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18. Mai 2009

Naturschutz als Bestandteil des Stadtmarketings

ZU GAST IN DER REDAKTION: Die Freie Liste Ettenheim stellt Grundzüge ihres Wahlprogramms für die Gemeinderatswahl vor

ETTENHEIM. Am 7. Juni wird ein neuer Gemeinderat gewählt. BZ-Redakteur Klaus Fischer hatte im Vorfeld die Parteien und Gruppierungen mit kompletten Listen in der Redaktion zum Gespräch, um über deren Wahlprogramm und die Grundzüge künftiger Kommunalpolitik für Ettenheim zu sprechen. Eine Zusammenfassung der Gespräche bringen wir in loser Folge. Heute: Freie Liste Ettenheim (FLE).

Mehr Naturschutz, weniger Flächenverbrauch. Altes erhalten, Neues gestalten. Diese Ambivalenzen sollen nach dem Willen der Freien Liste Ettenheim künftig die Säulen der Kommunalpolitik für Ettenheim sein.

In der jüngsten Diskussion um die Attraktivität der Stadt, um ein besseres Stadtmarketing und das verstärkte Herausstellen der Barockstadt Ettenheim als Marke, um Kunden und Touristen und damit Kaufkraft in die Stadt zu locken, kommt der Freien Liste ein zentrales Thema zu kurz: der Naturschutz und die Kulturlandschaft rund um Ettenheim. Der Erhalt der Kulturlandschaft mit ihren Kleinterrassen in der Lößvorbergzone, der Wiesen und Weiden im Münstertal und der Hohlgassen sei nicht nur per se wichtig, um die Lebensqualität der Menschen zu erhalten, sie müsse auch als fester Bestandteil eines neuen Stadtmarketings gesehen werden.

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Die Pflege des Kulturgutes Natur und Landschaft müsse wie ein roter Faden das künftige Management von Flächen begleiten, sowohl innerhalb der Kernstadt als auch in den Ortsteilen und an der Peripherie, wenn es um die Bereitstellung und Ausweisung von neuen Bauflächen für Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung geht. Hier agiere die Stadt, so die Meinung der Freien Liste Ettenheim, zu großzügig. "Ettenheim muss seine Flächennutzung optimieren, um nicht durch den enorm gewachsenen Flächenfraß und der daraus resultierenden negativen Folgeerscheinungen unter ökologischen und ökonomischen Druck zu geraten", heißt es im Wahlprogramm.

Wenig Verständnis bringt die Freie Liste deshalb schon für erste Schritte einer Vergrößerung von Gewerbefläche in den Süßen Matten, westlich des Altdorfer Sportplatzes auf, zumal nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt die Stadt im Gebiet Radackern noch Reserven zur Ansiedlung von Handelsunternehmen und Kleingewerbe sowie Handwerk habe. Ganz fest ist die Position der Freien Liste bei der Weiterentwicklung von DYN A 5: Weitere Industrieansiedlungen dürfe es auf dem Areal an der Autobahn nicht mehr geben. Die Freie Liste Ettenheim plädiert für eine Umwidmung von Industriefläche auf Gewerbefläche. "German Pellets ist jetzt da, weiteren Lärm und Dreck darf es da draußen nicht mehr geben", so ein FLE-Vertreter.

Seit dem Entstehen der Freien Liste vor 20 Jahren sei es ihr Credo, die historische Bausubstanz sowohl in den Ortsteilen als auch in der Kernstadt zu erhalten. Hierin sieht die Freie Liste nicht nur den Erhalt einer Identität für die Stadt, sondern zugleich auch die Möglichkeit, aktiv bei der Schaffung von neuem Wohnraum im Stadtzentrum oder mitten im Dorf zu werden, und darüber hinaus auch neue Möglichkeiten für die Entwicklung des Einzelhandels auf zu tun. Der erste Schritt hierfür sei ein Untersuchung von Baulücken, Leerständen und Entwicklungspotenzialen in der Stadt.

Noch stärker als bisher will die Freie Liste Ettenheim die Bürgerinnen und Bürger an Entscheidungsprozessen beteiligen. Zum einen durch die Anhörung sachkundiger Bürger vor der Entscheidung im Gemeinderat, dann auch durch einen "Bürgerhaushalt". Letzteres heißt: Bürger bringen Projekte in die Haushaltsberatungen ein, müssen zugleich aber auch Finanzierungsvorschläge machen. Ein FLE-Vertreter: "Damit lässt sich auch der Ideenvorrat der Bürger besser anzapfen und auch das Verständnis für Entscheidungen erhöhen, warum etwas nicht zu realisieren ist – etwa, weil es nicht zu finanzieren ist."

Weitere Informationen unter www.freie-liste-ettenheim.de

Autor: fi