Nur noch wenig Hoffnung für Erhalt des Krankenhaus

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Mi, 13. Juni 2018

Ettenheim

Krankenhausausschuss plädiert für vier Standorte / Eventuell doch Bau von zwei neuen OPs, aber gleichwohl ohne Standortgarantie.

OFFENBURG/ETTENHEIM (fi). Der Krankenhausausschuss des Kreistags hat am Dienstag nach fünf Stunden öffentlicher Sitzung keine Kehrtwende gemacht. Mit klarer Mehrheit hat sich das Gremium den Vorschlag der Kreisverwaltung zu Eigen gemacht und für die Agenda 2030 mit vier Krankenhaus-Standorten (Offenburg, Lahr, Achern und Wolfach) plädiert. Für den Standort Ettenheim bedeutet das nichts Gutes: Folgt auch der Kreistag Ende Juli dieser Empfehlung, dann ist der Fortbestand des Haus ernsthaft gefährdet. Letzte Hoffnung: Das Haus kann die im Beschluss enthaltene sogenannte Überprüfungsklausel tatsächlich nutzen und den Nachweis bis 2025 erbringen, dass es in medizinisches Qualität als auch organisatorisch ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil für ein Haus der Maximalversorgung Lahr-Ettenheim ist.

Dass zumindest mit einer im Beschluss enthaltenen Komponente dieser Nachweis erbracht werden kann, ist die vielleicht einzige positive Botschaft, die Bürgermeister Bruno Metz aus der Sitzung mit nach Hause bringen kann: Denn statt der im Vorfeld der Sitzung schon mal reduzierten Investitionssumme für die Sanierung der bestehenden und eines neuen OPs von drei auf zwei Millionen Euro sollen nun doch drei Millionen Euro bereit stehen. Und: Wenn es funktionaler ist, dann sollen statt einem sanierten und einen neuem OP gleich zwei neue OPs entstehen dürfen.

Gleichwohl machte der Bürgermeister nach der Sitzung keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über Verlauf und Entscheidung. Denn zum Beschluss zählte auch ein Masterplan für den Ausbau des Klinikstandorts Lahr in Millionenhöhe, der die Integration des Ettenheimer Hauses faktisch vorsieht. "Das sind keine fairen Bedingungen und belastet die Bewährungszeit von vorneherein", erklärte Metz gegenüber der BZ. Diese Formulierung belaste sowohl medizinisches wie auch pflegerisches Personal.

Ihm wie auch Karl-Heinz Debacher (Rust) war es auch in der Ausschusssitzung in Wortmeldungen einmal mehr nicht gelungen, die Bedeutung des Standorts Ettenheim als Portalkrankenhaus für das Gesamtgebilde Ortenauklinikum mit Strahlwirkung über die südliche Kreisgrenze hinaus sowohl bei Verwaltung als auch bei der Mehrheit der Ratsmitglieder deutlich zu machen. Offenbar zeigte auch der symbolische Übergabetermin von Petitionen der Bürgermeister von Rheinhausen und Herbolzheim am Vortag der Sitzung keine Wirkung, wiewohl auch diese betonten ,,dass das Ettenheimer Haus auch ihr Krankenhaus" sei.

Unterdessen zeichnet sich wohl eine Lösung für das anstehende altersbedingte Ausscheiden des Ettenheimer Chefarztes Theo Vetter ab. Hier soll ein hausübergreifendes Chefarztmodell für die Innere Medizin umgesetzt werden mit einem leitenden Oberarzt in Ettenheim und dem Chefarzt am Klinikum Lahr. Ob dieses Modell über das Jahr 2030 Bestand haben wird, wird nach der Entscheidung vom Dienstag nun letztlich davon abhängen, ob sich Ettenheim "bewähren" kann. Eine Personalentscheidung für die Oberarztstelle sei, so die Information der BZ, bereits in Vorbereitung.

Dass der Kreistag als letzte Instanz im Entscheidungsprozess sich der Empfehlung des Krankenhausausschusses nicht anschließen wird, hält Bruno Metz für utopisch. Metz: "Die Würfel sind jetzt wohl gefallen".