Offen sein als wichtiger Baustein

Herbert Birkle

Von Herbert Birkle

Di, 11. September 2018

Ettenheim

250 Jahre Grundsteinlegung der Ettenheimer Stadtkirche: Festgottesdienst und Ausstellungseröffnung zum Jubiläum .

ETTENHEIM. Mit einem denkwürdigen Gottesdienst hat am die Pfarrgemeinde St. Bartholomäus das Jubiläum der Grundsteinlegung des Gotteshauses begangen. Ihm schloss sich die Eröffnung der Ausstellung "Zeitdokumente Kirche St. Bartholomäus" im Museum der Stadt Ettenheim an.

Sehr viele Gläubige, auch aus den anderen Pfarrgemeinden der Seelsorgeeinheit, waren zum Festgottesdienst in die St. Bartholomäuskirche gekommen. Ihn hielt Pfarrer Martin Kalt zusammen mit Pfarrer Jörg Sieger und Thomas Dietrich, die beide aus der Pfarrgemeinde stammen. Es war ein fröhlicher, ein mahnender und besonderer Gottesdienst, mit viel gemeinsamem Singen der Gläubigen – zusätzlich vom Öse-Chor unter Leitung von Karen Hahn sowie Werner Veith an der Orgel mitgestaltet.

Seit 250 Jahren wird in der neuen Kirche der Glaube gefeiert. Pfarrer Martin Kalt benannte in seine Predigt vier Bausteine als Aufgabe, diesen Glauben heute zu leben und weiterzugeben:
» "Offen sein": Die Kirchentüren in der Seelsorgeeinheit seien immer offen. Sie laden alle ein, gleich aus welchem Grund die Menschen kommen – für alle, gleich welcher Hautfarbe oder Herkunft. Kalt ging auch auf die Ereignisse in Chemnitz ein. Für Christen sei beschämend, was dort geschehen sei. Sie seien gefordert, dafür einzustehen, dass sich so etwas nicht wiederholt (siehe "Hintergrund").
"Ansprechbar sein" benannte Martin Kalt als zweiten Baustein: Zeugnis geben für den Glauben, Handeln aus dem Glauben. Helfen, wenn Rat und Trost gesucht wird; ansprechbar sein für alle Menschen, in allen Lebensbereichen und selbst ansprechbar für Gott.
» "Wir sind spirituell", der dritte Baustein, helfe den Glauben zu leben und ihn weiterzugeben. Es bedeute, aus der Beziehung zu Jesus Christus Kraft zu schöpfen und dem Auftrag Jesu zu folgen.
"Einladend sein" : Den Glauben anbieten, aus der Quelle des Glaubens andere einladen, ihm selbst zu folgen in der Gemeinschaft des Glaubens. Das Jubiläum lade alle als Kirche ein, immer mehr offen, ansprechbar, spirituell und einladen zu werden. Kalt forderte die Gläubigen auf, lebendige Steine zu sein, die die Kirche bauen.

Bürgermeister Bruno Metz erinnerte im Anschluss an den Gottesdienst daran, dass bei der Grundsteinlegung der Kirche 300 Familien in Ettenheim lebten und diesen Bau verwirklichten, gemeinsam mit der Stadt und der Spitalstiftung die Kosten aufbrachten und nach wenigen Jahren alles bezahlt war. Heute leben zwanzigmal mehr Familien in Ettenheim: "Die Kirche ist ein Ort des Gebets, der Hoffnung und des Trostes, sie ist Mittelpunkt im Leben der Menschen, von der Taufe bis zum Abschied, ein Haus der Begegnung." Pfarrerin Severine Plöse von der Evangelischen Kirchengemeinde überreichte Pfarrer Martin Kalt 250 Steinchen, die gleichzeitig an die Gemeinsamkeit im Beten und Singen erinnern. "Möge die Kirche das Haus der lebendigen Steine in der Gemeinde sein." Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Jürgen Bing stellte fest, dass jeder Mensch zum Bauen der Gemeinde berufen sei.

Im Anschluss an den Gottesdienst eröffnete Pfarrer Martin Kalt im Museum der Stadt unter sehr großem Besucherandrang die Ausstellung "Zeitdokumente Kirche St. Bartholomäus".

Eine Vielzahl von Originaldokumenten aus Archiven der Erzdiözese, der Pfarrgemeinden Ettenheim und Kippenheim, Privatbesitz und vom Generallandesarchiv in Karlsruhe geben zusammen mit dem Ausstellungskatalog einen Einblick in die Zeitgeschichte von vor 250 Jahren geben.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Mittwoch, 12. September, 16 bis 18 Uhr; Samstag, 15. September, 15 bis 17 Uhr; Sonntag, 16. September, 15 bis 17 Uhr; Donnerstag, 20. September, 16 bis 18 Uhr; Sonntag, 23. September, 15 bis 17 Uhr.