Mit kriminalistischem Spürsinn in die Vergangenheit

Bernhard Uttenweiler

Von Bernhard Uttenweiler

Fr, 08. Dezember 2017

Ettenheim

Dieter Weis machte die Erforschung der Geschichte seiner Heimatstadt Ettenheim zu seinem Hobby / Heute wird er 75 Jahre alt.

ETTENHEIM. Seit nahezu 40 Jahren beschäftigt sich der Ettenheimer Heimatforscher Dieter Weis voller Leidenschaft mit der Geschichte seiner Heimatstadt. Heute feiert er seinen 75. Geburtstag.

Zur Geschichtsforschung stieß Dieter Weis 1978 im Zusammenhang mit der von Stadtrat Kurt Bildstein initiierten Kulturhistorischen Woche. Als Mitglied im Pfarrgemeinderat sollte er in dem kleinen Ausschuss Ettenheimer Bürger, die die Ausstellung vorbereiteten, bei der Beschaffung von Exponaten aus dem kirchlichen Bereich behilflich sein. Dabei entstand die Verbindung zu dem Ringsheimer Historiker Hubert Kewitz, der ihn in die Archivbenutzung und Quellenkunde einführte. Wenige Jahre später konnte Dieter Weis die Mitglieder des Pfarrgemeinderates dazu gewinnen, zur 200. Wiederkehr der Weihe der Ettenheimer Pfarrkirche St. Bartholomäus ein Festbuch herauszugeben. 1982, rechtzeitig zum Jubiläum, erschien das grundlegende Werk zur Geschichte der Kirche und der Pfarrei. In diesem Buch stammen mehrere Abhandlungen aus seiner Feder, einige von Hubert Kewitz. Darüber hinaus konnte Weis auch Autoren aus dem universitären Bereich für die Mitarbeit gewinnen. Schließlich übernahm er außerdem noch die Aufgabe des Herausgebers. Dies alles waren neue und ungewohnte Aufgaben, die er bei der Herausgabe seines ersten Buches mit beeindruckendem Geschick meisterte.

In lockeren Abständen folgten drei weitere Veröffentlichungen in Buchform. In Zusammenarbeit mit Hubert Kewitz erschien 1997 der Kirchenführer für die Pfarrkirche St. Bartholomäus. Nach intensiven Recherchen brachte er 1999 sein drittes Buch heraus. Es war eine umfangreiche Forschungsarbeit über die nach der Säkularisation abgerissene Klosterkirche von Ettenheimmünster. Deren Ausstattung war an die verschiedensten Pfarreien bis in den Schwarzwald hoch verkauft worden.

Mit kriminalistischem Spürsinn betrieb Dieter Weis eine in den meisten Fällen erfolgreiche Suche nach den Altären und sonstigen Einrichtungsstücken aus der Klosterkirche. Der Ettenheimer Freihof, die einstige Schaffnei des Klosters Ettenheimmünster, war Inhalt des 2006 präsentierten vierten Buchprojekts.

Unter den Beiträgen, die Dieter Weis für Veröffentlichungen in verschiedenen anderen Buchveröffentlichungen zur Verfügung stellte, gehört eine Arbeit über die ehemaligen Synagogen von Ettenheim, Altdorf, Kippenheim, Schmieheim und Rust zu den Bedeutendsten (1988).

Ganz selbstverständlich stellte er sein Wissen auch für den 2005 zum Stadtjubiläum erschienene Bildband "Geschichte der Stadt in Bildern und Dokumenten" zur Verfügung. Die barocken Wegkreuze, das Kloster Ettenheimmünster, das "Heiligen Grab" aus dem 18. Jahrhundert von Johann Pfunner, die kunstvollen Wirtshausschilder, das Grab von Kardinal Rohan in der Pfarrkirche und die Portraits des Herzogs von Enghien und seiner Geliebten Charlotte de Rohan-Rochefort im Museum beschrieb er sachkundig in rund 15 Texten.

Der beispiellose Forschungseinsatz für Ettenheim wurde vom Gemeinderat mit der Verleihung der Verdienstmedaille anerkannt (2003). Bis zum heutigen Tag ist die Heimatgeschichte das große Anliegen von Dieter Weis.