singen ins Mundarttheater. Regelmässig ist die Gruppe beim Schwarzwaldtag im Europa-Park mit Mundart-Sächele und Mundarträtsel dabei sowie am 1. Januar beim Treff badischer und elsässischer Freunde am Rhein.
Autor: hpb
