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22. Oktober 2016

Neuer Wind weht durchs Bildungszentrum

Neubau der BiZ-Grundschule für 3,25 Millionen Euro ist fertiggestellt / Viel Raum für Schüler für Bewegung und Ruhe / Mensa als neuer Treffpunkt.

  1. Spaß und Leidenschaft: Erst sechs Wochen gibt es die Tanz-AG ander Schule, zur Einweihung hatten die Mitglieder ihren ersten öffentlichen Auftritt als Breakdancer. Foto: Olaf Michel

  2. In der Mensa. Foto: Olaf Michel

  3. Der neue Zugang zur Grundschule, links der Neubau. Foto: Olaf Michel

ETTENHEIM. Dieser Hauch von Breakdance, vorgetanzt von der gerade neu formierten Tanz-AG an der BiZ-Grundschule, hatte etwas Symbolisches: An dieser Schule weht seit diesem Schuljahr ein neuer Wind. Die Schule macht neue Angebote, schließt neue Kooperationen – und die Grundschüler lassen sich darauf ein, haben Spaß. Möglich wurde dies durch neue Räume. Um fast 700 Quadratmeter wurde die Grundschule an der Freiburger Straße durch einen Anbau erweitert. Am Freitag war jetzt die offizielle Einweihung.

Dass sich die rund 250 Schüler an der Grundschule in ihren neuen Räume längst wie selbstverständlich bewegen, war nicht nur der Eindruck bei den kurzen Gesangs- und Tanzeinlagen vor den rund 100 Ehrengästen der Einweihungsfeier, auch beim Rundgang nach den feierlichen Wortbeiträgen und Dankesworten sah man sie sich entspannend (neudeutsch: chillend) in Lerninseln oder Lernateliers, oder im Ruheraum und Mensa. Gerade letztere ist so etwas wie der Nabel, das neue Zentrum der Schule. Denn ohne die Mensa kein Ganztagesunterricht an der Grundschule – und auf Ganztagesprogramm ist im pädagogischen Konzept an der Schule vieles angelegt. Deshalb floss in die Gestaltung der Mensa nicht nur Erfahrung, sondern auch Mut, Neuland zu betreten ein. Ein Beispiel: Die Kinder sitzen nicht auf Stühlen, sondern auf robusten Bänken, die etwas an die Sitzmöbel zum Papstbesuch erinnern. Oder rote und grüne Täfelchen markieren die Tischgruppen für Fleischesser oder Vegetarier. So um die 80 bis 90 Essen täglich werden vom Caterer Stöckel ausgegeben, für Schuleiterin Heidrun Tschirwa auch ein Beleg dafür, dass sich nicht nur die Kinder auf die neuen Angebote einlassen, sondern auch deren Eltern der Ganztagsschule Vertrauen entgegen bringen.

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Vor nahezu 15 Jahren habe sich die Grundschule auf den Weg zur Ganztagsschule aufgemacht. Mit der Fertigstellung des Neubaus sehe sich die Schule nun am Ziel. "Wir haben nun räumlich die beste Grundlage, uns auch pädagogisch weiter zu entwickeln – für die Kinder", so Tschirwa.

Vision nicht aus den Augen verloren

Dass es sich lohne, Visionen nicht aus den Augen zu verlieren, meinte Beate Ritter, die Leiterin aller drei Schultypen am Bildungszentrum. Mit dem Neubau seien jetzt alle Möglichkeiten geschaffen, dass die Grundschüler an der Schule "ihre Talente entdecken und ihre Stärken stärken" könnten. Als falsch wertete sie derweil das jüngste Signal aus dem Stuttgarter Kultusministerium, nur noch bis zum Schuljahr 2017/18 weitere Ganztagesschulen zu genehmigen. Ritter: "Damit geht ein zeitgemäßes Angebot für die Familie verloren. Das geht gar nicht".

Dass die BiZ-Chefin damit vielen Eltern aus der Seele spricht, unterstrich Elternbeirat Melanie Kaufmann in ihrem Grußwort. Das Ganztagesangebot sei gerade für berufstätige Mütter wichtig. Sie unterstrich auch die Bedeutung der Mensa, weil diese mehr sei als ein Platz zum Essen, sondern ein Treffpunkt für Schüler, die sich nicht im Unterricht sehen. Kaufmann: "Das gemeinsame Essen in der Mensa fördert Gemeinschaft und Gemeinsinn".

Dritter Meilenstein in einem Jahr erreicht

Durchaus kritisch sah auch die Landtagsabgeordnete, Sandra Boser, die aktuellen Signale aus Kultus- und Finanzministerium. Weniger Lehrerstellen und die Abkehr von Ganztagesschulbetrieb seien nicht die richtigen Signale. Viel Lob gab’s von ihr derweil für den Neubau und die Stadt Ettenheim, die als Schulträger "sehr aktiv" sei. Süffisante Anmerkung der bildungspolitischen Sprecherin der Grünen: Von den Bildungsfördertöpfen des Landes, aus denen die Stadt für das Projekt schöpfen darf (259 000 Euro Schulbau, 307 000 Euro Ganztagesschule) sei noch nicht alles abgerufen. Boser in Richtung Bürgermeister Bruno Metz: "Vergessen Sie’s nicht". Der Bürgermeister hatte zuvor schon konstatiert, dass die Stadt mit dem Neubau den dritten Meilenstein innerhalb eines Jahres erreicht habe, nach den Erweiterungsbauten am Bildungszentrum Bienlestraße, am Städtischen Gymnasium nun also der Neubau an der Grundschule in der Freiburgerstraße. Damit sei nach sechs Jahren ein 11-Millionen-Euro-Investitionspaket in die drei städtischen Schulen der Kernstadt abgeschlossen. Rund 3,25 Millionen Euro seien in die Erweiterung des Grundschulgebäudes investiert worden, etwa 2,3 Millionen davon musste die Stadt selbst aufbringen, 966 000 Euro schoss das Land zu (siehe Infobox).

Das Werk lobe den Meister, urteilte Bürgermeister Metz und meinte damit nicht zuletzt das Architektenteam der Werkgruppe Lahr, für das Carl Langenbach anmerkte, dass mit dem Neubau und Verbindungsbau eine "leichte und luftige" Verbindung zwischen Alt (Baujahr 1912) und Neu gelungen sei. Die hundert Jahre alte Linde, die im Zentrum des Pausenhofs erhalten werden konnte, spiegele zudem die gelungene Verbindung von Natur und Raum wider.

Mehr Bilder von der Einweihungsfeier von Neubau und Mensa der BiZ-Grundschule unter http://www.badische-zeitung.de/ettenheim

Biz-Grundschule

Zahlen und Fakten zum Neubau und Mensa der Grundschule in der Freiburger Straße:

Baukosten: 3,25 Millionen Euro

Subventionen vom Land: 966 000 Euro (566 000 aus Schulbauförderung, 400 000 aus Ausgleichsstock)

Eigenmittel: 2,3 Millionen Euro

Raumfläche: 694 Quadratmeter

Schülerzahl (aktuell): 248, davon 130 im Ganztagsschulbetrieb, 118 im Halbtagsschulbetrieb

Mensaessen: 80 bis 90 Essen täglich

Räume im neuen Gebäudekomplex: Klassenzimmer, Lernatelier, Leseraum, Ruheraum, Toilettenanlage, Mensa, Schulverwaltung, Lehrerzimmer, Schulsozialarbeit.  

Autor: fi

Autor: Klaus Fischer