Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

19. Juni 2017

Pferde, Reiter und ein echtes Floß

Etwa 300 Zuschauer bei Rossschwemme am Sonntag in Münchweier / Veranstaltung soll im kommenden Jahr wieder stattfinden.

  1. Der rasante Ritt durch den Ettenbach durfte nicht fehlen. Foto: Olaf Michel

  2. Die Zuschauer verfolgten die Pferdewäsche neugierig. Foto: Olaf Michel

ETTENHEIM-MÜNCHWEIER. Nasser Galopp im Ettenbach, Pferdewäsche, sogar ein selbst gezimmertes Floß: Die alljährliche Rossschwemme am Sonntag in Münchweier entpuppte sich abermals als Publikumsmagnet. Das Niedrigwasser, das der Bach gerade führt, tat dem historisch motivierten Spektakel keinen Abbruch. Etwa 300 Zuschauer säumten den rund 150 Meter langen Abschnitt.

Los ging es pünktlich um 10 Uhr unter strahlendem Sonnenschein. Die ersten Rösser ließen sich willig in den Bach führen, um dort eimerweise nassgemacht und abgeschrubbt zu werden, ganz wie in früheren Zeiten, als die Arbeitstiere nach der anstrengenden Feld- oder Waldarbeit mit Naturwasser sauber gebürstet und entschweißt wurden. Ein anschließender spritziger Galopp durchs Flachwasser durfte als besonderer Hingucker für die Zuschauer nicht fehlen.

Auf mehreren Fotowänden konnten die Besucher sehen, welche wichtige landwirtschaftliche Rolle die Vierbeiner schon vor Jahrhunderten in Münchweier gespielt hatten. Daneben waren sie zum Beispiel beim Landelinsfest in Ettenheimmünster als Vorzeigetiere mit stolzen Reitern in Schlips und Kragen geritten worden. Und sogar Schneeschlitten hatten früher noch manche winterliche Pferde-Einsätze zu fahren.

Werbung


Andreas Lemke lässt sich wieder etwas Neues einfallen

Bereits zum 14. Mal zeichnete Andreas Lemke mit seinen Münchweierer Pferdefreunden für die Rosswäsche im Ettenbach verantwortlich. Obwohl nun erstmals das früher zeitgleich stattfindende Kirchbergfest nicht mehr als zuverlässiger Gästemagnet lockte, entpuppte sich das tierische Ereignis als absoluter Renner. Davon zeugten auch die zahlreichen auswärtigen Radler, die das Dorf gezielt ansteuerten. Wie jedes Jahr ließ sich Lemke wieder etwas Neues einfallen. So hämmerten vier echte Münchweierer Zimmermänner vom Verein "Hiddi im Brucktal" in traditioneller Kluft ein hölzernes Floß zusammen. Da halfen auch Tizian (11) und Kevin (17 Jahre) mit. Letzterer will selbst die Zimmermannstradition fortsetzen.

Trotz des Niedrigwassers setzte sich das Floß mitsamt den darauf stehenden Handwerkern tatsächlich in Bewegung – auch dank Paul Schludecker, dessen zwei "Schwarzwälder" als zuverlässige Kaltblut-Zugarbeitstiere mithalfen. Vorher hatte sich Lemke auch noch als einer von drei Musketieren ritterlich samt Vierbeiner in den Bach begeben. Insgesamt waren dieses Mal 17 Pferde mit von der Partie, neben Tieren aus Münchweier auch je zwei aus Biederbach und Sexau.

Während die Feuerwehr beim Buser- Armin an der "Bachstroß" für die Verpflegung der Zuschauer sorgte, unterhielten abwechselnd die Sunshine-Singers des Münchweierer Musikvereins mit Sylvia Ruf volkstümlich mit "Jenseits des Tales" bis hin zum Badnerlied und die Sändleschränzer- Guggemusiker aus Niederhausen das Publikum. "Die können sogar Noten lesen", verlautbarte Kommentator Christian Klemp schelmisch.

Nach der gelungenen Veranstaltung zeigte sich Münchweiers Ortsvorsteherin Charlotte Götz hellauf begeistert: "Trotz anfänglicher Befürchtungen ist die Rossschwemme auch ohne das Kirchbergfest wieder ein toller Erfolg geworden." Für Organisator Andreas Lemke stand sogar bereits fest: "Nächstes Jahr geht’s auf jeden Fall weiter."

Autor: Michael Masson